Was macht eigentlich Ronaldo?

Arbeitslos auf Ibiza

Am Tiefpunkt seiner Karriere genießt Brasiliens Fußball-Idol Ronaldo die Sonnenseiten des Lebens. Mit seiner schwangeren Freundin Bia Antony richtet er auf Ibiza ein neues Appartement ein. Fußballspielen will er auch wieder. Bald. Was macht eigentlich Ronaldo?Imago Er schippert auf einer mondänen Jacht durch das Mittelmeer, lässt sich von Paparazzi mit Schmerbauch und Zigarette ablichten - ein Comeback von »Il fenomeno« scheint derzeit nur eine Vision. Ronaldo ist arbeitslos auf Ibiza. »Ich will spielen«, verkündete der 31-Jährige zwar jüngst pflichtbewusst, doch viel tut er dafür offensichtlich nicht. Von Sorgen um die Fortsetzung seiner beispiellosen Karriere ist keine Spur. Immerhin: Zwischen Badespaß und Wohnungsdekoration stehen noch etwas Krankengymnastik und Muskelaufbau auf dem Tagesprogramm.

Die Genesung nach einem Patellasehnenriss im linken Knie verlaufe besser als erwartet, betont Ronaldo. »In zwei bis drei Wochen beginne ich mit dem Lauftraining«, sagte der Weltmeister von 1994 und 2002 am Rande des Formel-1-Rennens in Frankreich. Das wäre auch bitter nötig, denn topfit war er schon lange nicht mehr. Das hat auch sein letzter Arbeitgeber AC Mailand erkannt und den Ende Juni ausgelaufenen Vertrag mit dem besten WM-Torjäger aller Zeiten (15 Tore) nicht verlängert. Nur Milan-Vertreter Leonardo, mit dem er 1994 im WM-Aufgebot der Selecao stand, habe diesbezüglich den Kontakt mit ihm gesucht, klagt Ronaldo.

»Da waren viele Lügen dabei«

Milan scheint die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ronaldos Wahl zum besten Fußballer der Welt (1996, 1997, 2002), sieben Auszeichnungen als bester Torjäger, die Titel mit Cruzeiro Belo Horizonte, PSV Eindhoven, FC Barcelona, Inter Mailand, Real Madrid und in der Selecao, Millionenablösen bei Vereinswechseln: Die Stationen einer großen Karriere wirken wie Erinnerungen an eine weit entfernte Vergangenheit. Selbst Flamengo Rio de Janeiro, das im Januar mit dem Star schon einig war, aber dann ein Veto aus Mailand bekam, geht eine eventuelle Verpflichtung des Rekonvaleszenten mit Vorsicht an. »Die Sache werden wir erst behandeln, wenn Ronaldo vollständig erholt ist und er wieder auf voller Höhe spielen kann«, erklärte Marcio Braga, Präsident des Tabellenführers der brasilianischen Serie A.

Allein Ronaldo hegt keine Zweifel an der Fortsetzung seiner Laufbahn. »Ich bin optimistisch. Ich könnte sogar vorzeitig zurückkehren«, so der Brasilianer, dem die Ärzte neun Monate Spielpause - von Februar bis Mitte November - prognostiziert hatten. Arm wird der Stürmer in der Zwischenzeit sicher nicht. Schließlich laufen noch die millionenschweren Sponsorenverträge, auch wenn Ronaldos Image mit dem »Transvestiten-Skandal« einige Kratzer erhielt. »Da waren viele Lügen dabei. Heute ist die Sache vergessen, und wir sind wieder glücklich«, meint Freundin Bia, die bald zum Studium nach Paris zurück muss. Für Bia beginnt wieder der Ernst des Lebens. Ronaldo sollte sich dies zum Vorbild nehmen.