Stadionumbau am Millerntor

And the winner is...

Nostalgiker kämpfen mit den Tränen, Modernisten frohlocken: Das ächzende Gebälk des alten Millerntorstadions auf St. Pauli muss weichen, der Bau wird von Grund auf modernisiert. Vier Entwürfe standen zur Wahl. FC St. Pauli Nach viel Hin- und Her scheint nun wirklich der Stadionumbau des FC St. Pauli am Millerntor seinen Gang zu gehen. Das Hamburger Abendblatt veröffentlicht Skizzen der Vorschläge die bei der Hamburger Oberbaudirektion eingereicht wurden: die Variante “Backstein”, Variante “Glas”, Variante “Kiez” und Variante “Kicker”.

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Nun ist der hiesige Oberbaudirektor gerade wegen zwei anderer städtebaulicher Projekte unter Beschuss, aber Gratulation von meiner Seite aus, dass man die Variante “Kicker” abgesägt hat. Die wäre nämlich genau das gewesen, was der Name sagt: ein überdimensionaler großer Kicker-Tisch inkl. herausragender Stangen. Das wäre eine Woche lang ein guter Gag gewesen, aber dann hätte man sich schon Papiertüten übern Kopp ziehen müssen. (Ich bin fassungslos. Ist das wirklich kein Aprilscherz?) Die Variante “Kiez” hätte Reeperbahn und Herbertstraße aufgegriffen und viel mit Neonröhren, Leuchtwerbung und roten Elementen gearbeitet. Die “Backstein”-Variante hat mir gut gefallen: es wäre ein Stadion nach englischer Tradition gewesen, inklusive kleiner Backsteintürmchen. And the winner ist: die Variante “Glas”, was bei diesem Oberbaudirektor auch nicht verwundert (und einer der Gründe ist, warum seine Planungen für die Hafen-City und den Domplatz derzeit zerissen werden: die Hamburger haben sich an dieser seit 10 Jahren hochgezogenen Bauweise in der Neustadt und am Hafen sattgesehen). Große Glasflächen und eine irgendwie braune Fassade. Der genaue Braunton scheint noch Verhandlungssache zwischen dem Klub und der Oberbaudirektion zu sein. Auf der Website des FC St.Paulis kann man sich auch eine Bildergalerie und ein PDF mit einigen Details zur Variante “Glas” herunterladen. Ansonsten bleibt es dabei: die Logen und Business Seats werden kiezgerecht “Séparées” genannt.