Warum Darmstadt ein Sieger der Saison ist

Du musst kämpfen!

Darmstadt 98 steigt vermutlich trotz des heutigen Sieges aus der Bundesliga ab. Warum ihnen dennoch ein dickes Kompliment gebührt. 

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Der SV Darmstadt 98 hatte keine Chance. Und er hat sie genutzt. Wieder und wieder. Der Aufstieg in die zweite Liga war ein Meisterstück. Der Aufstieg in die Bundesliga war ein Märchen. Der Klassenerhalt der vergangenen Saison ein Wunder. Gleichzusetzen nur noch mit der Fabel-Meisterschaft von Leicester City. 

Dann ging Erfolgscoach Dirk Schuster, gingen unter anderem Sandro Wagner, Koka Rausch und Luca Caldirola. Die Hauptdarsteller einer Geschichte, die im modernen Fußball eigentlich unmöglich schien. Hier die alimentierten Herzensgruben aus Wolfsburg, Hoffenheim und Co. Dort das minder bemittelte Darmstadt. Zu Hause in einem Stadion, einem Umfeld, das selbst in den Neunziger Jahren schon gestrig wirkte. Ausgestattet mit den Mitteln eines durchschnittlichen Zweitligisten.

Erfolgloser Neuaufbau? Egal!

Das Problem an Wundern, und zugleich, klar, der Grund ihrer Besonderheit: Sie lassen sich nicht einfach so wiederholen. Der Neuaufbau unter Norbert Meier, mit neuen Spielern, die andernorts auf das Abstellgleis oder zumindest in Vergessenheit geraten sind, blieb erfolglos.

Überraschen durfte das niemanden. Der Verein erfüllte seine Prophezeiung, rutschte an das Tabellenende und Fußballdeutschland wandte sich neuen Geschichten zu. Den Underdogs aus Freiburg, den Underperformern aus Wolfsburg und Leverkusen.

Der Klub hat alle Achtung verdient

Der Kurswechsel der Lilien, die Inthronisierung von Thorsten Frings, die Verpflichtung von alten Haudegen wie Hamit Altintop oder Ausgemusterten wie Sidney Sam wurden allenfalls mit Interesse, aber ohne Leidenschaft wahrgenommen. Die Geschichte um die womögliche Verstrickung von Änis Ben Hatira in die Salafisten-Szene sorgte Anfang des Jahres nochmals für ein wenig Aufmerksamkeit.

Allein: Positive Schlagzeilen schrieb Darmstadt kaum noch. Dabei hätte sie der Klub verdient. Denn wie sich die Mannschaft unter Trainer-Novize Frings präsentiert, hat alle Achtung verdient.