Kein Witz: Der Uefa-Cup ist geklaut worden

Cup der Verlierer

Kurzer Schock: Im mexikanischen Leon ist die Europa-League-Trophäe gestohlen worden. Ein Verbrechen, das Fragen aufwirft. 

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Der dümmste Dieb der Welt ist ein Ungar. 2009 sah der Mann einen unabgeschlossenen Kleinbus samt steckendem Schlüssel an einem Budapester Straßenrand stehen, witterte seine Chance, stieg ein – und wurde von dem halben Dutzend Polizisten im hinteren Teil des Wagens, die er wegen der getönten Scheiben nicht gesehen hatte, überwältigt und verhaftet. 

Nicht ganz so dämlich, aber dennoch eher aus dem semiprofessionellen Bereich des Verbechens, dürften die unbekannten Diebe aus dem mexikanischen Leon sein, die am Wochenende für einige wenige Stunden den europäischen Fußballverband in Panik versetzte. Gerade veranstaltet nämlich die Uefa einige PR-Termine in Mittelamerika, auf denen auch die Europa-League-Trophäe gezeigt wird. Nach einer Veranstaltung in Leon wurde der altehrwürdige Uefa-Cup aus einem Auto heraus gestohlen. 

Von Arsene Wenger geklaut?

Sehr viel mehr ist nicht bekannt. Auch nicht, warum der originale Uefa-Cup im Alter von mittlerweile 46 Jahren durch Mittelamerika touren muss, wo doch die Uefa drauf besteht, jederzeit in dessen Besitz zu sein und an die Sieger des Cups stets nur Replika vergibt. Zumal man ja bei den Verbänden um die Gefahr eines Trophäendiebstahls wissen müsste, wenn man diese leichtfertig bei jeder besseren Autohauseröffnung ausstellt. Schließlich wurde einst der Coupe-Jules-Rimet, nicht weniger als die einstige Siegertrophäe der Weltmeisterschaft, von der Ausstellung »Sport in Briefmarken« in London entwendet, um eine Woche später von einem Hund namens Pickles in einem Londoner Vorgarten wiedergefunden zu werden. 1983 verschwand der Coup Jules Rimet erneut und wurde von den Dieben eingeschmolzen, dem Verband bleibt seither nur eine Kopie. 

Die gute Nachricht: Ein ähnliches Schicksal ist dem Uefa-Cup erspart geblieben. Wenige Stunden später tauchte die Trophäe wieder auf, wie die Polizei des Bundestaates Guadanujato auf Twitter vermeldete. Ob es zu Festnahmen kam oder wie und wo und warum der Cup wieder auftauchte, blieb leider unerwähnt. War der Cup den Dieben mit seinen 15 Kilogramm zu schwer? Zu auffällig? Zu unbedeutend im Gegensatz zur Champions-League-Trophäe? Wollte ein militanter Redakteur eines mexikanischen Magazins für Fußball-Kultur namens »11amigos« verhindern, dass ein Red-Bull-Klub möglicherweise eine bedeutsame Trophäe gewinnt? Hatte sie Arsene Wenger geklaut, nur um sicherzugehen, dass er mit einem Cup in der Hand abtritt?

Wir wissen es nicht. Aber wenn man sowieso nur spekulieren kann, wäre unser persönlicher Tipp, dass die Diebe mitsamt der Trophäe in ein unabgeschlossenes Auto am Straßenrand einstiegen – und von einem halben Dutzend fußballbegeisterter Polizisten überwältigt wurden.