Was ein Fußballfan für alle Spiele im TV zahlen muss

Was kostet die Welt?

Wer alle Spiele der 1. und 2. Bundesliga, der Champions League und den DFB-Pokal schauen will, braucht nicht nur extrem viel Lust auf Fußball, viel Freizeit und jede Menge TV-Sender - sondern auch einen dicken Geldbeutel.

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Bald ist sie vorbei, die Sommerpause. Jene unendlich erscheinende Zeit, die gefüllt werden muss mit Transfernews aus Kirgisistan, Testspielergebnissen des Heimatvereins und Weltmeisterschaftsvorrundenspielen, die 0:0 enden. Denn selbst wer in der Sommerpause alles konsumiert, auf dem nur das Label »Fußball« prangt - und sich deshalb auch eine fünfstündige, lieblos synchronisierte Dauerwerbesendung für Fußballentape reinzieht - dem wird irgendwann langweilig.

640 Euro für die Bundesliga

Aber im August wird wieder alles anders: 1. Bundesliga, 2. Bundesliga, Champions League und zwischendurch noch DFB-Pokal. Da ist wirklich für jeden was dabei. Und dank sorgfältiger Spieltagszerstückelung lässt sich so auch eine ganze Woche - also von Montagabend bis Sonntagnachmittag fernsehend auf dem Sofa verbringen. Durch den Einstieg von DAZN ist ein weiterer Rechteinhaber hinzugekommen. Wer wirklich alle Spiele sehen will, muss also ein zusätzliches Abo abschließen. Und die haben Summen angenommen für die ein durchschnittlicher Arbeitnehmer über eine Woche arbeiten muss.

Wie das Portal für Tarifvergleiche »verivox.de« errechnet hat, kosten alle notwendigen Abos zusammen, personalisierte Angebote und Sonderaktionen wurden von der Berechnung ausgenommen, etwa 860 Euro pro Jahr, um Fußball im Fernsehen zu sehen.

Allein für die beiden DFL-Ligen muss der Kunde 39,99 plus Einmalkosten im Monat für Sky zahlen und weitere 4,16 monatlich an Eurosport abdrücken, um alle Spiele zu sehen. Das sind insgesamt 640 Euro pro Jahr. Weitere 120 Euro werden für das Sport-Paket von Sky nötig, um den DFB-Pokal in aller Gänze zu sehen. Weitere 9,99 Euro gehen ab dieser Saison pro Monat an DAZN, die 104 ausgewählte Spiele der Champions-League und 205 Partien der Europa League ausstrahlen werden. Weil der Dienst monatlich kündbar ist und die Saison wiederum frühzeitig in die Sommerpause geht, werden nur 99,90 Euro im Jahr fällig.

Oder halt »Bundesliga Classics«

Aber was sind schon Zahlen, wenn man sie nicht vergleichen kann? Schließlich muss ein Durchschnittsverdiener in Deutschland sechs Tage arbeiten, um die notwendigen 860 Euro zu erwirtschaften. Und für gleiches Geld ließe sich jeweils ein teuerstes Dauerkartenticket in jedem Stadion der Bundesliga plus ein VHS Turbo Drive Videorekorder der Marke »Philipps« sowie eine Kassette »Best-of: Ran 95/96« erwerben.

Doch wer, der jeden Tag fünf Stunden Dauerwerbesendungen für Fußballentapes nach dem besten Angebot überwacht, kann sich diesen Aufwand heute noch leisten?