Was ihr zum Start der 3. Liga wissen müsst

Bundesliga des kleinen Mannes

Der Fußball kehrt zurück aus der Sommerpause. Beziehungsweise: Die 3. Liga beginnt. Traditionsvereine, bessere Dorfsportplätze und Kredithaie. Hier ist alles Wichtige zum Saisonstart.

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Der Favorit …
… ist der 1. FC Kaiserslautern. Die Zweitligisten, im sicheren Hafen der DFL verankert, haben sich zusammengeschlossen und den beiden Absteigern Kaiserlautern und Eintracht Braunschweig jeweils 600.000 Euro als Rettungsfallschirm zukommen lassen. Ein gehöriger Batzen Geld in einer Liga, in der viele Vereinen einen 5-Millionen-Euro-Etat nicht überschreiten.. 17 von 20 Trainern haben bei einer Umfrage von liga3-online.de den Deutschen Meister von 1998 als Aufstiegsfavoriten angegeben. Und schwere Zeiten schweißen eben auch zusammen: Zum Saisonauftakt gegen 1860 München hat der Verein 40.000 Tickets abgesetzt.

Die Stars
Die 3. Liga, Premiumprodukt des DFB und Bundesliga des kleinen Mannes, hat in dieser Saison einige Stars zu bieten - sogar einen Weltmeister. Kevin Großkreutz hat beim Aufsteiger KFC Uerdingen unterschrieben. Dort ist die Dichte bekannter Namen besonders groß. Neben Großkreutz spielen auch Stefan Aigner (ehemals u.a. Frankfurt), Maxi Beister (Hamburger SV) und Christopher Schorch (Real Madrid) für den KFC. Und sonst? Darf man sich auch auf Sascha Mölders bei 1860 München freuen, der mit Adriano Grimaldi ein brachiales Sturmduo bildet.

Welche Spieler könnten sonst überraschen?
Die 3. Liga gilt weiterhin als Sprungbrett in den hochdotierten Profifußball. Welche Spieler könnten in diesem Jahr Bundesligamannschaften überraschen? Konstant gute Leistungen hat Sascha Bigalke in Unterhaching vorzuweisen. Kevin Pannewitz sollte in Jena als Führungsspieler voran gehen, wurde nun aber von seinem Trainer wegen schlechter körperlicher Verfassung angezählt und aus dem Kader gestrichen. Manuel Schäffler (SV Wehen Wiesbaden) will als Torschützenkönig der Vorsaison an die Bestmarke anknüpfen. Luka Tankulic (SV Meppen) machte einen starken Eindruck zum Rückrundenschluss. 

Die Abstiegskandidaten
Selten dürfte die 3. Liga oben wie unten so spannend gewesen sein. Auch weil seit dieser Saison vier statt drei Vereine absteigen werden. Die Aufsteiger Uerdingen und 1860 München sind personell so stark aufgestellt, dass sie erst einmal nicht zu den Abstiegskandidaten zählen. Aufsteiger Energie Cottbus, mit Coach und Gerechtigkeitsfanatiker Pelé Wollitz an der Seitenlinie, wird eher um den Klassenerhalt spielen. Ansonsten werden Carl-Zeiss Jena, FSV Zwickau, VfL Osnabrück, SF Lotte, SV Meppen, Hallescher FC und Sonnenhof Großaspach unten erwartet.

Die Anstoßzeiten
Montags ist immer noch scheiße? Auch wenn es in der Bundesliga, die in der vergangenen Spielzeit viermal an einem Montagabend spielen ließ, zu massiven Protesten gekommen ist, hat das die Macher der 3. Liga nicht davon abgehalten, den Spielplan weiter auseinander zu zerren. Mit wenigen Ausnahmen, zum Beispiel in englischen Wochen, findet ein Spiel am Montagabend statt. Zur Freude des übertragenen Senders Telekom-Sport. Immerhin: Nach den ersten fixen Terminierungen scheinen sich die Verantwortlichen daran zu halten, bei der Vergabe von Montagsspielen auf machbare Distanzen für Auswärtsfans zu achten.

Die Geldgeber
Die 3. Liga ist teuer, in der vergangenen Saison wurden in Chemnitz und Erfurt Insolvenzen angemeldet. Weshalb sich viele Vereine auf externe Geldgeber eingelassen haben. In Jena herrscht der belgische Investor Roland Duchâtelet. In Rostock pumpt der Immobilienanalyst Rolf Elgeti immer wieder Geld in die Kassen. Ganz besonders heikel: Uerdingens Investor Mikhail Ponomarev. Nachdem der Aufstieg Uerdingens vor dem Verbandsgericht entschieden wurde, drohte der Russe mit dem sofortigen Rückzug aus dem Fußballverein. Nun ist er wieder am Schalthebel, hat zuletzt Kevin Großkreutz zum KFC gelotst.