Fußball

Zurück nach Hause?

Die Saison war erst drei Spieltage alt, als die erste Trainerentlassung bekannt wurde. Es traf Peter Neururer, dem 96-Präsident Martin Kind die Erfolglosigkeit ankreidete. Der wieder zurückgekehrte Geschäftsmann hat sich jetzt auf einen Nachfolger festgelegt. Dieter Hecking ist der Auserwählte, der Hannover aus dem Tabellenkeller führen soll. Imago Irgendwann verdichten sich Spekulationen zu handfesten Gerüchten und sind somit eine kurze Meldung wert: Als Peter Neururer vor nicht allzu langer Zeit aus dem beschaulichen Hannover vertrieben wurde, da stand der Name eines möglichen Nachfolgers schon lange fest. Es hatte sich zuvor angedeutet, dass die sportliche Talfahrt der Niedersachsen ein böses Ende nehmen würde; und weil der für Ersatz verantwortliche 96-Chef Kind, ein überaus erfolgreicher Geschäftsmann, das Haus nicht ohne Plan-B in der Tasche verlässt, kommt die Meldung nicht wirklich überraschend daher: Dieter Hecking soll den vakanten Trainerstuhl besetzen.

Ausgerechnet Hecking! Er war es doch, der den Roten die jüngste Niederlage beibrachte. Nulldrei daheim. Seine Alemannia, ein Bundesliga-Aufsteiger, versetzte Neururer den endgültigen Todesstoß. Und jetzt soll Hecking es richten, was er selbst verbrockt hat. Der Kontakt ist nicht neu. Auch bei den letzten beiden Jobangeboten aus Hannover stand Hecking ganz oben auf der Liste. „Wir haben uns am Dienstag an Aachen gewandt. Dort hat man unser Interesse zur Kenntnis genommen. Nun muss man abwarten, wie sich die Alemannia äußern wird“, sagte Kind nach der ersten Verhandlungsrunde.

Die Chancen, seinen Wunschkandidaten auch tatsächlich zu bekommen, stehen nicht schlecht. Obwohl die Aachener umgehend (am Mittwoch) mitteilten, sie wollen Hecking auf jeden Fall halten, sammeln sich die Indizien für einen Wechsel. In einem Gespräch mit Sportdirektor Schmadtke signalisierte Hecking seine Bereitschaft, „ausschließlich aus privaten Gründen“ nach Hannover zu ziehen. Darauf hin bat er um Kontaktherstellung. Hecking, der 1996 bis 1999 selbst ein 96er war, möchte offensichtlich näher an seiner Familie sein, die in Bad Nenndorf wohnt – etwa 30 Kilometer von Hannover entfernt. Werden Gerüchte irgendwann zu knallharten Fakten und sind eine längere Meldung wert?

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