AS Rom

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FC Liverpool

AS Rom gegen Liverpool im Liveticker

2:4: Liverpool übersteht Klopperei in Rom!

Am Ende wurde es nochmal eng, aber: Kloppo zieht mit Liverpool ins Champions-League-Finale ein. Drückt gegen Real jetzt schon die Daumen: der Liveticker.

imago

20:00 Uhr

Spoiler: Ab 20:30 Uhr geht`s hier rund.

20:30 Uhr

Guten Abend allerseits. Zum vielleicht zweiten Wunder von Rom. Und weil ich schon den ganzen Tag über total heiß auf eine magische Nacht war, habe ich zur Einstimmung alle meine Kollegen entweder in putzige Kaninchen verwandelt. Oder zersägt (also so auf die verblüffende Art). Was dazu geführt hat, dass ich jetzt alleine vor der Glotze hocke und ob dem Verlust aller Mitstreiter in ein Seidentuch flenne. Welches aber glücklicherweise gigantisch lang ist und nie zu enden scheint! Man könnte also sagen: 1:0 für mich.

20:32 Uhr

Aber Spaß bei Seite. Ich habe natürlich niemanden in ein Kaninchen verwandelt. 

20:33 Uhr

Ein Sky-Experte, der nicht Kalle Riedle ist, sagt, Kolarov müsse Salah »dicht kriegen«. Weiß der Mann nicht, dass Salah gläubiger Muslim ist?

20:35 Uhr

Wenn Rom heute wieder mit 3:0 gewinnt und doch noch sensationell ins Finale einzieht, fliege ich übrigens direkt nach Abpfiff per Miet-Helikopter (rentaheli24.de) nach Rom und schubse den Präsidenten persönlich  ins Becken. Allerdings nur, wenn mich danach ein Bademeister öffentlich zur Sau macht. 

20:36 Uhr

Was gibt es sonst zu erzählen? Vielleicht das: Bei Liverpool fehlt Oxlade-Chamberlain leider verletzt. Oder wie Max Meyer sagen würde: Oxlade-Chamberlain fehlt gemobbt. 

20:38 Uhr

Mittlerweile seit vier Minuten Werbung. Darunter Spots für vierzehn verschiedene Wettanbieter. Wann ist dieses Fußball-Ding eigentlich auf die schiefe Bahn geraten?

20:40 Uhr

Hier die Aufstellung der Roma. Sortiert nach Spielern, denen wir abkaufen, dass sie noch zu 100 Prozent an das Wunder glauben: Manolas-Manolas-Manolas-Manolas-Manolas-Manolas-Manolas-Manolas-Manolas-Manols-De Rossi

20:41 Uhr

Und bei Liverpool? Lässt Klopp in diesem letzten Testspiel vorm Finale erstaunlich viele Stammspieler ran.

20:44 Uhr

Aber jetzt mal Quatsch beiseite. Roms Coach di Francesco lässt tatsächlich den »Pharao« spielen. Und falls Sie, liebe Leser, bisher nicht wussten, was Verzweiflung ist: Das ist Verzweiflung.

1.

Tat dem Spiel unglaublich gut: der Anstoß.

2.

Kompliment: Salah haben die Römer bisher gut im Griff.

3.

Meine Güte, ist das bei Ballbesitz von Liverpool laut im Olimpico. Aber immerhin wissen die Fans, die hier pfeifen, im Gegensatz zum Schiedsrichter gestern wenigstens was sie tun.

4.

Sitzt irgendwo in der römischen Kurve und pfeift am lautesten: Zeljko Buvac.

7.

Outfits, die zu einem kantigen Innenverteidiger-Schrank wie Manolas nicht passen: heruntergezogene Stutzen.

9.

So Freunde, 0:1 Liverpool, Sadio Mané. Natürlich eiskalt nach einem Konter. Weil Rom hier losstürmte wie nix gutes. Ich würde ja sagen, der Matchplan von Rom war der schlechteste Plan des heutigen Tages. Aber dann würde ich verschweigen, dass Olaf Scholz heute einen ersten Haushaltsentwurf vorgestellt hat.

11.

Die gute Nachricht: Rom braucht jetzt nur noch vier Tore.

12.

So plötzlich war die Luft zuletzt an diesem ulkigen Tag raus.

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15.

