FIFA

Medien: Ermittlungsverfahren gegen FIFA-Vizepräsidenten

Die Ermittlungen der FIFA-Ethikkommission bringen anscheinend ein hochrangiges Mitglied im Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes in Bedrängnis. SID-IMAGES/SID-IMAGES/AFP/

Zürich - Die Ermittlungen der FIFA-Ethikkommission bringen anscheinend hochrangige Mitglieder im Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes in Bedrängnis. Die Untersuchungskammer um Chefermittler Michael Garcia (USA) hat verschiedenen Medienberichten zufolge unter anderem den Spanier Ángel María Villar Llona ins Visier genommen. Der 64-Jährige ist FIFA-Vizepräsident und Präsident des spanischen Fußball-Verbandes RFEF.

Der Ex-Profi hatte sich offenbar geweigert, im Rahmen der weltweit scharf kritisierten Untersuchung der doppelten WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022 mit Garcia umfassend zu kooperieren. Das berichten die Welt und der britische Telegraph. Franz Beckenbauer, am 2. Dezember 2010 ebenfalls stimmberechtigt, war wegen ähnlicher Vorwürfe kurz vor der WM in Brasilien provisorisch gesperrt worden. Dem "Kaiser" drohen angeblich ebenfalls noch weitere Ermittlungen.

Auch "Chefmediziner" Michel D'Hooghe (Belgien) und Worawi Makudi (Thailand) werden sich demnach erklären müssen. Der 68-jährige D'Hooghe ist seit 26 Jahren Mitglied des Exekutivkomitees, sein Sohn bekam nach der WM-Vergabe einen Job als Arzt in Katar. Der Telegraph berichtet von einem teuren Gemälde aus Russland, das dem Belgier geschenkt wurde. Makudi muss anscheinend seine Beteiligung an einem Gas-Deal zwischen Thailand und Katar erklären.

Offenbar nicht ins Visier der Ethik-Chefs genommen wird dagegen Michel Platini, Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA). Der Franzose hatte öffentlich erklärt, für Katar gestimmt zu haben. Platini wurde immer wieder vorgeworfen, vermeintlich zu enge Kontakte in das Emirat zu pflegen. 

Garcia und der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert (München), Vorsitzender der rechtssprechenden Kammer, hatten in der vergangenen Woche nach ihrem "Friedensgipfel" mitgeteilt, dass die Untersuchungskammer "aufgrund der genannten Untersuchung bereits eine Reihe formeller Verfahren gegen Einzelpersonen eröffnet" habe. Der komplette Bericht Garcias wird derzeit erneut geprüft und anschließend - wahrscheinlich an verschiedenen Stellen geschwärzt - dem Exekutivkomitee vorgelegt.

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