Union Berlin

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Hertha BSC

Union gegen Hertha im Liveticker

HolterdiePolter!

Das war sie also, die Bundesliga-Premiere des Berliner Derbys. Hitzig war‘s. Spannend war’s. Strittig VAR’s. Und am Ende siegt Oldschool-Union dank moderner Technik. Fährt mit dem E-Scooter von der Alten Försterei nach Hause: der Liveticker.

18.15 Uhr

Das ist Fuball, das ist Emotion. Das Topspiel der Woche ist diesmal tatsächlich ein Topspiel. Heute heißt es nicht: This is Wembley, heute heißt es: Dit is Berlin! Derby: Union gegen Hertha, Ost- gegen Westberlin. Bedient sich heute an mehr Berliner Klischees, als der Twitteraccount der BVG: Der 11FREUNDE-Liveticker.

18.20 Uhr

"Mit großer Leidenschaft, unersättlicher Gier und eiskalter Effizienz bremste Union die Überflieger aus dem Breisgau aus", so analysiert gerade der Kicker-Ticker das letzte Spiel von Union Berlin. Klingt so, als könnten die Unionspieler auch Blackrock-Kollegen von Friedrich Merz sein.

18.23 Uhr

Buschi und Loddar begrüßen uns, wie ein deutsches Mitt-Vierziger Ehepaar den Schottland-Urlaub auf Facebook präsentiert: Grinsend und im schicken Beigen-Funktionsjacken-Partnerlook.

18.26 Uhr

Der Ticker macht kurz Pause, weil bei der Hymne und der Choreo gerade selbst unsere Fingerspitzen Gänsehaut bekommen.

1.

Anstoß. Oder wie sowohl BVG als auch Finch Asozial sagen würden: Abfahrt!

2.

Buschi und Loddar kriegen sich gar nicht ein ob der bunten Bilder, die die Fans beider Seiten hier bislang liefern. Loddar filmt laut Buschi alles per Handy. Und das mit dem Facebook-Ehepärchen wird immer realisitischer.

3.

Und während der Hertha-Block munter zündelt, brennt's vor dem eigenen Tor lichterloh! Brandfackel von rechts, Lenz hält den Schädel rein. Pfosten rettet.

6.

Union hier in den ersten Minuten wie eine finnische Sauna: macht mächtig Dampf.

8.

Der untere Teil des Gästeblocks hat in seinen weißen Jacken übrigens ein bisschen etwas von den Kölner Maleranzügen damals in Gladbach. Platzsturm incoming.

11.

Union Berlin wird ja immer auch für seine Song-Auswahl im Stadion gelobt. Und das Spiel leitet heute Deniz Aytekin, der ja bekanntermaßen ebenfallls Hobby-DJ ist. Also: hier ist Musik drin.

13.

Auch Kunstlehrer dürften ihre Freude an diesem Spiel haben. Diese Kombination aus satten Grün, leuchtendem Rot und strahlendem Blau-Weiß hat schon was.

16.

Subotic jetzt mal in der gegnerischen Hälft, findet aber nicht die passende Haltestelle.

19.

Union im Spielaufbau bislang gradliniger, als die Frisur von Thorsten Kinhöfer.

21.

Buschi erzählt Loddar prustend , dass Marco Rehmer 2011 als Co-Kommentator diese Partie mit ihm kommentiert hatte. Matthäus reagiert auf diese Anekdote mit der einzig richtigen Antwort: fassungsloses Schweigen.

25.

Wie die weißen Konfetti aus dem Hertha-Block auf den Rasen der Alten Försterei rieseln, bekomm' ich schon wieder Bock auf's Weihnachtssingen.

29.

Union extrem bissig. Drückt mehr, als das Stammpublikum am Kotti.

32.

»Jetzt mal das Spiel schnell machen! Rechts, Rechts!«, fordert Loddar. Rune Jarstein im Hertha-Tor hört ihn aber nicht. Vielleicht besser so.

34.

Hertha kontert, Subotic grätscht, und Buschi geht komplett aus dem Sattel: »Das wollen die Eisern-Fans hier sehen!« Wenn wir doch alle nur so einfach gestrickt wären...

36.

Union attackiert früh und Hertha mit dem Ball so wie junge Menschen, die gerade das Abi in der Tasche haben: erstmal möglichst weit weg.

39.

Hui! Das kämpfende Proletariat kann auch schick: feiner Pass in die Gasse, von außen kommt der Ball in den Rücken der Hertha-Abwehr, wo Union, von Buschi ja gerade noch zu kämfenden Waldmenschen erklärt, per Hacke (!) abschließt. Aber: Nützt auch nüscht.

41.

Jetzt Hertha mal mit einem Standard. Aber das war dann eher so Marzahn-Hellersdorf. Keine schöne Ecke.

45.

Und dann ist Halbzeit. Was sollen wir sagen? Stimmung? Prächtig. Spiel? Intensiv. Buschi? On fire. Im Grunde also alles wie erwartet.

19.21 Uhr

Jetzt analysiert Lothar Matthäus die erste Halbzeit bei Sebastian Hellmann. Aber sollte er die »Basswege« nicht viel eher mit EDM-DJ Deniz Aytekin diskutieren?

