Die Lehren des Spieltags (9)

Zwei Nasen tanken Super

Damit ihr auch am Sonntag mitreden könnt: die fünf Lehren der gestrigen Samstagskonferenz.

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Gegen jede Regel

Seit gestern Abend bemühen sich Vertreter aller Parteien um Martin Schmidt, derzeit noch Trainer beim FSV Mainz, als potenziell neuen Familienminister zu gewinnen. Nachdem sein Spieler Karim Onisowo einen Anruf seiner schwangeren Frau erhielt, stellte Schmidt um: »Er war in der Startelf und plötzlich wurde er aus dem Kreißsaal angerufen. Er hat mich gefragt, 'Hey Coach, was kann ich machen? Die Fruchtblase ist geplatzt und das Kind kommt demnächst'. Ich habe dann gesagt: 'Komm, hau ab. Das erlebst du nur einmal im Jahr'. Kurz vor Spielschluss haben wir erfahren, dass er Vater geworden ist.« - Mit Martin Schmidt in der Regierung müssten schon bald alle Demoskopie-Studien neu geschrieben werden. Der Mann setzt Prioritäten, gewinnt auch ohne Onisowo 2:0 gegen Ingolstadt und freut sich anschließend, dass der kleine Leroy Onisowo wohlbehalten geboren wurde. Schmidt darauf, ganz der Pragmatiker: » Jetzt haben wir Nachschub für unsere Nachwuchsabteilung bekommen.« - Glückwunsch. An alle Beteiligten.

 

Denn sie wussten nicht was sie taten

Schon vor Anpfiff war klar, dass der Baum beim Verlierer zwischen Wolfsburg und Leverkusen mächtig kokeln würde. Am Ende traf es die Niedersachsen, die einen nahezu sicheren Sieg aus den Händen gaben, weil sie in der zweiten Halbzeit einen harmlosen Gegner nach allen Kräften aufbauten. »In der zweiten Halbzeit haben die Nerven nicht mitgespielt. Obwohl wir 1:0 geführt haben, was uns eigentlich Sicherheit geben sollte, haben wir in der zweiten Halbzeit nichts mehr hinbekommen«, konnte auch ein orientierungsloser Klaus Allofs nach Spielende nicht erklären, was da soeben passiert war.

Umso interessanter fiel die Beobachtung der Fanränge aus. Während aus Leverkusen nur eine spärliche Zahl an Anhänger vorbeischaute, machte der VfL-Block ordentlich Rambazamba. »Schluss mit Durchhalteparolen – kämpft jetzt« war beim Warmmachen gut sichtbar auf der Tribüne zu lesen. Verständlich. Amüsant waren dann schon eher die »Scheiß Millionäre«-Chöre in Richtung Mannschaftsbus. Dass das Gehalt eines Wolfsburger Fußballprofis weit über dem eines VW-Mechanikers liegen dürfte, ist schließlich schon länger bekannt. 

Nächster Streitpunkt: Während sich Spieler wie Mario Gomez deutlich für Trainer Valerien Ismael aussprachen, scheinen nicht nur Vorstand, sondern auch Ismael der Glaube an eine langfristige Zusammenarbeit zu fehlen.