Warum Jena-Trikots auf der ganzen Welt bestellt werden

Metalcore im Ernst-Abbe

Nichts da mit Bauhaus oder Stromanbieter. Carl Zeiss Jena setzt in Sachen Sponsoring auf Metalcore – und gewinnt damit weltweit Sympathien.

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Die Verbindung Fußball und Musik war doch irgendwie noch nie so richtig cool. Klar, »54,74,90,2010« lässt sich zur frühen Morgenstunde samt peinlichen Zahlendreher schon mal mitgrölen. Aber sonst? Oliver Pocher, Kay One, Melanie Müller... Viele Klischees, flache Texte, Fanmeilen-Romantik. Ganz anders macht es die Band »Heaven Shall Burn«.

Wacken auf der Brust

Denn anstatt sich mit anbiedernden Stücken vom Goldtopf der Fußballkundschaft bereichern zu wollen, unterstützen sie ihren Herzensklub FC Carl Zeiss Jena als Hauptsponsor. Das Logo der Band ziert die Ärmel der Trikots, die Brust überlassen sie seit jeher gemeinnützigen Organisationen. Auf »Sea Shepherd« folgte nun die »Wacken Foundation«, welche Geld sammelt, um jungen, verheißungsvollen Metal- und Rock-Bands unter die Arme zu greifen.

»Über Wacken haben wir oft gesponnen. Letztendlich war es dann so, dass »Heaven Shall Burn« den Kontakt hergestellt hat, sonst wäre das sicherlich nicht zu Stande gekommen«, sagt Jenas Pressesprecher Andreas Trautmann zu 11FREUNDE. Vom Erlös der Trikotverkäufe profitiert sowohl der FCC, als auch die »Wacken Foundation«. Und der kann sich sehen lassen. 

Jena verkauft international

Denn die neuen Trikots verkaufen sich seit kürzester Zeit auf der ganzen Welt: » Sehr viele Trikots gehen nach Japan und nach Lateinamerika. Und natürlich auch an Leute, die eigentlich gar keinen Bezug zum Verein haben. Das sind einfach Metaller, die Wacken und »Heaven Shall Burn« cool finden«, erzählt Trautmann. 

Die Popularität der Band, die Konzerte auf der ganzen Welt spielt, und der von einem der bekanntesten Heavy-Metal-Festivals der Welt, machen die Trikots zum Verkaufsschlager. FCC-Geschäftsführer Chris Förster hofft auf bis zu 5000 Verkäufe. Für einen Klub wie den FC Carl Zeiss Jena eine enorme Zahl. Die Erlöse würden laut Ostthüringer Zeitung bereits im fünfstelligen Bereich liegen.