Aktuelles Heft

Heft #169 12/2015

Vor zehn Jahren starb George Best, der Inbegriff dessen, was man als echten Typen bezeichnen würde. Best war ein genialer Fußballer, ein Dandy, Säufer, Weiberheld, Schlitzohr und Querkopf. Er selbst formulierte es treffend: „I spent a lot of money on booze, birds and fast cars. The rest I just squandered.“ Als Best 2005 an den Folgen einer Niereninfektion starb, erwiesen ihm über einhunderttausend Menschen in Belfast das letzte Geleit. Sein Todestag sorgte in der Redaktion für eine angeregte Diskussion darüber, ob es heute noch unverwechselbare Charaktere und schräge Vögel gibt. Die Fußballwelt von heu-
te lädt nicht gerade dazu ein, anzuecken oder bisweilen gar einen unchristlichen Lebenswandel zu pflegen. Wenn bei jeder Bierbestellung eines Jungprofis die Fotohandys klicken und jedes vergurkte Interview hämisch auf dem Boulevard seziert wird, werden Spieler im Zweifelsfall lieber den Kopf einziehen. Ein paar echte Typen und Paradiesvögel haben wir bei unserer Suche in Europas Ligen dann aber doch gefunden.

Wolfsburger Realismus
Nicklas Bendtner, ganz Gast-
geber, fragte vor dem Interview, ob das 11 FREUNDE-­Team schon Eindrücke von Wolfsburg gesammelt habe. „Wir sind nur mit dem Taxi vom Bahnhof zum Trainingsgelände gefahren“, so die Antwort. Darauf Bendtner: „Dann habt ihr alles gesehen.“

Auf dem Exoplanet
Für das Porträt über den ver-
storbenen Skandalstürmer Robin Friday traf Ron Ulrich dessen Bruder und Biografen, auch seine Exfrau. Die drei erzählten von den Exzessen der Hochzeit mit Schlägereien, LSD in der Bowle und Cannabis-Dieben. Fazit: „Alle waren auf einem anderen Planeten.“

Pingpong Ping
Sid Lowe deutet es in der
Geschichte über Real Oviedo nur an, aber das Engagement unseres Autors im November 2012 war entscheidend da-
für, dass es heute 40 000 Anteilseigner des Klubs in 140 Ländern gibt. Dafür, so heißt
es in der Stadt, muss Lowe in Oviedo kein Bier mehr bezahlen. Beneidenswert!

Die 11 FREUNDE-Redaktion