Frankreich

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Australien

Frankreich gegen Australien im Liveticker

Et boum! C'est le Pog!

Frankreich wankte. Doch Frankreich fiel nicht um. Dank Superschlacks Pogba schlagen die Franzosen Australien mit 2:1, der Traum vom WM-Titel lebt weiter. Träumt sowieso viel zu viel: der Liveticker. 

11:45 Uhr

Mahlzeit. Eigentlich sollten wir jetzt im offenen Hawaihemd bunte Ekel-Getränke schlürfen oder zumindest bei Mutti am Esstisch eine Roulade auszuzeln. Und nicht zu so einer unchristlichen Zeit dieses Spiel tickern. Aber eigentlich sollte ein Fußballturnier auch nicht dazu genutzt werden, Auftragsmorde in den Hintergrund zu rücken und von Wahlsabotagen abzulenken. Insofern: Let`s go! Oder wie der Franzose sagt: Baguette!

11:47 Uhr

Für Sie heute übrigens extra zwei Connaisseure des französischen Fußballs an den mobilen Start-Geräten: Tobias-»Dhorasoo«-Ahrens & Max-»Toulalan«-Dinkelaker. Allez les deux!

11:50 Uhr

Ich frage mich, wann genau ich den Zug verpasst habe, der zum großen weißes-Shirt-schwarzes-offenes-Oberteil-lässige-Jeans-weiße-Sneaker-Outlet gefahren ist. 2011?

11:51 Uhr

Die Franzosen tischen richtig auf: Lloris - Pavard , Varane , Umtiti , Lucas - Kanté - Tolisso , Pogba - Mbappé , Griezmann , Dembelé

11:52 Uhr

Und hier die Liste aller australischen Spieler, die auf ihrer Position besser sind als ihre direkten Gegenspieler: 

11:56 Uhr

Die französische Hymne wird gespielt und Dinkelaker, Halbfranzose im Herzen, singt mit: »Allons enfants de la Patrie, Le jour de gloire est arrivé!« - »Komm, sing weiter«, ruf ich. - »Weiter kann ich nicht«, sagt er. Das enttäuschendste Ende seit Marokko gegen Iran.

11:55 Uhr

Mark van Bommel ist Co-Trainer der Australier. Wir fordern ausdrücklich die van-Bommel-Cam. Könnte später im VAR-Kabuff wichtige Sekunden sparen. 

11:57 Uhr

Wenn der australische Kapitän nur annähernd so gefährlich grätscht wie er aussieht, dann würde ich mir als Kylian Mbappé zweimal überlegen, ob ich wirklich antreten will. Und ich sage mal so: Der australische Kapitän wird von Mark van Bommel trainiert. 

11:59 Uhr

Ernsthaft, wenn ihr heute Gags im französischen Sprachgebrauch lest, war es Dinkelaker. Denn mein Französisch erstreckt sich auf simple Dialoge. Genaugenommen diesen hier: 

12:00 Uhr

Ob Hugo Lloris aus Reflex immer Doppel-L-Torwarthandschuhe trägt?

1.

Anstoß Australien. Und auf den Fanfesten brüllen die Lisas Deutschland erleichtert: »Apropos Anstoß, als ich in Australien war...«

2.

+++BREAKING+++BREAKING+++
Idee für australisches Trikot stammt von überreifer Mango.

3.

Frankreich legt gut los. Mbappé wird über rechts geschickt, zielt aufs kurze Ecke, aber der australische Keeper lässt den ersten Abschluss nicht, hüstel, hüstel, Ryan. 

5.

Pogba mit der nächsten Chance, sein Freistoß aber wie die Erziehungsmethoden der meisten Paare in Friedrichshain: zu lasch. 

6.

Schneller Konter über Dembele, der dann auf Griezmann legt. Das Spiel der Franzosen wie für mich der selbige Sprachunterricht: Ich verstehe nichts, alles geht zu schnell. Die nächste Chance über Pogba, aber auch das schon Passé Composé.

