Marokko

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Iran

Liveticker: Marokko gegen Iran

Iran ist menschlich

Unfair: Nur zwei Tage nachdem Marokko eine WM verloren hat, müssen sie schon wieder ran. Und verlieren auch dieses Spiel in letzter Sekunde. Trötet sich durchs Spiel: der Vuvu-Ticker.

16:55 Uhr

Diese Weltmeisterschaft ist ja besser als ein Boxkampf mit einem überforderten Axel Schulz: es geht Schlag auf Schlag. Wir gehen nochmal kurz in die Ringecke, lassen uns Vaseline zentimeterdick  die Augen schmieren und dann geht’s los. 

16:59 Uhr

Bittere Nachricht für Marokko, die mit einem Amin Harit antreten. Ein Schalker. Alle Titelträume zerplatzt. 

1.

Anstoß. Schon jetzt das beste Spiel des bisherigen Tages.

3.

Erste Chance von Harit. Doch der Schalker scheitert an sich selbst. Bezeichnend. 

5.

Marokko in der Anangsphase wie ein übermotivierter Pumper: drückt ohne Ende. 

7.

Man kann nur hoffen, dass im marokkanischen Team jemand die Ausbildung zum Pyrotechniker erfolgreich abgeschlossen hat, denn: Für ein derartiges Feuerwerk braucht man auch in Russland sicherlich eine Genehmigung. 

12.

Bisher wie launiges Monopoly - ein munteres Spielchen.

19.

Mein absolutes Highlight der WM bisher: Irans Vahid Amiri. War vorher wohl als weiter Einwerfer gefürchtet, und wirft jetzt jeden Ball am Rand des Strafraums völlig anders ein. Mal mit Spin, dann bückt er sich und lässt ihn fast tropfen. Gleich wird er sich überschlagen. Hoffentlich sieht das die deutsche Mannschaft nicht, sonst stolpert sich Thomas Müller wieder freiwillig zum Tor.

26.

Was viele nicht wissen: Den Iranern wurden nicht nur die Töppen, sondern auch Handschuhe vom Ausrüster verwehrt. Wie soll es so etwas werden mit dem Sturmlauf auf Moskau?

31.

Eindeutiges Urteil, und das beim Stand von 0-0: Es ist das beste WM-Spiel seit vier Jahren.

39.

Marokkos Hakim Ziyech demonstriert, wie seine Landsleute so schnittige Frisuren tragen können. Schnippelt die Flanke derart an, dass sie im Strafraum als Rasierklinge wieder runterkommt.

42.

Erste dicke Chance für Iran. Und dabei sind sie doch so dünn. Zweimal muss der marokkanische Torhüter in letzter Sekunde eingreifen, spielt das alte Spiel: »Wie Munir, so ich dir.«

45.

Wichtige Reaktion des Schiedsrichters, das Spiel zu unterbrechen, denn es wurde nicht besser. Die Mannschaften jetzt wie iranische Atommeiler nach dem Abkommen: kühlen erstmal runter.

46.

Nur einer von tausend Flöten: der Wiederanpfiff.

55.

Wir unterbrechen den Ticker, um Ebrahim Omid die Yves-Eigenrauch-Grätsche in Gold zu verleihen. Herzlichen Glückwunsch, well deserved.

62.

Wenn Reinhard Grindel sagt, dass dieses Turnier Brücken zwischen den Menschen bauen kann, dann ist dieses Spiel eine Hängeseilbrücke am Grand Canyon. Mit einem großen Schild davor: »Nicht mehr als acht Personen oder zwanzig Kilo gleichzeitig.«

66.

Wenn der ausgewechselte und gelbbelastete Shojaei beim Anziehen genauso lange braucht wie beim Ausziehen der Kapitänsbinde, dann halte ich es im übrigen für völlig richtig, dass die Mannschaften zwei Stunden vor Spielbeginn ins Stadion kommen.

70.

Tom Bartels: »Man hat langsam das Gefühl, dass hier in St. Petersburg die ersten Vuvuzelas ausgepackt werden.« Warum ich das schreibe? Lesen Sie die Minutenangabe. Lesen Sie das Zitat. Überlegen Sie notfalls nochmal. Wenn Sie es immer noch nicht wissen: Hallo, Tom Bartels.

76.

Lege mich fest: Bis zur WM 2022 steht es hier immer noch 0:0.

81.

Und natürlich werde ich sofort eines besseren belehrt. Weil Marokkos Belhanda den Ball wieder ansägt, als stünde dort ein iranischer Mammutbaum, den er ins Tor schießen will. Doch Irans Keeper hält. Und plötzlich war da eine Chance. Plötzlich ist da Stimmung. Die Fans brüllen, statt zu tröten. Die Spieler kicken, statt zu pöhlen. Plötzlich war da Fußball. Für einen kostbar kleinen Moment.

83.

Plädiere jetzt für eine Mannschaft der Nicht-Qualifizierten. Mit Aubameyang, Bale, Buffon, die immer dann spielen müssen, wenn die angetretenen Mannschaften zu schlecht sind. Und ansonsten lustige Tricks im Mittelkreis aufführen.

88.

Tolle Schauspieleinlage von Irans Rezaeian. Für mich ein Anwärter auf den nächsten Oscar - nach Michael Keaton. 


90.+4

Mein Gott, was hier heißen muss: Ma Rokko! Denn die Afrikaner legen sich das Ei selbst ins Nest - 1:0 für Iran. Weil Aziz Bouhaddouz in Vollblutstürmermanier den Ball am kurzen Pfosten einnickt. 1:0 für den Iran. Das größte und zugleich unnötigste Geschenk seit Trumps Einladung an Kim Jong Un.

90+5

... und es wird direkt danach abgepfiffen. Das mieseste Filmende seit der Niederlage der Kickers gegen die Teufel in der Regionalmeisterschaft - meine Meinung.

19:02 Uhr

Bommes: »Jetzt mal ganz sachlich: Wie kann er da so hingehen?« Versucht das Unerklärliche mit Seriosität zu begegnen. Aber ihn fragt doch auch niemand, was er da macht und vor allem: Wie er da so hingehen konnte. Man stammelt sich durch die Erklärung. Ein einziges Eigentor und das ist dann, nun ja, auch schon wieder ganz passend.