Fünf Dinge, die wir von diesem Spieltag gelernt haben (32)

Meuterei auf der Borussia

Damit ihr auch am Sonntag mitreden könnt: die fünf Lehren der gestrigen Samstagskonferenz.

Imago

A ganz bsonders Völkle
Bevor wir an dieser Stelle mit den Lehren des aktuellen Bundesligaspieltags beginnen, ein herzliches »Griaß Godd« an den SC Freiburg, der am Freitagabend in Paderborn den direkten Wiederaufstieg perfekt machte. Wir freuen uns schon jetzt auf die ungewöhnliche Ruhe im Badenland, einen Sechserträger Tannenzäpfle beim Besuch und den bestparlierenden Trainer Christian Streich zurück im Oberhaus.

Wie viel Spaß der SC Freiburg machen kann, bewies Streich dann direkt bei der Aufstiegsparty im Paderborner Presseraum. Zugegeben: Dass dort mal Stimmung aufkommt, hätte niemand erwarten können. Christian Streich auch nicht. Deshalb schickte er seine Mannschaft, die mit Sekt- und Bierdusche in die Pressekonferenz platzte, nach kurzer Zeit bestimmend zurück in die Kabine. Aus Respekt vor dem Gegner: »Du jetzt haut ab. Der andere Trainer muss noch was sagen, die kämpfen gegen den Abstieg. Geht raus!« Das hatte Klasse.

SC Freiburg, wir freuen uns auf euch!


(via FUMS)

Meuterei auf der Borussia
Wir würden die Fans des BVB ihren Kapitän Mats Hummels nach seinen deutlichen Äußerungen in Richtung München begrüßen? Sie waren vor allem geteilter Meinung. Während es aus der gelben Wand während des Aufwärmens und der Mannschaftsaufstellung Pfiffe regnete, stellte... ähm... setzte sich das Sitzplatzpublikum geschlossen hinter Hummels. Das dreizeilige Transparent »Der Kapitän geht als Erster von Bord. Am besten sofort!« im Block machte dennoch klar, dass sich viele Anhänger mit der Entscheidung nicht abfinden wollen.

Da kann Geschäftsführer Aki Watzke noch so lange den starken Mann markieren wollen. Hummels wird in der neuen Saison ein Trikot der Münchener tragen. Die »zu einhundert Prozent zu erfüllenden Vorstellungen«, die Watzke für einen Transfer fordert, wird der FC Bayern zahlen. Zu groß ist die Versuchung die Meisterschaft auf Jahre zu entscheiden, die Defensive entscheidend zu verbessern und den BVB per Paycheck zu demütigen.

Auch schön: Die Zurechtweisung von Uli Hoeneß durch Karl-Heinz Rummenigge. Nachdem der Ex-Präsident seinem Verein riet, die Tür zu öffnen, wenn Hummels klopfe, sagte KHR nur: »Ich glaube, Uli hat was falsch verstanden. Angeklopft hat der FC Bayern.«

Keine Hausparty
Die beste Hausparty ist die, die nicht bei dir stattfindet. Bei den vergangenen neun Meisterschaften hielt sich der FC Bayern an diese goldene Partyregel und feierte immer auswärts den rechnerisch sicheren Titel. Auch in diesem Jahr sollte es mit der Meisterfeier daheim wieder nichts werden. Dafür sorgte Gladbachs André Hahn, der mit dem 1:1 den Partycrasher im 100. Bundesligaspiel von Pep Guardiola spielte.

Bei nur noch einem Punkt, den die Bayern in zwei Spielen holen müssten, wollen wir nicht so vermessen sein und von einer neuen Spannung im Meisterschaftsrennen sprechen. In der kommenden Woche spielen die Bayern übrigens in Ingolstadt. Und wie jeder weiß, finden die besten Partys dann statt, wenn man abends noch nach Hause kommt.