Interview mit Düdelingens Wunderstürmer

»Dachte an einen Scherz«

Danel Sinani hat mit drei Toren in zwei Spielen gegen Cluj seinen Verein F91 Düdelingen quasi im Alleingang in die Europa League geschossen. Damit steht zum ersten Mal eine luxemburgische Mannschaft in der Gruppenphase eines internationalen Wettbewerbs. Wir haben mit ihm gesprochen. Auch über seinen ganz speziellen Jubel.

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Danel Sinani, ihr habt gestern in Cluj im Dr.-Constatin-Radulescu-Stadion, benannt nach einem rumänischen Fußballtrainer, gespielt. Gibt es in Düdelingen bald ein Danel-Sinani-Stadion?
(Lacht) Wenn es irgendwann soweit sein sollte, wäre es die berühmte Kirsche auf dem Kuchen. Es wäre toll, mit so einer Auszeichnung für die gezeigten Leistungen belohnt zu werden.

F91 Düdelingen in der Europa-League-Gruppenphase. Wie klingt das in deinen Ohren, einen Tag nach dem historischen Erfolg?
Es ist unglaublich, dass wir das geschafft haben und bei der Auslosung waren wir auch überglücklich, Teil dieses Wettbewerbs zu sein.

Hat die Mannschaft gestern ordentlich gefeiert?
Ja natürlich, eine solche Heldentat muss einfach gefeiert werden. Wir haben bereits in den Umkleidekabinen in Rumänien angefangen und sind dann sofort nach dem Spiel nach Luxemburg geflogen. Dort haben wir die Nacht dann in einer Diskothek in der Hauptstadt ausklingen lassen.

Am Flughafen warteten nach der Ankunft, um 2:15 Uhr, rund 30 Fans auf die Mannschaft und empfingen das Team mit Gesängen. Wie hast du den Empfang wahrgenommen?
Meine Teamkollegen und ich hätten das nicht erwartet. Es war eine Überraschung, als die Fans plötzlich da waren. Es zeigt aber, dass wir immer auf unsere Fans zählen können und dass sie hinter uns stehen.

In der 50. Minute hast du mit einem Traumschuss in den Winkel das 1:0 für deine Mannschaft erzielt. Am Ende habt ihr 3:2 gewonnen. Was ging dir durch den Kopf, als der Ball vor dir lag?
In dem Moment schossen mir unzählige Gedanken durch den Kopf. Der Ball lag frei und es war eine Position, aus der ich abschließen musste. Wir trainieren die Weitschüsse regelmäßig und versuchen sie auch immer aufs Tor zu bringen. Als der Ball dann tatsächlich im Tor landete, lief ich in Richtung Trainerbank, jubelte und konnte mein Glück kaum fassen.

Hättest du gedacht, dass ihr nach dem 2:0-Hinspielsieg, auch in Rumänien nach 78 Minuten mit 3:0 in Führung liegen würdet?
Wir hatten uns eigentlich erwartet, dass der Gegner uns früh unter Druck setzt. Wir müssen aber ehrlicherweise sagen, dass Cluj die erste Hälfte dominiert hat. Nach dem Führungstor fiel die Last von unseren Schultern ab und wir konnten befreit aufspielen. Ein 3:0 hätte niemand erwartet, deshalb haben wir in den letzten Minuten auch noch zwei Tore kassiert. Wir konnten uns nicht mehr richtig konzentrieren.