8.

Australiens Keeper unter Dauerbeschuss. Das hat Meg Ryan nicht verdient. 

10.

Rethy, heute zum ersten Mal im Einsatz, verrät grade, dass Dembélé schon 21 Jahre alt ist. Dabei war der doch vor zwei Jahren noch 19? Das ist nicht mehr mein Sport. 

12.

Mein Gott, die Franzosen sind derart überlegen und gefährlich, dass beim Angebot eines Zweikampfs wohl auch Steve Irwin dankend abgelehnt hätte.

14.

Kopfball von, Achtung, Leckie! Der sich direkt danach die Gelbe Karte abholt. Leckie ja einer von zwei WM-Fahrern der Hertha, der andere ist Marvin Plattenhardt. Was sich etwa so anfühlt, als würde auch das Sommercamp für Kinder, die lieber essen als zu laufen, zwei Kandidaten zum Bezirkssportfest schicken müssen. 

16.

Die australischen Außenverteidiger lernen die französische Sprache gerade auch aufs härteste kennen. Dembelé, Vergangenheitsform von »Er stand vor dir«.

17.

Die dicke Möglichkeit für Australien. Natürlich durch einen Franzosen und nach einem Freistoß, den Tolisso extrem gefährlich in Richtung eigenes Tor lenkt. Aber Lloris wie ein DFB-Funktionär bei heiklen Diskussionen um heikle Themen: taucht ab.

18.

Australiens Superstar Aaron Mooy bisher mit besseren Standards als das DIN-Institut.

21.

Toll, wie die australischen Fans auf der Tribüne bei jedem Pfiff gegen die eigene Mannschaft, sei er auch noch so berechtigt, ausrasten. Ich nenne sie ab jetzt die Klopperoos. 

24.

Dembélé geht ins Laufduell, ist selbstredend viel schneller als sein Gegner, wird von diesem aber lockerer bei Seite geschoben als eine Kordeltür. Dembélé sollte sich ein Beispiel an uns nehmen. Dembélé sollte etwas massiger werden. 

26.

Mbappé mit einer Art Trick, Bela Rethy mit einer Art Fremdwort. »Schöner Muuhf«, sagt er. Und hat sich dabei hoffentlich nicht den Kiefer ausgerenkt.

29.

Angemessene Aktivitäten für 12:29 Uhr an einem Samstag
- schlafen
- schlafen wollen, aber wegen Kopfweh nicht schlafen können
- Pizza bestellen
- andere Schweinereien essen und es Brunch nennen
- das erste Bier trinken
- das zweite Bier trinken

30.

Wenn Lloris noch einen Standard dieser Art aus der Luft holt, nenne ich ihn ab sofort XXLoris.

32.

Irgendwie recht niedlich, wie Rethy ständig die Positionen der variablen Franzosen ansagt. Jetzt Griezmann und Mbappé auf den Außen, während Dembelé ins Zentrum geht. Rethy versucht all dem zu folgen, als wolle er keinen Fehler machen, statt es mit Fritz von Thurn und Taxis zu sagen: »Frrrrrrech der Franzose!«

33.

Für Kneipen-Schlauberger ja eine Art Gott: Ngolo Kanté. Weil er sich komplett in den Dienst der Mannschaft stellt, weil er Bälle gewinnt, weil er Räume dicht läuft. Aber, ganz ehrlich: Wenn du mit Ball nur der zehnt-beste deiner Mannschaft bist, dann musst du eben verteidigen. 

35.

Rethy sagt: »Die Australier sind drei Kilometer länger unterwegs.«
Ich sage: »Nachts ist es kälter als draußen.« Wir sind beide schwer in Ordnung. 

38.

Off-Topic, aber vielleicht lesen ja Menschen mit, die uns erleuchten können: Wäre es nicht viel sinnvoller gewesen, Marine Le Pen Marine Le Pennerstochter zu nennen?

40.

