Schalke 04

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Hertha BSC

Schalke-Hertha im Liveticker

15. der Herzen

Keine Ahnung, wie Schalke 04 dieses Spiel gewinnen wollte. Wie sie es verloren haben, weiß hingegen: der Liveticker.

17.45 Uhr

Schönen guten Abend. Beginnen wir mit einer wichtigen Durchsage an alle, die denken, der Weisheit liebstes Kind zu sein: Wer immer gerade in einer Tippspiel-Runde seiner Wahl in Führung liegt, dem sei gesagt - nie im Leben werdet ihr auch am Ende der Saison noch oben stehen! Niemals! Wer die bisher gespielten 17 Spiele dieser Bundesliga-Saison mehrheitlich richtig vorhergesagt hat, ist vor allem eines: ein Glücksritter. Womit wir bei diesem Spiel sind. Halten wir das kurz: Sebastian Rudy spielt und über die historische Bedeutung dieser Paarung lest ihr hier >>> Alles andere klären wir wie alles im Leben, nach der guten alten Liebling-Kreuzberg-Methode: von Fall zu Fall.

17.47 Uhr

Kommen wir zu den Aufstellungen. Hier die von Schalke 04: Fährmann - D. Caligiuri , S. Sané , Naldo , Baba - Rudy , McKennie - Embolo , Bentaleb , Konoplyanka - Uth

17.48 Uhr

Für Schalker Verhältnisse muss man sagen: Fast schon Uth zur Offensive! Erste Sané. Entschuldigung.

17.49 Uhr

Und hier die Aufstellung von Hertha BSC: Jarstein - Stark , Rekik , Torunarigha - Lazaro , Maier , Grujic , Mittelstädt - Duda , Kalou - Ibisevic

17.50 Uhr

Richten wir uns also auf ein 0:0 ein. Nach Torchanchen.

17.52 Uhr

»Es gibt immer gewisse 1:1-Situationen auf gewissen Positionen. Wir hätten aber auch würfeln können«, so Domenico Tedesco jetzt am Sky-Mikrofon. Ich sag mal so: Wenn der Mann seine Spieler über das gesprochene Wort erreicht - Chapeau an die Spieler. Und dann legt er nach: »Da wird es ein paar Stellschrauben geben, die uns flexibel machen.« Und ich Trottel kaufe Schrauben, um Dinge zu befestigen.

17.55 Uhr

Woran hat der Designer des Erwin-Kostüms von Schalke 04 sich mit seinem Entwurf eigentlich gerächt? Meine Vermutung: am guten Geschmack. Und dem gesunden Menschenverstand.

17.58 Uhr

Herthas Torhüter Rune Jarstein erklärt dem ihm zugewiesenen Einlaufkind, dass der Bergbau-Stollen des Schalker Spielertunnels nur Optik ist, so scheint es. Das Kind hingegen scheint ganz verstört, als wolle es sagen: »Ich wollte eigentlich Kalou!« Aber Jarstein bleibt hart: »Der hat keine Ahnung vom Bergbau! Du hörst mir jetzt zu! Das wird in der Halbzeit abgefragt!« »Aber in der Halbzeit bin ich doch schon wieder bei Onkel Klaus im Familienblock!« »Vergiss Onkel Klaus!« Die Bundesliga ist ein hartes Geschäft.

1.

Anstoss für Hertha. Oder wie Philipp Lahm in einem seiner Knäckebrot-Tweets sagt: »Ein moderner Entscheidungsträger muss zwangsläufig teamorientiert denken.«

2.

45 Sekunden gespielt. Beide Mannschaften mit je einem langen Ball ins Seitenaus bisher. Ein Duell auf Augenhöhe. Ohne Augen.

4.

Perfider Plan von Domenico Tedesco: seine Mannschaft überlässt der Hertha den Ballbesitz. Die Berliner Spieler schauen ratlos zu ihrem Trainer an die Seitenlinie: »Coach, was jetzt? Das haben wir nie trainiert?!«

5.

Frage: Hat schon einmal jemand Karim Rekik und Karim »Knutscher« Maataoui von der Boyband »Touché« zusammen in einem Raum gesehen? Nein? Aha!

6.

Apropos Rekik. Herthas Abwehrchef muss verletzt raus. Fasst sich nach einem mißglückten Kopfballversuch an die Adduktoren. Und meine erste Diagnose wäre Spliss gewesen. Wundersamer Fußball. Für ihn jetzt aber also Dilrosun im Spiel. Klingt wie das wegen Mords nach Grausamkeit nie vollendete Zutatenblatt eines schrecklichen Longdrinks: »Dill, Rosen und..«.

9.

Bei Schalke geht in der Anfangsphase viel über Caliguiri. Was also bedeutet: Geht nicht viel.

12.

Dicke Chance für Naldo. Der stand nach Ecke für Schalke eh noch vorn herum, kommt ob seines Alters nicht schnell genug in die Rückwärtsbewegung und dann unvermittelt an den...Moment Mal: der Videoschiedsrichter greift ein. Handspiel Hertha. Elfmeter Schalke.

13.