Was ist denn hier los? Großaufnahme Milner, der plötzlich mitgenommener aussieht als ein Transatlantik-Tramper. Weil Lovren ihn grade volle Möhre am Schädel erwischt hat, von wo der Ball schön dämlich ins eigene Tor sprang. 1:1. Rom lebt. Immer noch. 

18.

Extra bitter für Assist-King James Milner: Die Vorlage wurde jetzt auch offiziell Lovren gutgeschrieben...

22.

Liste aller Vornamen, die für einen Fußballtrainer noch geiler sind als der von Eusebio di Francesco:

- Pele
- Maradona
- Jürgen

25.

Es bleibt ein munteres Spiel. Nach einem Wahnsinns-Solo von Robertson gibt es Ecke für Liverpool. Und weil Kopf auf Kopf im echten Fußball nicht stinkt, sondern manchmal sogar ziemlich gut ist, köpft van Dijk auf Wijnaldum, der macht das 2:1 für Liverpool und am Ende freuen sich beide, dass sie irgendwo in ihren Namen ein »J« verstecken konnten. Glückwunsch.

27.

Wir halten fest: Es riecht immer stärker nach Verlängerung.

30.

Irgendwie schade, dass aus Virgil van Dijk kein erfolgreicher Loveparade-DJ geworden ist.

33.

Das letzte Mal, als Liverpool zwei Tore in einem Spiel erzielte und keines davon Mo Salah machte, war der wertvollste Mann im Kader Robbie Fowler.

34.

Irgendwie auch gut, dass sich Wunder nicht einfach wiederholen lassen. Sonst würden wir ja alle abstumpfen und irgendwann würde man Fußball nur noch konsumieren. Und am Ende würde man sich dann, ohne es zu hinterfragen, ein Wettkonto bei einem zweifelhaften Anbieter einrichten, nur weil Oliver Kahn das eigene Gehirn infiltriert hat und eine Rapperstimme einem parallel dazu mantra-artig befielt, auf diesen zu hören. Und das kann ja nun keiner wollen.

36.

Rom gibt nicht auf. Und hat den Ball in Person des Fake-Pharaos soeben an den Pfosten gejagt. Aber den hätte Karius eh gehabt. Weil er einer für Jogi ist. Meine Meinung.

38.

Wenn Salah nicht bald trifft, verlange ich mein Geld zurück.

41.

Mané ist ein toller Fußballer. Aber die Sache mit den Tricks sollte er lassen.

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43.

Gelb für Lovren nach einem harmlosen Schubser. Der schaut fassungsloser als eine defekte Glühbirne. Bitter.

44.

Den Freistop führt Pellegrini aus. Doch leider sehr schlecht. Und in irgendeinem Oberrang sitzt Michel Bastos und fühlt mit. 

Halbzeit

Und dann ist Pause. Liverpool bisher abgewichster als ein extrem energetischer Freier im Flatrate-Puff. Oder so ähnlich. Beziehungsweise: Irks. Ich wasch mir jetzt erstmal die Hände. Bis gleich.

46.

Der Ball rollt wieder. Was aber eigentlich auch egal ist, denn: Das Wichtigste für heute habe ich längst (in der Pause) gelernt: Echte Gewinner nutzen die Cash-Back/Cash-Out-Funktion.

48.

Und so bleibt uns nur noch eine interessante Frage: Wann nimmt Mo Salah endlich »Reimemonster Teil 3« mit Ferris MC auf?

50.

Angeblich schaut sich Liverpool Alisson Becker ganz genau an. Kann man ihnen nicht verübeln. Der Mann sieht aus wie ein Dressman.

51.

Worte, die ich von meinem Opa kenne: Dressman.

53.

Schuss Rom, Karius lässt zur Seite klatschen und dann steht er genau richtig: Edin Dzeko. Und haut den Ball kompromissloser ins Ziel als ein jähzorniger Kirmesboxer seine Faust in einen besoffenen Laien. 2:2. Nur noch drei!

55.

Wenn man als Berliner Fußballfan sieht, was für eine Stimmung in einem Laufbahn-Stadion wie dem Olimpico möglich ist, dann würde man gerne in der Zeit zurückreisen, um in Rom zur Welt zu kommen und um dann, wieder in der Jetzt-Zeit angekommen, in italienischen Bundesliga-Livetickern großkotzig über die Stimmung im Olympiastadion zu lächeln. Hach. 

58.

Was sich Edin Dzeko wohl nach so einem Tor denken mag? Ich würde auf das gleiche tippen wie sonst auch immer: »Nie wieder Magath!!!«

60.