Wahnsinn, Nabbout mit einem harten Foul gegen Frankreichs Hernandez. Läuft ihn an der eigenen Eckfahne einfach um. Schiedsrichter Cunha belässt es bei einer Verwarnung. Würde mich nicht verwundern, wenn der Mann erst gestern noch Richter im Ronaldo-Prozess war.

43.

Schon jetzt mein Respekt an Mark van Bommel, der seine Spielweise allen Australiern eingeimpft hat. Wenig Fußball, aber sehr viel Abfuck. Und das kann, van Bommel hat es bewiesen, sehr erfolgreich sein.

44.

»Apropos Abfuck...« - Nein Lisa! Jetzt nicht.

45.

Dann ist Pause. Frankreich begann stark, dann lutschten sich die Australier ins Spiel und nahmen den Feingeistern um Dembélé die Lust. Die Equipe Tricolore daher mit dem Unentschieden wie ein FIFA-Funktionär in einer Kazaner VIP-Loge: gelangweilt, aber gut bedient.

12:51 Uhr

In zehn Minuten wird Griezmann seine Entscheidung streamen, ob er in der zweiten Halbzeit mitspielt oder eher nicht.

12:55 Uhr

Ganz ehrlich: Christoph Kramer ist eine fantastische Experten-Wahl. Erklärt uns hier in zwei Sätzen, was wir die ersten 45 Minuten zwar erfühlt, aber so gar nicht kapiert haben. Wann dürfen wir ihn auf die Liebe ansprechen?

13:01 Uhr

»Spanischer Meister, Französischer Meister, Englischer Meister, Deutscher Meister....« Na toll, kurz vor Wiederanpfiff ist irgendein Update bei Rethy fehlgeschlagen.

46.

Jetzt spricht er von einer »besseren Aufteilung«. Ich finde, er sollte der Merkel doch wenigstens die zwei Wochen Zeit geben, die sie gefordert hat, um das zu klären. 

48.

Kennen wir so auch nicht: Olivier Giroud trägt schon vor seinem Einsatz Turban. Entweder hat ihm in der Kabine einer auf die Schläfe geboxt oder er hat in der kurzen Sommerpause auf Goa zu sich selbst gefunden. 

50.

So wie Frankreich hier gerade abbaut und an Favoritenstatus verliert, würde es mich nicht wundern, wenn Markus Feldenkirchen an einer Langzeitreportage schreibt.

51.

Die zweite Halbzeit läuft seit sechs Minuten und wir wünschen uns schon jetzt nichts sehnlicher als eine Schalte zurück zu Christoph Krahmer. 

54.

Dabei war die Vorbereitung doch so vielversprechend verlaufen: Obwohl Brasilien und Spanien die etwas besseren Kader haben, ist Ousmane Dembele artig bei jedem Training der Franzosen aufgetaucht und hat nicht versucht, den Verbandswechsel zu erzwingen. 

55.

In irgendeinem Paralleluniversum ist Robbie Kruise eine extrem beliebte Comic-Figur.

56.

Dann ist es soweit: Videobeweis. Und der Schiedsrichter, dieser Ignorant, geht erstmal in eine Telefonzelle. Woillen die uns eigentlich verschaukeln?

57.

Zurück aus der Telefonzelle zeigt der Referee auf den Punkt. Es gibt Elfmeter für die Franzosen, weil Griezmann gefällt wurde wie eine junge Eiche. Geht in Ordnung. Also bis auf den Videobeweis. 

57.

Für mich die mieseste Videoentscheidung seit meinem Griff zur »Spiderman3«-VHS-Kassette.

58.

Und der kleine Stürmer führt selbst aus. Fällt nicht auf die Psychotricks von Ryan rein, bleibt cool und ballert den Ball furztrocken ins Eck. Frankreich souverän vorn.

60.

Freistoß von Mooy, aber Umtiti soll mit der Hand am Ball gewesen sein. Der Schiedsrichter zeigt nach kurzer Überlegung auf den Punkt. Und die Bilder zeigen: Das offensichtlichste Handspiel eines Franzosen seit unseres Schulaustausches.