Klares Handspiel, muss man sagen. Caliguiri allerdings scheint kein Freund des Videoschiedsrichters zu sein, setzt den Ball tatsächlich einfach NEBEN das Tor. Als würde ein Sprinter beim 100-Meter-Lauf die Ziellinie nicht finde.

15.

Und im Gegenzug der Treffer für die Hertha. Schneller Angriff über die linke Seite, vor der Viererkette der Schalker klafft ein Rudymentäres Loch groß wie Bayern, so dass der zentral postierte Duda nach Hereingabe von Dilrosun ziemlich leichtes Spiel hat. Dann trifft er auch noch das Beinchen von Sané, der den Ball unhaltbar mitten ins Tor abfälscht. Wenn jetzt schon Duda trifft, ist der Hertha dieses Jahr alles zuzutrauen. Sogar eine gelungene Werbekampagne.

18.

Und irgendwo juckt es Huub Stevens stolz im Repititorium: Schalke hält die 0.

21.

Sebastian Rudy mit der bisher besten Vorstellung im Trikot von Schalke.

24.

Wobei man sagen muss, dass er ziemlich unauffällig bis, Verzeihung, unglücklich agiert. Als würden seine Nebenleute nun nicht mehr Thiago, Robben und Lewandowski heißen, sondern Caliguiri, McKennie und Bentaleb.

27.

Schalke will es jetzt unbedingt wissen, findet aber nur Konoplyanka. Der versucht es aus der Distanz. Immerhin fast so gefährlich wie der Elfmeter von Caliguiri.

30.

Ihr wollt ein bisschen Pep in euren Sonntag bringen aber auf keinen Fall etwas trinken? Dann empfehlen wir das Trinkspiel »Schalkhertha«. Die Spielregeln sind ganz einfach: Immer wenn eine der beiden Mannschaften mehr als zwei gelungen Aktionen aneinander reiht, gebt ihr euch einen Kurzen mit ordentlich Umdrehung. Oder die Kugel.

33.

Ich weiß ja auch nicht warum, aber bei diesem Spiel muss ich an eine Gundermann-Zeile denken: »Hier bin ich geboren, wo die Kühe so mager sind wie das Glück.« Glück auf.

35.

Hui! Sané und Baba versuchen gleichzeitig einen Ball zu klären, laufen sich dabei aber einfach nur über den Haufen. Kalou ist kein Freund von Slapstick oder will später lachen, zieht jedenfalls erstmal mit der Kugel los und verfehlt das Tor am langen Pfosten nur um 0,5 Caliguiri.

38.

Neue Schalker Taktik: Einfach mal loslaufen. Konoplyanka und McKennie versuchen es beide, kommen auch jeweils in den Strafraum, aber da steht sie dann, die Berliner Mauer und lässt nix durch. Und in der Nordkurve skandieren die ersten Königsblauen: Die Mauer muss weg. Wächst so zusammen, was zusammengehört? Verbindet der Fußball eben doch?

41.

Spielunterbrechung, weil Breel Embolo nach sauberer Mittelstädt-Grätsche behandelt werden muss. Sebastian Rudy rennt zur Seitenlinie, rennt zu Domenico Tedesco, der ihn zu sich gerufen hat: »Sebastian! Super Spiel von Dir! Wir hätten auch würfeln können! Aber Du bist meine Stellschraube! Also sei flexibel! Und ach ja: Du spielst für die in blau!« Rudy nickt verständnisvoll: »Wer sind Sie? «

44.

Nächster Bock von Sané, wackelt unsicher vor sich hin, ehe er den Ball unbedrängt ins Aus spielt. Ist diese Woche völlig zurecht aus der Startelf Hannovers gerutscht. Meine Meinung.

18.50 Uhr

Gute Nachrichten für alle neutralen Fußball-Fans: Halbzeit.

18.55 Uhr

Sky kündigt jetzt eine »Halbzeit-Analyse« an. Zeigt dann Didi Hamann. Genau mein Humor.

18.59 Uhr

Im Übrigen: #WirSindMehr

46.

Anstoss zur 2. Halbzeit durch Schalke. Der Videoschiedsrichter hat keine Einwände. Skandal.

47.

Eines habe ich in den ersten 45 Minuten gelernt: Bentaleb ist algerisch für Alibi.

50.

Der Unterschied zwischen dem Schalker Spiel und diesem einen Typen, der all das Ersparte seiner Eltern nahm, ins Casino einritt und die gesamte Kohle sofort auf eine einzige Zahl gesetzt hatte beim Roulette? Dieser eine Typ hatte zwar auch nix gewonnen, aber immerhin eine Idee.

52.

Suat Serdar kommt für Sebastian Rudy. Der zeigt an: »Sorry, Leute. War nett hier. Wo immer ich hier bin. Aber ich muss morgen früh wieder zum Training in München sein.«

53.

Ganz ehrlich! Wenn ich sehe, was die Schalker da spielen. Ich mein, hömma, dat ist doch ne strukturschwache Region da. Die haben es doch wirklich nicht leicht. Und dann sowas, hömma. Als würde man einem Kind sagen: »Tut mir leid, Justin-Jay, aber Urlaub können wir uns dieses Jahr nicht leisten. Aber Du kannst den Müll runterbringen, wenn Du magst.«

56.

