Wie NSF Gropiusstadt dank Antonio Rüdiger reich wurde

»Abramowitschs Nummer habe ich noch nicht«

Antonio Rüdiger spielte in der D-Jugend ein Jahr für NSF Gropiusstadt. Nach seinem letzten Transfer erhält der Klub nun einen kleinen Teil der Ablöse. Dennis Hopp, 1. Vorsitzender des Vereins, erzählt, was er mit 95 000 Euro vorhat.

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Herr Hopp, haben Sie schon mal von FIFA Artikel 21 gehört?

Ja. Es ist ja nicht der erste Wechsel von Antonio. Als er von Stuttgart zum AS Rom gewechselt ist, haben wir auch schon partizipiert. Deswegen sind wir mit Artikel 21 schon sehr gut vertraut. Seine Wechsel im Jugendbereich oder Einsätze in der Nationalmannschaft brachten uns schon etwas ein. Das waren aber natürlich deutlich kleinere Summen im Vergleich zum Rom-Wechsel oder jetzt zum Chelsea-Transfer.

 

Artikel 21 spricht Vereinen, die an der Ausbildung des Spielers beteiligt waren, 0,25 Prozent der Transfersumme zu, den Solidaritätsbeitrag. Haben Sie Antonio Rüdigers Transfergerüchte besonders verfolgt?

Grundsätzlich verfolgen wir natürlich Antonios Karriere, weil er bei uns im Verein war. Ich kenne ihn sogar persönlich! Im Jahr davor gab es bereits Gerüchte, dass er wechseln sollte, aber dann hat er sich verletzt. Zwischenzeitlich hieß es ja, er wechselt innerhalb Italiens.

 

Gibt es aktuell noch Kontakt zu ihm oder gibt es Spieler, die mit ihm zusammengespielt haben und noch im Verein aktiv sind?

Von den damaligen Spielern ist keiner mehr im Verein. Ich habe auch persönlich keinen engen Kontakt mehr zu ihm. Zu der Zeit, in der Antonio bei uns spielte, war ich bei den 1. Herren Kapitän. Um die Verbindung zwischen Jugend- und Herrenbereich herzustellen, fand es der damalige Vorstand gut, dass aktive Spieler Trainingseinheiten bei den Junioren gestalten. Ich habe zufällig die damalige D-Jugend betreut und habe dort Antonio kennengelernt.  

 

Ist Ihnen sein Talent damals aufgefallen?

Es ist tatsächlich so, dass er aufgefallen ist. Vor allem durch seinen Körper, er war größer als seine Altersgenossen. Und seine Ballbehandlung war unglaublich! Der einzige Schwachpunkt war, dass er seinen Körper nicht so effizient eingesetzt hat, wie er ihn hätte einsetzen können. Von den 15 bis 20 Kids ist er mir im Kopf geblieben.