Achterbahn mit Vahid Hashemian

Zwischen Gefahr und Chance

Peter Neururer war sein alter Mentor, aber auch diese Verbundung musste ein Ende nehmen. Seitdem nun Dieter Hecking das Sagen in Hannover hat, beweist der Iraner wieder alte Stärken. Imago Nach 125 Bundesligaspielen für Hamburg, Bochum, Bayern und Hannover ist Vahid Hashemian einer, den man getrost als gestandenen Profi bezeichnen kann. Dass seine Karriere zwischen dem Status eines Hoffnungsträgers und dem Reservistendasein pendelte, ist nicht ungewöhnlich. Jeder Vereinswechsel ist schließlich Chance und Gefahr zugleich. Beim HSV galt er als klassischer Chancentod (Reserve), den VfL Bochum schoss er in den UEFA-Cup (Hoffnung), die Zwischenstation Bayern München war ein großer Irrtum (Reserve) – in Hannover, 19 Monate nach seinem letzten Wechsel, darf Hashemian nun wieder hoffen, endgültig den richtigen Verein gefunden zu haben.

Hartnäckig hielt sich der Glaube, wonach Hashemian nur unter den Fittichen von Peter Neururer den Kasten treffe. In Bochum trieb ihn der exzentrische Trainer zur Topform; die zwischenzeitliche Wiedervereinigung in Hannover dagegen blieb die Fortsetzung der Erfolgsbeziehung schuldig. Nach dem fälligen Trainerwechsel an der Leine, Hecking für Neururer, und den zuletzt guten Leistungen scheint der Iraner indes wieder auf einem guten Weg zu sein. Erstens bewies Hashemian, dass er Tore auch unter einem anderen Trainer schießen kann, wodurch er zweitens näher denn je an einen Stammplatz gerückt ist. Die vier mageren Tore, die Hashemian in seiner ersten Saison bei den Roten erzielte, sind vorerst vergessen. Also wieder dasselbe Muster: Vom Hoffnungsträger zum Bankdrücker und zurück.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

„Vahid ist in jedem Training engagiert bei der Sache und lässt sich nie hängen“, sagt Trainer Dieter Hecking und der Gelobte, der zurzeit vom Ausfall des Ex-Nationalspielers Thomas Brdaric profitiert, fügt hinzu: „Momentan läuft es gut. Ich bin zufrieden.“ Die guten Argumente sind auf seiner Seite. Im heutigen Kellerduell gegen seinen Ex-Klub aus Bochum hat Hashemian die Gelegenheit, seine Trefferquote aus der Vorsaison bereits nach dem zehnten Spieltag zu erreichen. Zudem hat er schon drei Assists auf dem Konto und schoss im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund das Tor des Tages, das den Achtelfinaleinzug seines Teams ermöglichte. Und dann ist da noch eine besondere Erinnerung: Am 18. März sorgte der 30-Jährige gegen den mittlerweile in der zweiten Liga kickenden 1. FC Köln für den letzten Heimsieg der Roten. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
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