HSV und KSC – so spielen die Relegationsteilnehmer

Deutsche Standardkost

Was hat Labbadia beim HSV verbessert? Und wie gut spielt eigentlich der KSC? Wir beantworten die wichtigen Fragen vor dem Hinspiel der Relegation.

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Das nächste Spiel ist immer das schwerste? Im Fall des HSV ist diese alte Floskel gar nicht mal so unwahr. Denn der Gegner in der Relegation, der Karlsruher SC, ist hoch einzuschätzen, höher auf jeden Fall als der Relegations-Gegner im vergangenen Jahr, Greuther Fürth.

Der KSC setzt auf seine Einzelkönner

Der Karlsruher SC reist nach einer starken Rückrunde mit breiter Brust nach Hamburg. Taktisch und spielerisch bieten die Karlsruher deutsche Standardkost: Trainer Markus Kauczinski lässt seine Mannschaft ein 4-2-3-1 spielen, das ganz auf die Stärken seiner Einzelspieler ausgerichtet ist. Der Fokus liegt vor allem auf dem Spiel über die Flügel. Gerade Rechtsaußen Manuel Torres bringt viel Wirbel ins Spiel und zieht dabei häufig in die Mitte. Er ist einer der auffälligsten Akteure der Mannschaft. Obwohl er vor zwei Jahren noch bei den Schalker Amateuren aussortiert wurde.

Alle Angriffsbemühungen sind darauf ausgerichtet, Stürmer Rouwen Hennings in Szene zu setzen. Hennings ist ein Angreifer der klassischen Färbung: Im Mittelfeld hält er die Bälle und lässt sie auf die nachrückenden Sechser abprallen, im Strafraum sucht er den direkten Weg zum Tor. Insgesamt 17 mal schoss, spitzelte oder köpfte er den Ball in dieser Saison in den Kasten. Damit ist er Torschützenkönig der zweiten Liga.

Die HSV-Defensive ist unter Labbadia stabiler geworden

Die Offensive der Karlsruher setzt eher auf individuelle denn kollektive Klasse. Das könnte dem HSV zugutekommen. Auf der Haben-Seite können die Hamburger verbuchen, dass sie zuletzt unter Bruno Labbadia defensiv besser agierten als bei den katastrophalen Auftritten unter Sportdirektor-Schrägstrich-Aushilfstrainer Peter Knäbel.

Besonders die neu formierte Doppelsechs aus Gojko Kacar und Marcelo Diaz harmoniert prächtig. Kacar kann seine Aggressivität und seinen Vorwärtsdrang einbringen, während Diaz als Abfangjäger die Abwehr abschirmt. Beide verschieben in der Defensive weit zum Flügel, sodass die Hamburger auch wenig Probleme haben, gegnerische Außenstürmer zu doppeln. Pluspunkt für den HSV.