Am 8. Oktober 2017 auch bei deinem Verein
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HanseMerkur

Warum wir den Amateurfußball lieben

Onanierer und Justin Bieber

Am 8. Oktober veranstaltet 11FREUNDE den »Tag der Amateure«. Und obwohl längst klar sein sollte, warum es sich lohnt, zum Amateurverein um die Ecke zu gehen, kommen hier nochmals fünf herrliche Anekdoten aus den Niederungen der Kreisklasse.

11FREUNDE

Passend zum »Tag der Amateure« am 8. Oktober kommen hier fünf Anekdoten aus dem Amateurfußball, die zeigen, dass die Wahrheit auf genau einem Platz liegt: dem der Hobbykicker. Die Geschichten sind ein Auszug aus dem Buch »Schick mich, ich bin schnell«.



Fußball, mächtige Kraft. Bringt Menschen zusammen. In einer Mannschaft, in einem Verein, im gesamten Land, wenn zum Beispiel Welt- und Kontinentalmeisterschaften rufen. Fußball, mächtige Kraft. Bringt Menschen in Aufregung. Weil der Trainer ein Blinder ist, weil der Schiedsrichter ein Blinder ist, weil der Stürmer ein Blinder ist. Fußball, mächtige Kraft. Schafft es sogar, den ansonsten so beschaulichen Schwarzwald in Aufregung zu versetzen.

Wie bei einem Spiel zwischen dem FC Viktoria Peterzell und dem FC Mönchweiler. Ein zähes Ringen auf Augenhöhe, es geht ordentlich zur Sache. Als Peterzells Stürmer Kevin H. dann in der 72. und 75. Minute trotz Unterzahl für die Entscheidung sorgt und zum sicheren Sieg trifft, gibt es kein Halten mehr. Emotionen, wo man schwer beschreiben kann, wie es der dortige Volksmund im ihm eigenen Anfall grammatikalischer Glücksüberforderung wohl sagen würde. Matchwinner H. versuchte sich schließlich trotzdem. Fußballgottseidank.

In Sachen Masturbation besteht noch Regelbedarf

Im Spielbericht des Schiedsrichters liest sich das wie folgt: »In der 75. Spielminute ereignete sich folgender Sachverhalt: Der Spieler H. ließ sich, unmittelbar nachdem er das Tor zum 3:1 erzielt hat, im Torraum des FC Mönchweiler zu einer obszönen Geste verleiten. Er drehte sich in Richtung der Zuschauer, fasste sich in den Schritt und tat so, als würde er onanieren. Ich hatte freie Sicht auf den Spieler und verwies ihn mit der Roten Karte des Feldes. Spielfortsetzung: Anstoß für FC Mönchweiler.«

Abgewichste Entscheidung.

Wobei sich schlussendlich die Frage stellt, was denn nun das eigentliche Vergehen war, was genau dem Regelwerk widersprach? Was zum Beispiel wäre passiert, wäre es nicht nur bei einer Geste geblieben? Was wäre passiert, hätte sich der vom Glück übermannte Siegtorschütze seiner Hose entledigt und Hand angelegt, an sein, nun ja, nach dem Fuß, zweitbestes Stück?

Wäre das ein den Regeln entsprechendes Verhalten gewesen und war der Platzverweis also nur deshalb zwangsläufig, weil die Masturbation quasi nur simuliert wurde, was, wie ja bekannt ist, im Fußball wirklich keinen Platz hat. Also das Simulieren. In Sachen Mas- turbation besteht noch Regelbedarf.