Bundesliga

Heldt zu Hitzlsperger-Outing: "Es ist ein großes Wagnis"

Horst Heldt, Sportvorstand von Fußball-Bundesligist Schalke 04, hat höchsten Respekt vor dem Outing von Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger. SID-IMAGES/SID-IMAGES/PIXATHLON/

Doha - Horst Heldt, Sportvorstand von Fußball-Bundesligist Schalke 04, hat höchsten Respekt vor dem Outing von Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger. "Es ist ein großes Wagnis und bedarf großen Mutes. Dazu kann man ihn nur beglückwünschen, klasse", sagte der 44-Jährige am Rande des Trainingslagers der Königsblauen in Doha/Katar im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). Heldt hatte als Manager des VfB Stuttgart im Jahr 2007 gemeinsam mit Hitzlsperger die deutsche Meisterschaft gefeiert.

Der Manager sprach sich für einen vollkommen normalisierten Umgang mit der Homosexualität aus und bedauerte, dass das Bekenntnis eine so große öffentliche Wirkung hervorrief. "In der Welt, in der wir leben, ist es eigentlich selbstverständlich. Ich finde es schade, dass wir uns überhaupt damit auseinandersetzen müssen", sagte Heldt. Im Profifußball sei das Thema in den letzten Jahren längst enttabuisiert worden. "Die Spieler haben überhaupt gar kein Problem damit, ich glaube eher, dass es ein gesellschaftliches Problem und nicht überall akzeptiert ist".

Auch ein mögliches Bekenntnis eines aktiven Fußballers sollte daher aus seiner Sicht eine völlige Selbstverständlichkeit sein und keine breite mediale Begleitung nach sich ziehen. "Wir müssen zur Normalität kommen und das würde beinhalten, dass das nichts Erwähnenswertes mehr ist. Es ist vollkommen wurst, welche Hautfarbe ein Mensch hat, zu welchen Neigungen er tendiert, ob er einen Mann liebt oder eine Frau, ob er grün, gelb oder blond ist, aus welcher Nation er kommt. All das ist doch nebensächlich. Für uns als Fußballer zählt die Leistung auf dem Platz".

Heldt glaubt darüber hinaus auch, dass Anfeindungen in den Stadien mit der Zeit nahezu verschwinden und nur noch vereinzelt auftauchen werden. "Die kann man nicht ausschließen wie auch rassistische Äußerungen. Auch da glaube ich, ist die Fußballszene in Deutschland in den vergangenen Jahren einen großen Schritt vorangekommen. Ich glaube, es würde sich von selbst regulieren".

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