Salah bis hierhin wie ein Bakterium in der Lebensmittelindustrie: wird abgekocht.

63.

Falls sich jemand wundert, warum von Daniele De Rossi keine großen Ansagen zu hören sind: Mit Schaum vorm Mund fällt das Reden schwer.

64.

Dafür, dass Rom ja eigentlich noch immer meilenweit davon entfernt ist, Liverpool ernsthaft zu gefährden, wirkt das hier teilweise doch recht wacklig von den Engländern. Andererseits wissen wir ja von den ganz großen Turnieren: Nervenstark sind sie auf der Insel.

67.

Langsam wäre es an der Zeit, dass Roberto Firmino sein Gebiss anknipst und seinen Kollegen den Weg zum 2:3 leuchtet. Meine Meinung.

69.

Wann versucht es Rom endlich mit der guten alten Real-Champions-League-Taktik? Und fordert das Glück heraus?

71.

Und da haben wir es doch noch, das Fußballwunder: Daniele De Rossi verlässt den Platz – ohne dazu vom Schiedsrichter per Verweis genötigt zu werden. Mit einem Wort: Wow!

72.

Jedes Mal, wenn Sadio Mané einen Gegner umkurvt, beißt Herrmann Maier in Österreich neidisch in ein Kissen.

75.

Mirko Antonucci kommt zu seinem Champions-League-Debüt. Wir tippen: Es ist der Antonucci aus Südtirol.

76.

Florenzi jetzt wie ich damals bei jeder Zivildienst-Bewerbung: viel zu spät dran! Ob er bald auch in der örtlichen JVA Leibchen waschen muss?

79.

Miese Wortspiele in einem Champions-League-Halbfinale, Teil 8: »Schick Schick, der ist schnell!«

80.

Ecke Rom, Abschluss Dzeko. Der es per Direktabnahme versucht. Aber wenn das bei meinen Diäten schon nicht klappt....

82.

Alisson Becker im Zweikampf mit Salah – an der eigenen Eckfahne. Und irgendwo schreckt Giovane Elber auf. Mit einem Lächeln im Gesicht...

84.

Dinge, die mehr Spannung versprechen als die letzten acht Minuten in diesem Spiel:

- E-Learning-Kurs »Aktenordner richtig sortieren«
- E-Learning-Kurs »E-Learning-Kurse über Aktenordner programmieren«

- Diavortrag »Sachsen-Anhalt, deine Bürgersteige« an der Volkshochschule Köthen
- Super-Slim-Fit-Wurstpelle-Trikots, getragen von englischen Fußballfans

85.

Und in dem Moment, als Ragner Klavan in diesem Champions-League-Halbfinale den Platz betrat, sollte auch dem letzten hier klar geworden sein: Die Fußballwunder sind für heute aufgebraucht. 

86.

Ich finde Radja Nainggoland ja nicht nur cool, weil er Kette raucht und deshalb immer ein Hotelzimmer mit Balkon bekommt, sondern auch, weil er hier grade furztrocken zum 3:2 getroffen hat. Und es deshalb vielleicht doch noch mal aufregend wird??? 

88.

Nicht im Bild: Roma-Präsident Palotta, der sich grade seinen Mankini übergezogen hat.

90.+3

Heute haben übrigens Fabian Lustenberger, Julian Brandt, Tim Borowski, David Beckham und Chris Kirkland Geburtstag. UND Dwayne »The Rock« Johnson. Würde Rom also am 02.08. versuchen, jetzt noch zwei Hütten zu machen, würde ich sagen: kann klappen. Schließlich ist am 02.08. anscheinend alles möglich.

90.+4

Und jetzt gibt es in der Nachspielzeit tatsächlich noch Elfmeter für Rom. Nainggolan noch furztrockener als eben zum 4:2. Müssen wir hier gleich wirklich noch in die Verlängerung?

22:41 Uhr

Und dann ist es vollbracht: Unser Kloppo zieht auch ohne Co-Trainer ins Endspiel ein, Liverpool und Rom treffen sich in der Endabrechnung 7:6. Vor allem, weil die Engländer im Tie-Break einen Ticken cooler waren. Aber: Hut ab vor di Francesco und seinen Spielern, die hier gekämpft haben wie Löwen und die in Zukunft auf der ATP-Tour mit Sicherheit noch den ein oder anderen Favoriten schocken werden. Geht jetzt zufrieden seinen Schläger zertrümmern: der Liveticker.