Reinhold Yabo über die Relegation

»Montagabend bin ich Erstligaspieler«

Reinhold Yabo ist der Mittelfeldmotor des KSC. Gegen den HSV kann heute der Sprung in die Bundesliga gelingen.

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Reinhold Yabo, am Montagabend steht das Relegations-Rückspiel zwischen Ihrem Karlsruher SC und dem Hamburger SV auf dem Programm. Eine ganz simple Frage zu Beginn: Wie fühlt sich Relegation an?
Das ist ein gemischtes Gefühl. Du hast Aufregung, Erwartungen, Phantasien. Ab und zu kommen auch mal Gedanken wie »Puh, schaffen wir das?«. Insgesamt überwiegen bei mir aber die positiven Dinge. Ich sehe die Relegation als Herausforderung. Sie ist wie eine »Schlacht«, die es zu gewinnen gilt.

Spielen Sie gerne in der Relegation oder wären Sie lieber direkt aufgestiegen?
Da es für mich das erste Mal ist, kann ich das nicht so richtig beantworten. Ich erlebe die Relegation zum ersten Mal hautnah. Sie bietet etwas Zusätzliches an Nervenkitzel. Für den Verein, die Spieler und auch die Fans. Ich glaube, wenn man es durch die Relegation schafft, ist das noch einmal ein anderes Gefühl des Aufstiegs.

Was meinen Sie genau?
Die Saison ist nicht nach 34 Spieltagen zu Ende. Es gibt noch eine Herausforderung, die du überwinden musst. Die ganze Fußballwelt schaut auf diese Spiele. Wenn du dann schaffst, aufzusteigen, ist das sicher besonders.

Wie unterscheidet sich so ein Relegations-Spiel denn vom normalen Liga-Alltag?
Natürlich weiß ich, dass es um mehr als drei Punkte geht. Allerdings sehe ich da gar keinen großen Unterschied. Die Vorbereitung ist bei uns in allen Belangen gleich. Ich habe nicht schlechter geschlafen. Und auf dem Platz war ich so fokussiert und im Tunnel wie immer. Es hat sich wie ein normales Spiel angefühlt.

Ist der Druck aber nicht viel größer als in einem Liga-Spiel, von dem es auch noch 33 weitere in einer Saison gibt?
Natürlich gibt es einen anderen Druck, weil wir ein gutes Spiel machen müssen. Aber das ist kein Druck, der uns zermürbt. Das hat ja eher etwas Geiles. Für solche Situationen spielen wir ja auch Fußball.

Sie mögen diese Alles-oder-Nichts-Spiele also besonders…
Ja, das hat schon was. Entweder wir steigen auf – oder wir packen es nicht. Es gibt keine Grauzonen.

Das Hinspiel in Hamburg endete 1:1. Eine gute oder schlechte Ausgangsposition?
Definitiv eine gute. Wir haben uns eine wunderbare Ausgangssituation geschaffen. Wir spielen Zuhause, der Wildpark wird beben. Das kommt uns alles zugute. Ich glaube fest daran, dass wir mehr Profit aus unserer Heimstärke schlagen werden als der Gegner. Wir wollen den Sack zu machen.

Sind Sie, wenn Sie an das Endspiel vor heimischem Publikum denken, angespannt oder entspannt?
Ich verspüre eine positive Vorfreude. Ich bin nicht besonders angespannt, der Gedanke an das Spiel lässt mich auch nicht verkrampfen. Ich freue mich.

Es heißt immer wieder, der Zweitligist habe den Vorteil, im Rückspiel Zuhause zu spielen. Stimmt das?
Die Reihenfolge finde ich tendenziell schon vorteilhaft. Im Grunde darf das aber keine große Bedeutung haben. In der Relegation musst du beide Spiele erfolgreich gestalten. Sonst steigst du auch nicht auf.