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Gäbe es eine Wahl unter aktuellen Sportjournalisten zum beliebtesten Kollegen – Ernst Huberty würde sie wohl gewinnen. Vermutlich sogar haushoch. Der langjährige Haupt-Moderator des ARD-Flagschiffs trägt in der Branche den Namen „Mr. Sportschau“. Der Luxemburger (!) Huberty startete 1950 seine Karriere als Sportreporter beim Südwestfunk in Baden-Baden. Dort moderierte er 1956 mit „Sport am Montag“ erstmals eine Fernsehsendung. 1957 erfolgte er Wechsel zum WDR, zunächst in die Redaktion von Hier und Heute, ab 1960 dann zum Sport. Seit der ersten Sendung am 4. Juni 1961 moderierte Huberty die ARD-Sportschau mit der ihm inne wohnenden freundlichen Sachlichkeit – und einem zugegeben sehr speziellen „Klappscheitel“. In den 1990er Jahren war er Kommentator beim damals noch jungen Bezahlsender Premiere, 2002 kehrte er für SAT.1 noch einmal als Reporter eines Bundesligaspiels zurück. Huberty aber ist ein Kind und Pionier der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Für die ARD kommentierte er in der Zeit von 1960 bis 1982 unzählige große Sportereignisse, legendär aber wurde vor allem seine Reportage vom so genannten Jahrhundertspiel Deutschland gegen Italien (17. Juni 1970) in Mexixo-City („…ausgerechnet Schnellinger“). Ernst Huberty erhielt 2011 den Herbert-Award für sein Lebenswerk. Als sich im Saal die aktuellen Sportreporter erhoben, waren darunter gleiche mehre Dutzend Kollegen, die durch seine Schule gegangen sind.