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Ehemaliger Marseille-Präsident Tapie muss 404 Millionen zurückzahlen

Der frühere Präsident von Olympique Marseille, Bernard Tapie, ist am Donnerstag zu einer Rückzahlung von 404 Millionen Euro verurteilt worden. AFP/SID/FRED DUFOUR

Paris - Der frühere Aktionär und Präsident des französischen Fußball-Klubs Olympique Marseille, Bernard Tapie, ist am Donnerstag vom Berufungsgericht in Paris zu einer Rückzahlung von 404 Millionen Euro verurteilt worden. 2008 war ihm die Summe einschließlich Zinsen als Schadensersatz in einem Rechtsstreit mit der Bank Crédit Lyonnais wegen des Verkaufs des deutschen Sportartikelherstellers adidas zugesprochen worden.

Im Juni 2016 hob ein französisches Gericht die Entscheidung des Schiedsgerichts auf, weil "betrügerische" Beziehungen zwischen Tapie und einem der Schiedsmänner  ans Licht gekommen waren. Der Skandal löste sogar Ermittlungen gegen die damalige Wirtschaftsministerin Christine Lagarde und heutige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus.

1990 hatte Tapie die Aktienmehrheit an adidas erworben und 1994 Crédit Lyonnais mit dem Verkauf seiner Anteile beauftragt. Die halbstaatliche Bank erwarb die Anteile für 2,085 Milliarden selbst und verkaufte sie wenige Monate später für fast das Doppelte an Robert-Louis Dreyfus. 

Tapie war verantwortlich zudem für einen der größten Skandale der europäischen Fußballgeschichte. 1993 zahlte er Schmiergelder an Olympiques Ligarivalen Valenciennes, um vier Tage vor dem Europapokal-Finale der Landesmeister gegen den AC Mailand seine Stars in der Ligapartie schonen zu können und trotzdem keinen Boden im Kampf um die fünfte Meisterschaft in Folge zu verlieren.

Nach dem 1:0-Sieg gegen Milan, dem größten Triumph der Vereinsgeschichte, flog der Deal auf. Marseille wurde die Meisterschaft aberkannt und in die zweite Liga verbannt. Tapie musste für acht Monate ins Gefängnis.

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