Am Dreh-Set einer neuen Fußball-TV-Serie

»Dit is Fußball«

Oliver Rieche hat eine Idee: Eine Fußball-Comedy–Serie, die nicht zum Fremdschämen verpflichtet. Kann das wirklich funktionieren?

Oliver Rieche

Socken in den Sandalen, beige kurze Hose, Brille, graue Haare. So schleicht Bruno um das Klubheim des Landesligisten FC Spandau 06. Jeden Tag sei er hier, erzählen die Leute vom Filmteam, die in Spandau gerade die Serie »Dit is Fußball« produzieren.

»Der gehört quasi zum Inventar«, sagt Oliver Rieche, Drehbuchautor der Serie und Student an der Filmuniversität Babelsberg. Normalerweise säße Bruno oft in der Wirtschaft, grade tigert er aber irgendwo hinter den Büschen umher. Denn seit neuestem gießt der alte Bruno auch die Blumen des Klubs.

Am liebsten hätten Rieche und sein Team ihn einfach in die Serie übernommen. Weil er die Liebe zum Klub so verkörpere, wie es im besten Fall auch die Schauspieler der Serie täten. Weil für Bruno der Fußball zur Familie gehöre, einfach, weil er so authentisch sei.

Fußball und Fiktion passten bisher selten zusammen. Ob die »Wilden Kerle«, »Kick it like Beckham« oder der »FC Venus« – wirklich zufrieden konnten Fußballfans in der Regeln nicht sein, wenn sie aus dem Kino kamen oder auf der Couch aufwachten. Zu kitschig, zu unrealistisch, zu klischeeüberladen, zu verklärend, zu sehr von oben herab.

Die Liste dessen, was man mit Fußball als Gegenstand einer Film- oder Fernsehproduktion alles falsch machen kann, ist länger als der Witzebart des durchschnittlichen Urgroßvaters und vielfältiger als die Haut der durchschnittlichen Urgroßmutter. Oliver Rieche traut sich trotzdem an das Genre.

»Das Milieu Amateur–Fußball gibt wahnsinnig viel her.«

Mit vier verschiedenen Regisseuren und Regisseurinnen dreht Rieche in diesen Tagen vier 23-minütige Folgen über und um den Fußball herum. Hilfe bekommt das Uni–Team dabei von der Produktionsfirma »Instant Waves«, finanziert wird das Projekt größtenteils von einem großen Solarenergiekonzern.

In ganz Berlin seien sie auf der Suche gewesen nach einem Drehort, erzählt Rieche, doch erst mit dem holzvertäfelten Vereinsheim und dem saftigen Rasenplatz des FC Spandau 06 hätten sie das passende Ambiente für sein Projekt gefunden.

»Das Milieu Amateurfußball gibt wahnsinnig viel her. Und wir haben uns bewusst für eine, zumindest für Berliner Verhältnisse, eher ländliche Anmutung entschieden«, sagt Oliver Rieche.

Er sitzt im Vereinsheim - für die Drehtage etwas entstaubt und etwas weniger vergilbt als sonst - und erzählt von seiner Idee. Während eines Drehbuch-Workshops des Senders »Sky« sei sie ihm gekommen, und während die anderen Teilnehmer ihre Plots in den Profibereich hieften, machte es sich Rieche bei den Amateuren bequem.

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