11 interessante Beobachtungen zum UEFA-Cup

Oli gegen den Rest der Welt

Mit 0:4 ging der FC Bayern in St. Petersburg unter – die höchste Niederlage im Europapokal seit 16 Jahren. Oliver Kahn wir dennoch im Finale von Manchester stehen – allein. Von weltlichen Ergebnissen lässt der »Titan« sich nicht beirren. 11 interessante Beobachtungen zum UEFA-CupImago 1.
Als sich »Premiere«-Moderator Jan Henkel bei seinem Experten Lothar Matthäus nach dessen Fortschritten im Trainer-Lehrgang erkundigte, legte dieser in einer Weise Rechenschaft ab, als säße er auf dem Schoß des Nikolaus, in der Hoffnung, ein Marzipanbrot abstauben zu können.

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2.
Doch nicht einmal dem Nikolaus, bekanntermaßen ein Ahnungsloser in Sachen Fußball, würde es in den Sinn kommen, jene Frage zu stellen, die Henkel an Matthäus richtete: »Wie erklären Sie sich Ottmar Hitzfelds Ehrgeiz? Will er unbedingt das Triple?« Matthäus jedoch war nicht in der Lage, die Sinnentleertheit dieser Frage zu entlarven, zu groß war sein Respekt vor dem Nikolaus. »Ja«, sprach der Rekordnationalspieler, ganz steif vor Freude auf sein Marzipanbrot, »Hitzfeld will unbedingt das Triple.«

3.
Erstaunlich, wie groß der Einfluss des ZDF-Historikers Guido Knopp auf den Sportjournalismus ist. Selbst Kommentator Fritz von Thurn und Taxis sprach beharrlich von den St. Petersburgern als »den Leningradern«.

4.
Auch sonst sah sich von Thurn und Taxis der stark vereinfachenden Geschichts- und Völkerkunde Knopps verpflichtet. Über die Petersburger Fans wusste er zu berichten: »Das stehen sie und schlecken Ihr Eis. Ja, sie freuen sich, denn Eis gibt es hier selten.«

5.

Als ein Zenit-Angriff von Bayern-Keeper Oliver Kahn vereitelt worden war, rief der Kommentator erleichtert: »Gott sei Dank, Kahn ist da!« Erst in diesem Augenblick wurde uns klar, welch cleverer Schachzug es von Ottmar Hitzfeld gewesen war, mit einem Torwart spielen zu lassen.

6.
Ein Gast in der 11FREUNDE-Redaktion zeigte in der Halbzeit Bilder von einem Besuch im Pariser Louvre. Er hatte dort aus Langeweile ausschließlich in Stein gemeißelte Penisse fotografiert. »Jaha!«, meldete sich daraufhin ein anderer Gast zu Wort. »Ein Museum ohne Penisse ist wie Bayern ohne Ribéry!«

7.
Nach Christian Lells Einwechslung kamen wir zu der Erkenntnis, dass der Bayern-Verteidiger in jungen Jahren schon so spielt wie Jens Jeremies in seinem Karriereherbst. Als wir uns auszumalen versuchten, wo das noch hinführen soll, begann sich plötzlich alles zu drehen. Da kann einem schlecht werden!

8.
Als es schon 3:0 für Zenit stand und die Chancen der Bayern auf ein Weiterkommen gen Null gesunken waren, blieb trotzdem noch vorstellbar, dass Oliver Kahn allein nach Manchester reist, um sich dort beiden Finalisten gleichzeitig zu stellen. Erstaunlich leicht ließ sich auch ausmalen, wie Ordner ihn schließlich aus sicherer Entfernung mit einem Betäubungspfeil außer Gefecht setzen, damit das eigentliche Endspiel pünktlich beginnen kann.

9.
Nach dem 0:4 schwand auch diese Vision. Nur Zenit-Coach Dick Advocaat stand immer noch an der Linie und scheuchte seine Spieler so unerbittlich wie einst Jutta Müller die bemitleidenswerte Katarina Witt.

10.
Es war nicht die einzige Reminiszenz an die Sportgrößen der 80er Jahre: Zenit-Kapitän Anatoliy Tymoschuk ähnelt aus der Ferne der ehemaligen Weltklasse-Tennisspielerin Martina Navratilova.



11.

Gegen Ende des Spiels wurde die Atmosphäre dies- und jenseits der Mattscheibe surreal gespenstisch. Auch Thurn und Taxis entschwebte in andere Sphären. Als er plötzlich ermattet sagte: »Was ist denn das?«, war schon nicht mehr klar, ob er sich auf den vorangegangenen Fehlpass bezog oder auf ein Haar, das er in seinem Lachs-Croissant gefunden hatte.