19.27 Uhr

Aber klar: das wichtigste Thema in dieser Halbzeit eines wunderbaren Spiels, das zum allerersten Mal in der Bundesliga ausgetragen wird, ist natürlich die 1:5-Niederlage von Bayern München in Frankfurt. Alter, Sky: Wenn mich das in diesem Augenblick interessieren würde, würde ich DSF anmachen.

46.

Weiter geht's. Und ich frage mich, ob ich Check24 verklagen kann, weil sie mir bis ans Ende aller Tage »Superfreak« von Rick James kaputt gemacht haben.

47.

Aber ich hoffe inständig, dass es das Universum mit mir gut meint und Spotify als Ausgleich diese Stadionatmo am Montag in meinen Mix der Woche ballert.

48.

Spielunterbrechung - die Pyros verwandeln die Alte Försterei in das Set für die Schlacht von Winterfell. Hoffen wir, dass wir deutlich weniger Blut zu sehen bekommen. (Und Inzest...)

53.

Die Spieler kommen wieder auf dem Platz. Buschi mit einer Eloge an Aytekins Krisenmanagement. Das letzte Mal, dass das Verhalten in einer Krise so gelobt wurde, wurde Gerhard Schröder zum Kanzler gewählt.

55.

Jetzt wieder zum Sport. Naja, mehr oder weniger: Ingvartsen - ein Name, wie eine allergische Reaktion auf Ginger Beer.

57.

Die ungläubigen Kommentare von Buschmann über Aytekin, als wäre der Schiedsrichter ein amerikanischer Tourist im KaDeWe: »Der kommt ohne Karten aus?!«

61.

Andersson mit dem Versuch eines tödlichen Passes. Doch das Resultat ist erbärmlicher, als mein Projekt, im Sommer eine Tomate auf meinem Balkon anzubauen. 

63.

Freistoß Hertha. Drüber. Und alle Herthaner so:

»Wie kann man jemand so krass vermissen
Wie ich dich in diesem scheiß Augenblick?«

65.

Das Niveau des Spiels jetzt in etwa so wie das unserer Gags: verflacht zusehends.

68.

Weil Hertha sich in der zweiten Halbzeit offenbar dazu entschieden hat, ebenfalls mitzuspielen, ist das alles hier jetzt etwas ausgeglichener. Also das was Uli Hoeneß jetzt auch gerne wäre.

70.

Derweil vor dem Union-Block: eine ganze Wäscheleine voll mit Herthaner Fanklamotten. Deshalb haben sie also vor dem Gästeblock diese blau-weißen Jacken verteilt.

72.

Abschluss Union und Jarstein wie der Anheizer beim Fernsehen: lässt klatschen.

75.

So viele Ballverluste wie sich beide Mannschaften hier mittlerweile leisten, lohnt heute Abend vielleicht noch ein Gang ins Fundbüro.

78.

Union prügelt den Ball einfach mal nach links vorne - oder wie es in Berlin heißt: Ab zur Mettfahne.

80.

Kalou kommt für Ibisevic. Heute sind so viele alte Bundesliga Haudegen auf dem Platz unterwegs, irgendwo grätscht sich David Jarolim hoffnungsvoll warm.

82.

Wieder mal eine Chance. Doch Polter nimmt Mees aus einer Abseitsposition den Ball vom Kopf. So ungeschickt und voreilig verhalten sich sonst nur 17-Jährige im Q-Dorf.

84.

Elfmeter! Bzw., wie es in Zeiten des VAR richtig heißt: Elfmeter?

86.

Während wir warten: Video-Assistent Benjamin Brand ist gebürtiger Unterspiesheimer, was übrigens nicht Berliner Dialekt für zugezogene Schwaben ist.

87.

Elfmeter!

88.

Polter machts! Bolzt den Ball mit mehr Kraft in den Kasten, als Hertha im Tor hat.

90.

Buschmann empfiehlt nun dem Hertha-Trainer dieselbe Strategie, die er zuvor bei den Pyro-Ultras heftigst kritisiert hatte: »Jetzt muss Ante Covic alles nach vorne werfen!«

90. +2

Sky-Kommentatoren, die sich über den modernen Fußball beschweren, sind wie wenn Uli Hoeneß gegen zwielichtige Finanzgeschäfte schießen würde.

90. +5

Es brennt wieder lichterloh. Sowohl im Block, als auch im Union-Strafraum: Der Torwart ist geschlagen, Lukebakio duselt den Ball über Gikiewicz! Doch Friedrich raketet den Ball in den Berliner Nachthimmel, wie es übermütigen Jugendlichen in Berlin an Silvester wohl zukünftig verboten sein wird.

90. + 8

Aus, das Spiel ist aus! Und natürlich ist Ritter Keule der Erste, der bei Polter ist und gratuliert.

20.32

Und während aus dem Hertha-Block weiter Raketen fliegen, wollen ein paar Unioner rüber machen auf die andere Seite. Aber die Union-Spieler halten die Vermummten im Zaum. Auch in dieser Hinsicht also: Glückwunsch zum Derbysieg!

20.34 Uhr

So. Dit soll's dann aber auch jewesen sein. Wir gehen jetzt noch ein bisschen rumhipstern. Bis dann!