Fünf Dinge, die wir vom 28. Spieltag gelernt haben

Das Massaker der Unschuldigen

Damit ihr auch am Sonntag mitreden könnt: Die fünf Lehren der gestrigen Samstagskonferenz.

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Bayern-Fans fürchten sich vor Liga Zwei
Gerne erzählt Allzeit-Gute-Laune-Kommentator Frank Buschmann von den Schmähungen kurz nachdem er und ein Sportsender mit der Übertragung von Montagsspielen in der zweiten Liga begannen. Seitdem werden die Fans jeder abstiegsbedrohten Mannschaft mit den besten Wünschen an kommenden Montagabenden verabschiedet. Doch jetzt skandierten sogar die Fans des FC Bayern gegen die Übertragungen am ersten Werktag der Woche. Die Bayern? In der zweiten Liga? Eher nicht.

Am 2. Mai wird die DFL zum ersten Mal ein Montagabendspiel in der 1. Bundesliga veranstalten. Werder Bremen und der VfB Stuttgart haben das große Los gezogen. Wer auf die Tabelle schaut, sagt dazu auch: Eingewöhnungsphase. Netter Schachzug der Verantwortlichen. Laut DFL findet das Spiel übrigens statt, weil man am 1. Mai nicht spielen könne und am Samstag bereits sieben Spiele stattfinden. Klar, da ist kein Platz für ein achtes Match.

Man könnte aber auch ahnen, dass hier einige Personen ein geeignetes Datum gefunden haben, um das Pilotprojekt »Montagabend Bundesliga« zu starten. Die Bayern-Fans glauben das. Und zeigten deshalb vor Anpfiff, was sie davon halten. Sorry DFL, leider keine Zeit. Kohle vom Amt holen, Bruttosozialprodukt steigern, gegen Pegida auf die Straße gehen. Kurzum: Montag geht nicht.
Liebe Bayern, danke, ihr habt (ausnahmsweise) alles richtig gemacht.

Edit: Später demonstrierten auch die Dortmunder Kollegen mit der Variante: »Montags? Lack gesoffen?« - Auch schön.


Klimawandel in Hannover
»Ich muss erstmal auf die Temperatur gucken, ob es 20 Grad sind oder 40. Weil die Spieler bewegen sich hier irgendwie nicht.« Sky-Kommentator Martin Groß hatte keinen leichten Arbeitstag in Hannover. Und die einzige Frage, die blieb, lautete: Wen meint er? Hannover? Hamburg? Alle? Denn was die 22 Beteiligten auf den Platz brachten, war ähnlich ansehnlich wie die neue Foto-Lovestory von Pierre-Michel Lasogga und seiner Mutter.

Sicher: Hannover hatte bis zum ersten Gegentor wenig zugelassen. In der ersten Halbzeit waren sogar einige aussichtsreiche Torchancen dabei, die HSV-Keeper Rene Adler gut entschärfte. Insgesamt war es aber viel zu wenig für einen Verein, der zehn Punkte von einem Nicht-Abstiegsplatz entfernt ist. Der HSV gewann mit einer denkwürdig mittelmäßigen Leistung 3:0, während Thomas Schaaf und die Wirkung seiner Wutrede zusehends verpufften. Bei twitter wurde die Meinung laut, dass niemand absteigen dürfe, der die Skorpions als Halbzeitunterhaltung spielen lasse. Nach Abpfiff stand fest, dass Hannover, Schaaf und die Band eins gemeinsam haben: Sie befinden sich auf Abschiedstournee.


Ittrich macht alles richttich
Sie kennen Patrick Ittrich nicht? Kein Problem. Der Polizeibeamte aus Hamburg ist erst seit einigen Wochen in der Bundesliga aktiv und pfiff am Samstag in Mainz sein drittes Bundesligaspiel. Es dürfte nicht sein Letztes gewesen sein, schließlich überzeugte der Referee in der neunten Minute mit einem echten Adlerauge. Als Augsburgs Finnbogason am Strafraum fiel, wartete Ittrich lange ab und sah wie Dominik Kohr den freien Ball zu Torschütze Caiuby weiterschob. 1:0 in einem wahrlich erfrischenden Spiel zwischen Mainz 05 und dem FC Augsburg. In Zeiten großer Theatralik und schneller Pfiffe bewies Ittrich Fingerspitzengefühl und Geduld. Seine offensive Vorteilsauslegung fiel bereits bei seinen Auftritten in Wolfsburg (ganz gut) und Berlin (ziemlich schlecht) auf. Wir wünschen deshalb ganz unparteiisch weiterhin viel Erfolg.