Was ist das Besondere an Arminia Bielefeld, Fabian Klos?

»Unsere Fans sind leidensfähig«

Arminia Bielefeld feiert heute seinen 111. Geburtstag. Kapitän Fabian Klos erzählt von seiner Beziehung zu den Fans, seinen Wünschen und wie er zum Thema Mats Hummels steht.

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Fabian Klos, nächstes Jahr spielt Arminia Bielefeld auch dank eines besonderen Rekordes zweitklassig. Wissen Sie davon?

Der Unentschieden-Rekord wahrscheinlich?

Genau, Arminia hat durch das Remis in Leipzig das 17. in einer Saison geholt. Wieso spielen Sie so oft unentschieden?

Es ist schon eine Menge, das stimmt. In erster Linie sehe ich das positiv und finde, dass wir das ganze Jahr über schwer zu schlagen waren. Da waren viele enge Spiele mit dabei, die wir hätten gewinnen und manchmal auch verlieren können. Insgesamt kann man glaube ich gerade zum jetzigen Zeitpunkt sehen, dass uns die ganzen Unentschieden trotzdem weitergeholfen haben.

Der FC St. Pauli steht mit zwei Niederlagen mehr auf Platz Vier der Tabelle. Wie würden Sie das jemandem erklären, der nicht so viel mit Fußball am Hut hat?

Auch ein Nicht-Fußball-Fan dürfte wissen, dass es beim Fußballspielen um das Tore schießen geht. Wir hatten bei vielen von den Spielen die Möglichkeit zu gewinnen, wenn wir unsere  Torchancen konsequenter ausgenutzt hätten. Das war leider unser Manko.

Kommen wir zu Ihnen. Bis im Alter von 19 Jahren haben Sie in der Kreisliga für den SV Meinersen gespielt. Erinnern Sie sich noch an die Zeit in der Kreisliga?

Klar erinnere ich mich daran, auch wenn es ein paar Jährchen her ist. Ich hab zwölf Jahre für diesen Verein gespielt. Es war eine richtig gute Zeit. Für die Verhältnisse des Vereins waren wir damals sehr erfolgreich. In der Kreisliga ist es eben so – das wird jeder wissen – dass die Gemeinschaft gelebt wird. Da wird Fußball gespielt, um sich mit den Freunden zu treffen. Die Wochenenden stehen dabei natürlich im Vordergrund und da auch nicht unbedingt immer nur das Spiel.

Sie gingen mit 19 Jahren dann zum MTV Gifhorn in die Oberliga, zwei Jahre später zu den Wolfsburger Amateuren. Wie erklären Sie sich, dass Sie erst recht spät den Durchbruch geschafft haben?
Ich würde nicht unbedingt sagen, dass ich schon mit 21 Jahren den finalen Durchbruch geschafft habe. Es war so, dass ich in den Jahren davor in den unteren Ligen immer wieder gut und stetig getroffen habe. Ich hatte dann das Glück, dass Felix Magath und Bernd Hollerbach beim VfL Wolfsburg arbeiteten, die vermehrt in der Region nach jungen Spielern geschaut haben, die wissen, wo das Tor steht. Mir wurde dann vom VfL die Möglichkeit gegeben, mich dort zu beweisen. Als ich meinen Vertrag bei den Amateuren unterschrieb, hätte ich trotzdem nicht damit gerechnet, den Weg so weiterzugehen. Letztendlich gelang mir der Durchbruch aber erst bei Arminia.

Wie oft trafen Sie Felix Magath?

Als es darum ging, ob ich zum VfL Wolfsburg wechsle, saß ich zwei Mal bei Herrn Magath im Büro und habe mit ihm gesprochen. Ich war natürlich sehr nervös; ein Kreisligakicker bei Felix Magath im Büro! Ich hatte auf jeden Fall schweißnasse Hände und wusste gar nicht so recht, was ich sagen sollte, weil er einfach eine Autoritätsperson ist. Das war für mich schon etwas ganz Besonderes, auch wenn ich danach natürlich nicht mehr mit ihm in Kontakt getreten bin, weil er dann zu Schalke gewechselt ist.

Sie spielten zwei Jahre beim VfL, bevor Sie sich für ein Engagement bei Bielefeld entschieden. Wie genau kam es damals dazu?

Ich hatte zwei Angebote, eines davon aus Bielefeld. Ich habe mich mit meinem damaligen Trainer Lorenz-Günther Köstner unterhalten, der ja auch eine Bielefelder Vergangenheit hat. Er hat mir zu dem Schritt geraten, auch wenn es damals große finanzielle Schwierigkeiten in Bielefeld gab. Er sagte, dass Arminia immer noch ein großer Traditionsverein sei, dessen Umfeld man ziemlich gut begeistern kann. Ich hab immer relativ viel auf die Meinung von Lorenz-Günther Köstner gegeben und mache das auch heute noch.

Sie sind dann zu Arminia gekommen, saßen die ersten Wochen aber häufig auf der Bank. Für die Mannschaft lief es in der Dritten Liga zunächst auch alles andere als gut. Wie waren die ersten Wochen nach dem Wechsel?

Auch an die Zeiten, in denen es weniger gut lief, kann ich mich gut erinnern. Ich bin mit großer Vorfreude nach Bielefeld gefahren und hatte mir natürlich viel vorgenommen, aber im Fußball kommt es manchmal anders, als man denkt. Für mich persönlich und auch für den gesamten Verein lief es zu Beginn überhaupt nicht gut, weil wir ein Spiel nach dem anderen verloren. Hängengelassen habe ich mich trotzdem nicht. Spätestens mit dem Trainerwechsel zu Stefan Krämer ging es sowohl für den Verein wie auch für mich wieder richtig bergauf. Wahrscheinlich war das so eine Art Initialzündung.