Held und Bratwurst: Unsere Protagonisten der Woche

Irdischer Überflieger

Ein mitteilungsbedürftiger Kleinstnager und ein unbekannter Superstürmer: Die Rollen für die Bratwurst und den Helden der Woche sind klar verteilt. Wer ist es geworden?

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Held der Woche: Andrew Wooten
Wer? Das haben wir uns auch gefragt, denn mal ehrlich, in den Kadertiefen des SV Sandhausen muss man sich nun wirklich nicht auskennen. Der Klub hat keine Fans, mit wiederholtem Punktabzug wegen Verstößen gegen Vorschriften der Lizenzierungsordnung zu kämpfen, und so ganz genau weiß eigentlich niemand, wo sich der Ort Sandhausen auf der Landkarte befindet. Das alles macht den Verein in etwa so sexy wie Reiner Calmund im Stringtanga. Doch nun will der Zufall es so, dass sie sich in Sandhausen offenbar als gallisches Dorf im Profifußball formieren und aus der Position des Underdogs zu wahren Höhenflügen ansetzen.

Plötzlich ein Star

Drei Siege aus den ersten drei Ligaspielen, dazu zuletzt ein sensationelles 6:0 beim Bundesligaabsteiger aus Paderborn: Hätte die DFL den Klub nicht bereits drei Punkte abgezogen, lägen die Sandhäuser nun an der Tabellenspitze der Zweiten Liga. Vor den Geldschleudern aus Leipzig, vor Schwergewichten wie Bochum, Freiburg und St. Pauli. Und mittendrin erwächst nun Andrew Wooten, in der Vergangenheit allenfalls als passabler Zweitligastürmer in Kaiserlautern und FSV Frankfurt auffällig geworden, zum unbekannstesten Star der Republik. Menowin Fröhlich mal ausgenommen. Denn der in Bamberg geborene Halb-Amerikaner Wooten netzte in den ersten drei Ligaspielen sagenhafte fünf Mal ein und wird mittlerweile von der deutlich prominenteren Klubs gejagt. In Sandhausen könnter er mit einem Transfer bis zum 31. August gar die leeren Kassen füllen und den Klub in eine rosigere Zukunft blicken lassen.  

Doch Wooten bleibt bei allem dem Trubel um sich bescheiden und hat für seinen persönlichen Höhenflug eine relativ irdische Erklärung: »Wir haben in der Vorbereitung jede Menge Torschusstraining gemacht und das zahlt sich jetzt langsam aus«, sagte er zuletzt. Wenn es doch immer nur so herrlich einfach wäre. 

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