Arsenals Sturmhoffnung Theo Walcott

Der neue Henry

Heute abend bestreitet Arsenal London gegen Dynamo Kiew seinen Auftakt in die Champions League-Saison. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem erst 19-jährigen Theo Walcott. Er könnte Thierry Henry vergessen machen. Arsenals Sturmhoffnung Theo WalcottImago Der 8. April in diesem Jahr: Arsenal London spielt im Rückspiel des Championsleague-Viertelfinales gegen den FC Liverpool. Am eigenen Strafraum kommt ein Gunner an den Ball, schüttelt den ersten Gegenspieler ab und spielt die nächsten Zwei aus.  Er bewegt sich, trotz seiner 1,70, mit riesigen Schritten in Richtung Mittellinie. Auf dem Weg dorthin lässt er den nächsten Roten liegen. Javier Mascherano rennt los, um den Mann von Arsenal mit der Nummer 32 zu stoppen. Der marschiert in Richtung des 16-Meter-Raumes der Liverpooler, wo schon Sami Hyypia auf ihn wartet. Doch er und Mascherano können ihn nicht stoppen: Mascherano grätscht ins Leere, und Hyypia wird überlaufen. Die Nummer 32 rennt noch ein paar Meter weiter Richtung Grundlinie, schaut nach oben und schiebt einen flachen Pass in den Rücken eines anderen Liverpoolers. Der Ball erreicht Emmanuel Adebayor, der nur noch einschieben muss. Adebayor läuft zu den Arsenal-Fans und will sich feiern lassen, bleibt dann aber stehen und zeigt auf die Nummer 32.
 
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Die Nummer 32 trug ein gewisser Theodore James Walcott. An diesem Abend sollte den Mann aus Compton in West Berkshire ganz Europa kennen lernen.
 
Heute trägt Walcott die Nummer 14. Die Nummer, mit der die Arsenal-Legende Thierry Henry den Nord-Londonern jahrelang unvergessliche Momente bereitete. Experten meinen, mit Walcott sei sein Nachfolger gefunden.
 
Mit der Nationalmannschaft kam Theo Walcott am vergangen Mittwoch in Zagreb mal wieder auf die ganz große Bühne. Beim WM-Qualifikationsspiel gegen Kroatien erzielte er drei der vier Tore, die Fußball-England wieder hoffen lassen. Im Sommer verloren die Briten noch mit 2:3 im heimischen Wembleystadion gegen die Kroaten und verpassten so die Teilnahme an der Euro. Eine Schmach, die noch lange einen Schatten über die Nationalmannschaft werfen wird.
 



Der bisherige Weg von Theo Walcott ist gezeichnet von extremen Ereignissen und Rekorden. Seine Karriere begann beim AFC Newbury, wo er in nur einer Saison 100 Tore erzielte. Nach einer kurzen Station bei Swindon Town wechselte er in die Jugendabteilung des FC Southampton, wo er im August 2005 seinen ersten Einsatz in der Profimannschaft bekam. Walcott wurde zum jüngsten Spieler, der je für Southampton spielte. Zwei Monate später stand er in der Startelf und schoss sein erstes Tor gegen Leeds United. 
 
Die englische Medienlandschaft feierte ihren neuen Helden, schnell kam der junge Offensivspieler bei den großen Vereinen in England und in ganz Europa ins Gespräch. Der Weg aus der zweiten englischen Liga war mit nur 16 Jahren geebnet.

Eine Investition in die Zukunft des englischen Fußballs


Am 20. Januar 2006 machte Arsenal dann das Rennen um Walcott und verpflichtete ihn für eine Ablösesumme, die wohl irgendwo zwischen 5 und 7,5 Millionen Pfund liegt. Pro Einsatz, den Walcott bei den Gunners hat, müssen die Londoner an Southampton zahlen. Angeblich kann es so zu einer endgültigen Ablöse von 12 Millionen Pfund kommen.
 
Acht Monate später kam Walcott zu seinem ersten Einsatz in der Premiere League. Nach seiner Einwechslung bereitete er mit einer Flanke den Ausgleichtreffer für die Kanoniere vor. Bei der Champions League-Begegnung wenige Tage später in Zagreb gelang ihm erneut eine Torvorlage. In diesem Spiel löste er Cesc Fábgregas als jüngsten Spieler Arsenals in einem europäischen Wettbewerb ab.
 
Obwohl Walcott bis zur WM 2006 nicht einen einzigen Premiere League-Einsatz vorweisen  konnte, nahm der damalige Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson Englands den 17-jährigen Walcott mit nach Deutschland. Zu einem Spiel sollte er allerdings noch nicht kommen. Eriksson legitimierte die Nominierung eher als eine Chance für Walcott, Erfahrungen zu sammeln. Eine Investition in die Zukunft des englischen Fußballs. Gut zwei Jahre später scheint sie sich ausgezahlt zu haben.
 
Das Lieblingsteam Walcotts ist, wie es der Zufall so will, der FC Liverpool. Seine Idole waren die Stürmer Robby Fowler und Michael Owen. Als die Beiden noch für die Reds stürmten,  spielte auch schon Sami Hyypia für die Liverpooler. Der Verteidiger, den Walcott einfach überlief.
 

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