Bentaleb zeigt, was er kann, steckt den Ball schön in die Sackgasse. Abstoss Hertha. Tolle Szene. Aus Sicht eines Dortmund-Fans.

57.

Liebe Erziehungsberechtigte, schicken sie ihre Kinder bitte aus dem Zimmer: Guido Burgstaller kommt für Breel Embolo in die Partie. Ab jetzt wird es nicht nur hässlich, sondern auch gemein.

60.

Ich weiß nicht, ob Max Meyer ein »Weltklasse-Spieler ist, der in jeder europäischen Spitzenmannschaft Stammspieler sein wird«. Aber Schalke würde er mächtig gut tun gerade. Keine Pointe.

63.

Fußballerisch ist dieses Spiel komplett zum Erliegen gekommen. Tote Minuten verrinnen in die Augen und Synapsen eines jeden, der ihm ansichtig wird. Bezeichnend, dass es nach intensiver Recherche nicht mal einen Philipp Lahm-Tweet gibt, der hier noch Trost spenden würde. Am ehesten noch: »Erholsame und frohe Osterfeiertage wünsche ich euch allen!« Bezeichnend.

66.

Gute Konterchance für die Hertha. Duda legt raus auf Kalou, der hat die freie Auswahl zwischen Schuss und Flanke und entscheidet sich stilsicher für eine Schlanke. Pal Dardai erkennt die Zeichen der Zeit, das ist ihm alles zu offensiv - Lustenberger kommt für Ibisevic. Wäre ja noch schöner, wenn sich hier Spuren von Spielkultur etablieren würden.

68.

Burgstaller im Duell gegen den frisch ins Spiel gekommenen Lustenberger. Es ist nicht das erste Vollkörperkontaktrutschgrätschkratzenspuckenbeißen-Duell, das Burgstaller hier bestreitet. Wäre ich Bundesliga-Profi, ich würde mir eine Gefahrenzulage in den Vertrag schreiben lassen, für den Fall, dass es gegen diese österreichische Naturgewalt geht, gegen diese Axt von Mensch, gegen diesen Burgstaller. Oder Box-Training nehmen.

71.

Bentaleb mit dem nächsten Beweis dafür, dass sein Name auf einfach nur Fehlpass statt Alibi heißen kann.

74.

Clemens Tönnies wird eingeblendet. Und vielleicht täuscht der eiserne Gesichtsausdruck, aber würde mich nicht wundern, wenn die Mannschaft morgen geschlossen nach Rheda-Wiedenbrück eingeladen und auf den Rundgang »Schlachtung A-Z« geschickt wird.

77.

Apropos. Wer ist die ärmste Sau? Immer der Schalker mit dem Ball.

80.

Noch einige wenige Meter mehr Abstand zwischen den einzelnen Spielern, und Schalke verlagert Teile seines Spielaufbaus nach Dortmund.

83.

Harit lässt Mittelstädt im Dribbling zu Boden gehen. Doch seine Mitspieler konnten nun auch wirklich nicht damit rechnen, dass einer der ihren mal etwas Gescheites mit dem Ball anstellt. Und also ist Burgstaller in der Mitte dann ganz überrascht, dass er angespielt wird. Grätscht dann einfach in die Luft. Gelernt ist gelernt.

86.

Konterchance Hertha, Kalou klärt souverän.

89.

Schalke jetzt mit langen, hohen Bällen auf Naldo. Super Idee. Wie kommt er nur immer auf die Dinger, dieser Tedesco, dieser Teufelskerl?!

90.

Vier Minuten Nachspielzeit. 04 Minuten. Ganz genau. Ist das fair?

90. +3

Und da ist die Riesenchance für Schalke. Kuddelmuddel nach langer Angel, Uth bekommt die Gräten dran, doch Jarstein fischt den Ball aus dem Winkel.

90. +4

Der eingewechselte Herthaner Dennis Jastrzembski sprintet nach Schalke-Ecke los, allein auf Ralf Fährmann zu, ehe er noch gerade so vor dem Strafraum von Konoplyanka gelegt wird. Rote Karte. Der Ukrainer verlangt den Videobeweis. Zu Unrecht. So schön war das Foul nun auch nicht, als das man es nochmals zeigen müsste.

90. +5

Ha! Und der anschließende Freistoß bringt tatsächlich etwas ein. Duda verwandelt direkt. Hertha gewinnt. Ohne Fußball gespielt zu haben. Irre.

20 Uhr

Und dann ist es vorbei. Ein schreckliches Fußball-Spiel hat einen verdienten Sieger gefunden. Es ist die Mathematik der Versager - Schalke war einfach noch schwächer. Keine Ideen, wenig Abstimmung, kaum Miteinander. Klingt wie eine 11FREUNDE-Redaktionskonferenz und ist doch nur die Zustandsbeschreibung des deutschen Vizemeisters aus Gelsenkirchen. Ist bis zur nächsten Hertha-Niederlage schon immer Hertha-Fan gewesen: der Liveticker.