Die große Saisonvorschau 2017/18 (3)

Gehege voller Mufflons

Bayer Leverkusen sucht die Begeisterung, Eintracht Frankfurt sucht den Arzt und Benedikt Höwedes seine Kapitänsbinde. Wie immer halbblind: die Saisonvorschau. 

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Bayer Leverkusen


Das ist neu:

Der Trainer. Heiko Herrlich, der früher »voll der Psycho war« hat mit Jahn Regensburg bewiesen, dass es Wunder nicht nur in der Bibel, sondern tatsächlich auch in der Oberpfalz gibt. Zwei Aufstiege in zwei Jahren sind zwar in Leverkusen schon rein praktisch eigentlich unmöglich. Aber vielleicht man muss nur feste dran glauben. So wie Herrlich, der seine Spieler mit Bibel-Zitaten zu motivieren versucht. Und zur Not tut es auch ein Champions-League-Platz. Dann würde sich Rudi Völler vielleicht nicht mehr so aufregen. Was ja irgendwie auch einem Wunder gleichkäme.

Das fehlt irgendwie:
Immer noch und immer wieder - Begeisterung. Oder wie soll man das nennen, wenn eine Mannschaft es in der Vorsaison bei zwei von drei Heimspielen der Champions-League-Gruppenphase nicht geschafft hat, das mit knapp 29.000 Zuschauern auch nicht gerade gigantisch große Stadion bis auf den letzten Platz zu füllen? Aber Leverkusen hat eben auch so viel mehr zu bieten als nur Fußball! Drei Stadtbezirke, die Fähre Leverkusen-Hitdorf-Köln-Langel oder den Wildpark Reuschenberg. Samt Mufflon-Gehege!

Aufreger der Sommerpause:
Der Transfer von Chicharito hier, ein paar Wechselgerüchte um Kevin Kampl da, ein bisschen Aufregung um einen vorzeitigen Abschied von Geschäftsführer Michael Schade hier und Diskussionen darüber, ob Stefan Kießling nun zunächst auf der Bank oder der Tribüne Platz nehmen muss da. Mehr war nicht. Was die ewige Frage aufwirft: Gibt's da nicht auch was von Ratiopharm?

Wäre diese Mannschaft ein GIF, dann dieses:

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11FREUNDE-Orakel:
Hakan Calhanoglu, Chicharito und Ömer Toprak sind weg. Und trotzdem verfügt Bayer noch immer über einen exquisiten Kader. Zumal die Dreifach-Belastung in dieser Saison wegfällt. Wenn Jonathan Tah (21), Julian Brandt (21), Benjamin Henrichs (20), Kai Havertz (18) und Co. auch nur annähernd das aus sich herausholen, was selbst Pseudo-Experten auf fünf Tonnen Weizenbier in ihnen erkennen sollten, und sich der Rest der Truppe nicht in ein kollektives Formtief schaufelt, muss es schon mit dem Teufel zugehen, damit Leverkusen nicht unter die ersten Sechs kommt. Und selbst dann wären da ja noch Heiko Herrlich und seine Bibel.