Die 11 des Spieltags (27)

Nour noch fünf Punkte

Alexander Nouri geht zu Pro7, Alessandro Schöpf sammelt Flugmeilen und Almog Cohen hat die coolsten Schuhe der Neunziger. Mal wieder barfuß unterwegs: unsere 11 des Spieltags.

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Alexander Nouri

Es ist noch gar nicht so lange her, da galt Alexander Nouri als ein derart sicherer Kandidat auf die nächste Trainerentlassung, dass er beim Arbeitsamt Bremen bereits ein Handtuch über einen Sitzplatz gelegt hatte. Dann aber gewann Nouri mit seinem SVW sechs aus sieben Spielen, in denen seinen Truppe auch noch 18 Tore schoss. Und plötzlich heißt die Aussicht Europacup und nicht mehr Abstiegskampf, nur noch fünf Punkte trennen Werder von den EL-Rängen.  Eine Leistung, die Pro7 zu einer Neuauflage der Show »Das Model und der Freak« bewegt hat, in der Nouri ab der nächsten Staffel hilflose Fußballklubs in sexy Europapokal-Anwärter verwandeln soll. 

Zlatko Junuzovic / Theodor Gebre Selassie

Das 1:0 der Bremer wurde übrigens vorbereitet von Zlatko Junuzovic, und wenn wir »vorbereitet« schreiben, meinen wir eigentlich »Verdammte Scheiße, was zum Geier war das denn für eine unfassbare Flanke«. Halb mit Außenrist, halb mit Spann prügelte der Österreicher den Ball in den Strafraum, wo sich Theodor Gebre Selassie hochschraubte und den Ball lässig und doch bestimmt in den Winkel nickte. Und irgendwo in Hamburg füllten Horst Hrubesch und Manni Kaltz zwei Werder-Mitgliedsbeiträge aus. 

Alessandro Schöpf

Wunderschön auch die Szene von Schalkes Alessandro Schöpf, der zu Beginn der zweiten Hälfte im Bremer Sechzehner ohne Gegnerkontakt darniedersank und sich anschließend auch noch gestenreich beim Schiri beschwerte. Für einen Elfmeter reichte das leider nicht, immerhin aber hat er durch seine Aktion ein paar Flugmeilen abgestaubt. Schön. 

Benedikt Höwedes

Apropos Elfmeter: Gegen Bremen hat Schalkes Benedikt Höwedes seinen zehnten Bundesliga-Elfmeter verschuldet. Zur Feier dieses schönen Jubiläums gab es Augenrollen der Kollegen, einen Strauß Blumen mit hängenden Köpfen und Beifall der Schalker Zuschauer per Hand vor die Stirn. Glückwunsch.  

Levin Öztunali

Apropos Facepalm: Das Klatschen des Facepalms von Mainz’ Levin Öztunali kann man im Rhein-Main-Gebiet wahrscheinlich immer noch durch die Wälder schallen hören. Beim Stande von 1:2 gegen Leipzig trat Öztunali nämlich frei vor dem Kasten über einen Querpass und versemmelte so die Großchance zum Ausgleich. Wir sind uns sicher: Wenn sein Opa Uwe Seeler das gesehen hat, wird er den Jungen bei der nächsten Gelegenheit übers Knie legen. Und zwar mit Recht.