Kuriose Geschichten zum Saisonende

Sex, Alcohol and Rock ’n’ Roll

In Leipzig verärgert eine Band die RB-Fans, in Leicester treibt ein Ranieri-Doppelgänger sein Unwesen und in Tschechien pfeifen Betrunkene ein Erstligaspiel.

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Die Party-Crasher
Der Band Silly existiert seit fast 40 Jahren und zählt neben den Puhdys und Karat zu den bekanntesten ostdeutschen Gruppen. Sie ist also alles andere als neu im Unterhaltungsgeschäft. Am Wochenende sollte diese Gruppe auf dem Leipziger Marktplatz vor 20.000 Fans auftreten. Anlass: RB Leipzigs Aufstiegsparty.

So wurde das Event jedenfalls angekündigt. Die vier Silly-Bandmitglieder trugen zur Feier des Tages sogar Fußballtrikots. Blöd nur: Es waren die Jerseys von Union Berlin, dem 1. FC Magdeburg, Dynamo Dresden und Hansa Rostock.
 
Die Band wurde folglich von der Bühne gebuht und war am Sonntag in jedem deutschen Medium präsent: von der »Leipziger Volkszeitung« bis zu »Spiegel Online«. Anna Loos, die Sängerin, erklärte der »Bild«-Zeitung wenig später: »Der MDR hat uns zu einem Fußballfest für die ostdeutschen Klubs eingeladen, also haben wir verschiedene Trikots von Vereinen angezogen, denen wir von unserer Herkunft her nahe stehen. Das sollte kein Affront gegenüber RB Leipzig sein. Hätte der MDR uns zu einer Aufstiegsparty von RB eingeladen, wären wir natürlich alle geschlossen in den Trikots des Leipziger Vereins aufgetreten.«
 
Natürlich. Und natürlich war das Ganze auch kein Promo-Move. Denn natürlich ist es schlicht und einfach ganz großer Zufall, dass das neue Album von Silly ebenfalls dieser Tage erschienen ist.
 
Im Bett mit Claudio
Okay, die Zeitung »Sunday Sport« ist nicht gerade die seriöseste Quelle, die man im englischen Mediendschungel finden kann. Erinnern wir uns nur an den 8. März 2014, als der Malaysia-Airlines-Flug 370 aus der Überwachung der Flugverkehrskontrolle verschwand. Bis heute weiß niemand, wo genau das Flugzeug abstürzte. Außer: die »Sunday Sport«. Die titelte nämlich wenige Tage nach dem Verschwinden: »MH Flugzeug auf dem Mond entdeckt.« Aber gut, bislang konnte ihre These noch nicht widerlegt werden. Weswegen wir annehmen, dass auch diese Story absolut der Wahrheit entspricht:


 
»You dirty old Fox! Ranieri-lookalike has bonked 26 women since Leicester lifted Prem trophy!«
 
Hinter diesem großartigen Aufmacher verbirgt sich die Geschichte des arbeitslosen Elektrikers Alan Ashcroft, der Leicester-City-Trainer Claudio Ranieri zum Verwechseln ähnlich sieht und sich deswegen häufig in den Bars der Stadt rumtreibt, um dort Frauen kennenzulernen oder wie die »Sunday Sport« erklärt: »zu vögeln«.
 
Natürlich hat die »Sunday Sport« den Mann auch gesprochen. Hier sein Kommentar: »Es ist, als hätte ich in der Gen-Lotterie gewonnen. Immer wenn ich etwas trinken gehe, bin ich umlagert von Frauen. Ich sage allerdings nie ›Ich bin Ranieri‹. Sie nehmen einfach an, ich sei es und ich korrigiere sie nicht.« Neuerdings spreche er sogar mit italienischem Akzent, das mache die Ladies an, erklärte er.
 
Logischerweise drehte die englische Presse ziemlich durch und jagte die Story durch sämtliche Kanäle. Sogar die »Marca« berichtete gestern. Und so wird das vermutlich in den nächsten Tagen weitergehen, bis der Ranieri-Doppelgänger gegen das Blatt vorgeht, untertaucht und die »Sunday Sport« eines Tages erklärt: »Verschwundener Ranieri-Doppelgänger auf dem Mars gesichtet.«
 
Ist das Kunst oder kann das weg?
Auch angesichts der Ranieri-Doppelgänger-Geschichte wollen wir gerne vorwarnen: Wenn ihr am kommenden Wochenende in Berlin auf einen Mann trefft, der bunte selbstgebastelte Holzschnitzereien verkauft: Das muss nicht unbedingt Karl-Heinz Rummenigge sein.
 
Trotzdem: Wir müssen über den Bayern-Boss reden. Am Samstag übergab er seinem scheidenden Trainer Pep Guardiola ein Geschenk, bei dem niemand so recht wusste, ob er es am Morgen in seinem Hobbykeller selbst gebaut oder aus dem Bastelraum einer Grundschulklasse »entliehen« hatte.


 
Wir tippen auf die Hobbykeller-Version, schließlich ist Rummenigge bekannt für seinen kreativen Output. Wir erinnern nur an das Gedicht, das er einst für Franz Beckenbauer schrieb bzw. kopierte: »Ich danke Dir, Du bist ein Schatz, dies sage ich Dir in diesem Satz.«
 
Nachtrag: Verschiedene Medien berichteten am Montagmorgen, dass der bunte Bernie von einem brasilianischen Künstler entworfen wurde und 3000 Euro wert sei.