Fußballfans laden Flüchtlingen ins Stadion ein

»Was verbindet mehr als Fußball?«

Ein 1860-Fan hatte eine großartige Idee: »München hält zam« lädt Flüchtlinge zum Heimspiel der Löwen ein.

imago

Alex Inderst, Sie sind der Initiator von »München hält zam«. Die schöne Idee dahinter: Fans bieten Karten für Heimspiel von 1860 München gegen RB Leipzig am 27. September an, die Sie dann an interessierte Flüchtlinge verteilen…
…oder noch besser: sie haben Karten übrig und nehmen Flüchtlinge mit zu der Partie.

Was erhoffen Sie sich davon?
Das kann ich ihnen gar nicht genau sagen, weil ich ja selbst gespannt bin, wie das angenommen wird. Aber was verbindet Menschen mehr als ein Fußballspiel? Vielleicht wird das einfach eine schöne Geste, ein Willkommensgruß, ein erstes Kennenlernen, vielleicht sogar im ein oder anderen Fall noch etwas mehr. Als Vorbild dient mir eine ähnliche Aktion von fünf Gladbachern, die vor einigen Wochen mit fünf weiteren Tickets zu einer Unterkunft gefahren sind und dort ganz spontan fünf Flüchtlinge zum Spiel eingeladen haben. Die waren dann mit so viel Enthusiasmus und Spaß bei der Sache, dass ich das gerne auch bei uns in München sehen wollte.

Wie ist die Resonanz bisher?
Gewaltig. Ich hatte mir erhofft, dass vielleicht 50 Tickets zusammen kommen, Stand jetzt sind es bereits 250. Die Flüchtlingsproblematik ist gerade in München so akut, dass die Leute einfach irgendwie helfen wollen. Es rührt mich richtig, dass dabei auch unsere Aktion als Anlaufstelle dient.

Wie kann man sich konkret an »München hält zam« beteiligen?
Da gibt es verschiedene Modelle. Wer plus 1, plus 2, plus wie viel auch immer kommen möchte, braucht lediglich einen Kommentar in unserer Facebook-Gruppe zu hinterlassen. Wir haben aber auch schon einige Fälle, in denen Fans Tickets erworben haben und die uns zur Verfügung stellen wollen. Dafür reicht das Ticket als PDF an muenchenhaeltzam@gmail.com.

Die Aktion soll am 27. September beim Heimspiel gegen Leipzig stattfinden. Haben Sie sich schon einen Plan zurechtgelegt?
Über die Löwen-Pressestelle besteht der Kontakt zur ehemaligen Bayernkaserne, wo derzeit viele Flüchtlinge untergebracht sind. Am Spieltag selbst denke ich, dass wir uns alle vorher zusammen treffen, kennenlernen, vielleicht macht auch der ein oder andere Fanartikel oder gutes Münchener Bier die Runde. Wie gesagt: Ich lasse mich davon selbst überraschen.

Haben Sie sich schon überlegt, wie Sie den Neulingen die besondere Atmosphäre im Heimspiel gegen RB Leipzig erklären?
(lacht) Nein, aber der Gegner ist auch vollkommen zweitrangig. Es geht darum, den Fußball zu nutzen, um den hier gestrandeten Menschen mal ein wenig Abwechslung und Freude zu bereiten. Das bekommen wir hoffentlich hin.

----
Ihr kennt ähnliche Projekte oder »seid selber was am planen dran«? Dann schickt einfach eine Mail an online@11freunde.de