Welche Stars schon in der Vorrunde ausgeschieden sind

Nur nach Hause...

Der deutschen Nationalmannschaft droht vor dem Spiel gegen Schweden das Aus in der Vorrunde - ein Schicksal, das schon andere große Mannschaften ereilte.

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Brasilien 1966 - Nie wieder Pelé
Es ging eigentlich ganz gut los für den amtierenden Doppelweltmeister Brasilien. Mit 2:0 gewann die Seleção das erste Spiel gegen Bulgarien. Mit 26 Jahren befand sich Weltstar Pelé auf der vermeintlichen Höhe seiner Schaffenskraft und doch sollte alles noch den Bach runter gehen. Der Sieg gegen Bulgarien wurde teuer bezahlt, denn der brasilianische Stürmerstar wurde gejagt und, wenn man ihn zu fassen bekam, ordentlich vermöbelt. So fehlte er auch verletzungsbedingt bei der 1:3-Niederlage gegen Ungarn und spätestens jetzt war allen klar: diese mit Weltmeistern von 1958 und 1962 gespickte Mannschaft war in die Jahre gekommen und ohne Pelè nur ein Schatten ihrer selbst .

Das letzte Gruppenspiel gegen die alte Kolonialmacht Portugal wurde zu einer großen Schlacht. Der portugiesische Verteidiger Joao Morais war auf Pelé angesetzt und er lieferte mit der Zuverlässigkeit eines Kneipenschlägers. Wie bei einem Besuch in der Disko des Nachbardorfes wartete er immer bis Pelé sich wieder berappelt hatte und trat dann erneut zu. Da damals noch keine Auswechslungen erlaubt waren beendete der verletzte Pelé das Spiel teilnahmslos auf der Außenbahn und musste mit ansehen wie sein Team mit 1:3 verlor. In Brasilien sprach die Presse von »Mord«, in Rio de Janeiro gab es Randale, aber die Wut richtete sich nicht nur gegen den Schiedsrichter, der die groben Foulspiele nicht ahndete, sondern auch gegen die eigene Mannschaft. Wohlweislich flog man nicht direkt von Liverpool nach Brasilien, sondern machte einen ziemlich unlogischen Zwischenstopp in London. Offiziell aus technischen Gründen, die jedoch einen entscheidenden Vorteil: die demolierten Verlierer kamen erst mitten in der Nacht zuhause an. Pelé verkündete damals, nie wieder eine Weltmeisterschaft zu spielen, um 1970 dann doch wieder teilzunehmen und mit einer beeindruckenden Dominanz abermals den Titel zu holen.


Frankreich 2002 - Kein Tor in Seoul
Ein französisches Starensemble fuhr nach Japan und Südkorea, um seinen Titel zu verteidigen. Die Vorrunde gegen Senegal, Uruguay und Dänemark sollte hierbei nur ein kleiner Aufgalopp für die wirklich wichtigen Spiele sein. Doch auch hier fehlte zu Beginn der wichtigste Mann. Zinédine Zidane ging verletzt ins Turnier und musste das erste Spiel gegen den Senegal sausen lassen. Es war das große Auftaktspiel einer WM, die für Frankreich komplett in die Hose geht. Mit 0:1 verloren die Franzosen gegen Senegal - einer Mannschaft, die zum Großteil aus Spielern mittelmäßiger französischer Klubs zusammengesetzt war. Im zweiten Spiel erkämpfte die Equipe sich mit Ach und Krach ein 0:0 gegen die Urus, überstand dabei sogar eine 65-minütige Unterzahl, nachdem Thierry Henry mit Rot vom Platz musste. Im letzten Spiel musste der amtierende Weltmeister mindestens mit zwei Toren gegen die Dänen gewinnen. Für das Selbstverständnis der Franzosen kein Problem, schließlich war man ja wer und Zidane war nun auch endlich fit. Was soll da passieren? Frankreich verlor am Ende mit 0:2 und schied ohne ein einziges Tor aus dem Turnier aus. Kurz nochmal eine kleine Aufzählung der Offensivspieler der Franzosen: Henry, Trezeguet, Dugarry, Micoud, Zidane, Wiltord, Cissé. Und dennoch kein Tor.