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Man schrieb das Jahr 1992, als der Fußball im Fernsehen frech wurde. Ok, nicht der Fußball selbst. Aber die Art ihn zu präsentieren. Mit roter Jeansjacke (Reinhold Beckmann), keckem Bubi-Grinsen (Johannes B Kerner), provokanten Anmoderationen (Jörg Wontorra), Frauenpower (Gaby Papenburg) und flotten Spielberichten, die sich thematisch oft mehr mit dem Geschehen auf der VIP-Tribüne befassten als mit dem Kick auf dem Rasen. „Wichtig is auf’m Platz“ war gestern – jetzt ging die Bundesliga auf Sat1 ran. Sonntags war man sogar „ranissimo“ gut drauf. Bereits 1986 hatte Sat.1 erstmals ein Bundesliga-Spiel im Programm. Es dauerte aber noch mal sechs Jahre, bis die Rechteagentur ISPR um Leo Kirch im Bieterkampf den größten Geldkoffer auf den Tisch pfefferte – und die Erstverwertungsrechte an der Fußball-Bundesliga im Free-TV für Sat.1 erwarb. Am 14. August 1992 lief die erste „ran“-Show. Wenn die Bundesliga 1963 laufen gelernt hatte, lud sie nun allwöchentlich zur großen Party. Bis zu 80 Millionen Euro kostete Sat.1 der Spaß jährlich. Bis zu acht Millionen Zuschauer schalteten in Spitzenzeiten ein. Die Kosten indes waren auf Dauer nicht refinanzierbar. An der Entwicklung des TV-Fußballs in Deutschland zu einem Premiumprodukt aber hat „ran“ – und allen voran Chefmoderator Reinhold Beckmann – einen gewichtigen Anteil.