Warum ein englisches Team seinen Fans Geld zurück bezahlt

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Good News aus England: Der Yeovil Town Football Club aus der vierten englischen Liga bezahlt seinen Fans das Geld für die Auswärtsfahrt nach Luton zurück. Aus gutem Grund.

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Man ist schon wieder zu gnädig in diesen Tagen. Sucht nach einer Stecknadel Hoffnung im Heuhaufen Fußballkommerz. Eine Irrsinnsmeldung jagt die nächste: Neymar, Kind, Dembele, Football Leaks, Infantino, Katar, Russland. Man will alles hinschmeißen, das alte Ronaldinho-Trikot verbrennen (nach dessen Foto mit dem tschetschenischen Diktator Kadyrow), nie mehr eine Stadionwurst essen, weil selbst die den Wahnsinn mitfinanziert. Sogar der sonst so entspannte Reporterheld Holger Gertz schreibt auf der Seite 3 der Süddeutschen Zeitung Pamphlete gegen den modernen Fußball. Gute Stelle:

»... man sollte das, was da gerade passiert, zur Abwechslung ernst nehmen. Und sich die Frage stellen: Wie viele von den 1,4 Millionen Kindern, die auch in diesem Jahr in Afrika wieder verhungern könnten (oder schon verhungert sind), könnte man mit dem Neymar-Geld aufpäppeln? Man kann das eine nicht gegen das andere aufrechnen, heißt es immer. Aber warum kann man es denn nicht gegeneinander aufrechnen? Die Zahlen sind doch auf dem Tisch. Die Zahlen der vom Hunger bedrohten Kinder stammen von Unicef, dessen Signet auch auf das Barcelona-Trikot von Neymar geflockt war. Allerdings auf der Rückseite.«

Und dann kommt plötzlich eine gute Nachricht in die Redaktion geflattert. Man saugt sie auf wie eine Pepsi nach acht Wochen Wüste. Und ist für einen kurzen Moment versöhnt.

Haben unsere Fans nicht verdient, sagt der Kapitän

Der Yeovil Town Football Club, ein englischer Viertligist, hat seinen Fans das Geld für die Auswärtsfahrt nach Luton zurückgegeben - weil die Spieler eine 8:2-Klatsche kassierten. »Stellvertretend für die Manschaft«, sagte Kapitän James Bailey:

»Wir wissen, dass wir uns selbst und die Fans haben hängen lassen. Wir fühlen uns genauso wie jeder andere mit dem Klub verbunden und wissen, dass unsere Vorstellung nicht akzeptabel war. Der Support, den wir in Luton bekommen haben, war fantastisch und wir haben das nicht so zurückgegeben, wie wir das wollten. Die meisten Fans waren selbst am Spielende noch da, obwohl wir das nicht verdient hatten. Wir wollen uns als Gruppe entschuldigen und das Geld zurück geben.«