11mm-Festival 2016: »Im Derbydreieck«

»Generell gilt: Verlieren verboten!«

Milan Skrobanek hat für seinen Film »Im Derby-Dreieck« Preußen Münster und den VfL Osnabrück begleitet. Er weiß um den Stellenwert des Derbys – für Spieler, Fans und Mitarbeiter.

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Milan Skrobanek, was zeichnet für Sie ein Derby aus?
Derbys garantieren immer volle Stadien. Alle Beteiligten sind leidenschaftlicher und lauter. Es ist kein Klischee, dass in einem Derby in allen Bereichen fünf bis zehn Prozent mehr gegeben wird, das habe ich hautnah miterlebt. Beim Derby Münster gegen Osnabrück sind es sogar mehr als zehn Prozent.

Woran machen Sie das fest?
Die Traineransprache vor dem Spiel ist emotionaler, die Spieler sind fokussierter. Die sitzen in der Kabine und wissen: Gleich geht’s ab. Wenn du es da noch nicht weißt, dann spätestens, wenn du rauskommst und die Fans hörst – das hat Bundesligaflair. Von daher gilt in Spielen zwischen Münster und Osnabrück generell: Verlieren verboten.

Entwickelt man bei aller Abneigung auch eine kleine Sympathie für den Derby-Gegner – eine Art Hassliebe?
Nein, das Wort Liebe kann man hier getrost streichen. Die Fans von Münster und Osnabrück sind sich einfach nicht grün. Aber solange sie sich nicht gegenseitig verprügeln, finde ich das in Ordnung.



Sie haben einen Film über dieses emotional geführte Derby gemacht. Dort gibt es Szenen, in denen die Münsteraner Fan-Radio-Crew sich über »Kacktore« beschwert und die Osnabrücker als »Osnasen« bezeichnet. Finden Sie das in Ordnung?
Gerade die Jungs vom Fan-Radio sind extrem leidenschaftlich. Die sind hauptberuflich Fans. Genauso wie alle Angestellten des Vereins, die den Fans auf der Tribüne emotional in Nichts nachstehen. Geht das Derby verloren, herrscht in den Vereinen eine ganz miese Stimmung. Für so viel Leidenschaft habe ich durchaus Sympathie.

Der Misserfolg der anderen scheint oft ähnlich wichtig wie der Erfolg der eigenen Mannschaft – auch in der Konstellation zwischen Münster und Osnabrück?
Definitiv. Ich hab über das Thema öfter mit Osnabrücks Spieler Nicolas Feldhahn gesprochen. Uns fiel auf, dass die Fans jedes Heimspiel »Scheiß Preußen Münster« skandierten. Ich kann mich noch gut an den letzten Spieltag der Saison 14/15 erinnern: Trotz einer mittelmäßigen Saison hatten die Osnabrücker Fans ordentlich was zu feiern. Nämlich den Nicht-Aufstieg Münsters, der schon lange feststand.

Was ist denn Ihre Prognose für nächste Saison: Wie viele Dreieckderbys wird es geben?
Arminia Bielefeld, die ich im Film auch begleitet habe, bleibt wohl Zweitligist. Ich glaube aber nicht, dass sowohl Münster als auch Osnabrück aufsteigen. Bleibt uns immerhin ein Derby aus der Region erhalten.

Der Film »Im Derbydreieck« läuft am 20. März 2016 um 20 Uhr im Berliner Babylon-Kino. Weitere Informationen und Tickets auf 11-mm.de