61.

Und der Mann mit dem besten Bart außerhalb der NBA, Kapitän Mile Jedinak, läuft an und verwandelt ebenso sicher wie auf der Gegenseite Griezmann. Ein Tor, so parallel, es hätte eigentlich von Visa Vie moderiert werden sollen.

63.

Bert van Marwijk nimmt seinen Rechtsaußen raus. »Muss ich wirklich runter?« »Ja!« »Nabbout.«

64.

Bei aller Liebe: Als hochbezahlter Passeur muss Umtitit den Ball sauberer stellen.

66.

Zum Glück steht bei den Franzosen mit Dembélé einer auf dem Platz, der nicht vor der Verantwortung wegläuft!

67.

Wie sie das Spiel heute Abend in Ostfriesland zusammenfassen werden? »Och, war ganz Mooy.«

68.

Australien gerade so gut, dass es mich nicht wundern würde, wenn in der Nachspielzeit Francesco Totti vom Blitz getroffen würde.

72.

Fekir ja mit einer überragenden Saison für Lyon. Die ganze Wahrheit ist aber: Der Mann ist nicht der Nabil der Welt. 

73.

Jedem, der später darüber meckern sollte, wie sich die Australier durch dieses Spiel gepflügt haben, sei gesagt: Die werden von Bert van Marwijk trainiert. Was sollen sie denn machen?

75.

Das Spiel wie Weihnachten in Sydney: hitzig!

76.

11FREUNDE-Brechstangentipp: Dieser Benzema soll ja ganz gut sein. 

77.

Tolisso, hinterherhechelnd und ohne Chance auf den Ball, stellt seinem Gegner ganz mies ein Beinchen. Nicht im Bild: Wie Mark van Bommel aufsteht und anerkennend applaudiert.

79.

Würde ja eigentlich darauf plädieren, dass Mannschaften, die ein Spiel nicht gewonnen haben, automatisch nicht mehr Weltmeister werden dürfen. Aber Deutschland hat sein zweites Gruppenspiel ja noch gar nicht absolviert.

81.

Und dann das: Frankreich kombiniert plötzlich besser als Sherlock, Pogba ist im Sechzehner frei, will sich den Ball vorlegen und wie aus dem nichts fliegt der Ball im hohen Bogen, weil unglücklich abgefälscht, Richtung Latte, von da knapp hinter die Linie und ins Tor. 2:1 Frankreich. Könnten die Australier nicht schon in einer Woche wieder an Traumstränden liegen, täten sie mir leid.

83.

Kann man nicht abstreiten: Die französischen Tore waren technisch hochwertig.

86.

Vielleicht sollte sich der technisch beste Australier jetzt ein Beispiel an Horst Seehofer nehmen. Denn jetzt kann nur noch ein Alleingang helfen. 

88.

Trotzdem eine enttäuschende Leistung von Pogba. So lieblos waren die Gravuren in seiner Frisur noch nie. 

90.+1

Fünf Minuten Nachspielzeit. Oder wie sie in München sagen: knapper Rückstand. 

90.+3

Ein Glück für die Franzosen, dass irgendein windiger Geschäftsmann vor ein paar Jahren mal Pferdefleisch in Supermarkt-Salamis geschmuggelt hat. Sonst wäre dieses Team die größte Mogelpackung aller Zeiten.

90.+4

Australien jetzt wie unsereins, wenn er morgens um 7 das letzte Bier bestellt. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Abpfiff

Spüren Sie das, diese kühle Brise? Das ist das Durchatmen der Franzosen. Das Spiel ist aus, der Favorit schlägt Australien mit 2:1.

13:55 Uhr

Muss man vor diesen Franzosen Angst haben? Wir wissen es nicht. Andererseits fürchten sich einige Mitbürger ja vor so ziemlich jeder Nation, für die es keinen Grusel-WM-Song von Matze Knop gibt. Geht bibbernd zurück ins Bett: der Liveticker.