Peru

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Dänemark

Peru - Dänemark im Liveticker

Schmeichelhaft

Nicht nur wegen der Torwartleistung ein schmeichelhafter Sieg. Dänemark gewinnt, Peru gewinnt nur Sympathiepunkte. Ging mal wieder leer aus: der Ticker.

17:51 Uhr

Freunde, dieser WM-Tag ist wie eine Schlange vor einer Berliner Bäckerei, in der noch echtes Brot gebacken wird: es nimmt kein Ende. Deshalb: Dänemark gegen Peru. Warum auch nicht?

17:58 Uhr

Felix Zwayer und der gesamte VAR-Room sind mal wieder im Bild. Nehmen sich scheinbar selbst nicht zu ernst, warum sonst sollten sie sonst in kompletter Schiedsrichterkluft in diesem 20-Quadratmeter-Raum sitzen? Sehen auch, dass sie nun eingeblendet werden, aber regen sich nicht. Würden ja bei mir Sympathiepunkte bekommen, wenn sie sich in dem Moment umdrehen würden, um wild zu winken und Schilder hochzuhalten wie »Simon Kjaer, bekomme ich dein Trikot?«. So: Mehr Ernst als Fabian.

17:59 Uhr

Wenn ich das gerade richtig verstanden habe, ist die dänische Abwehr wie ein Mario-Barth-Auftritt: humorlos.

1.

Anstoß. Nur der drittbeste am heutigen Tag. Meine Meinung.

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Und während auf dem Platz noch nicht viel passiert, möchte ich ganz viel Liebe für das peruanische Trikot aussenden. Eine Nation, die verstanden hat, wie ein gutes Jersey aussieht: mit Schärpe. Möchte jetzt noch eine Pointe bringen, scheitere aber an »Schärper als die Realität« und »Rudolf Schärping«.

17.

Aber wir wollen uns nicht weiter lustig darüber machen, dass Dänemark ohne den Lord angereist ist. Schließlich verzichtet Peru freiwillig auf Claudio Pizarro. Muss ja jeder selber wissen, bzw.: Selbst Schuld!

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Bittere Nachricht für alle, die von Peruanern mit Panflöten in deutschen Innenstädten genervt sind: Die haben jetzt die Vuvuzelas für sich entdeckt.

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Das peruanische Wort für Vuvuzela? Farfan.

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Jefferson Farfan dann auch gleich mit der besten Chance für Peru. Läuft allein auf Kaspar Schmeichel zu, aber vergibt. »Er sagt, er sei nie in besserer Form gewesen«, sagt Wark. Mit Blick auf seine Schalker Zeit ist das auch nur zu hoffen.

37.

Aber ernsthaft: Die 12.000 mitgereisten Fans aus Peru machen richtig gute Stimmung. Singen, flöten, kreischen. Es ist herrlich! Und in mir wächst die Erkenntnis, dass die Fifa, wenn sie denn diese beschissene 48er-WM unbedingt einführen will, doch wenigstens Platz für eine WildCard einrechnen soll. Und dann treffen sich alle vier Jahre Peru, Island, Irland und Nordirland zum Qualifikationsturnier. Und die Nation mit den besten Fans gewinnt.

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Was sagt Dänemarks neuer Mann, wenn er beim Friseur seine Bestellung aufgibt? »Lasse Schöne.«

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Guerrero habe sich übrigens der Nicht-Berücksichtung in die Startelf ohne Widersprüche gefügt, sagt Wark. Gut, noch ein CAS-Verfahren hätte wohl auch lang gedauert.

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Elfmeter für Peru? Noch ist es nicht klar, Schiedsrichter Bakary Gassama muss sich die Szene noch einmal anschauen und dabei den komplizierten Zwayer-Faktor herausrechnen. Wird ihm das gelingen? JAAA, es gibt Elfmeter.

45.

Wow. Perus Christian Cueva läuft an, aber verzögert den Anlauf und gerät aus dem Rhythmus. Schießt drüber. Und irgendwo in Italien schüttelt Simone Zaza frustriert den Kopf.

45.+1

Gute Nachricht für Paolo Guerrero: Der Schiedsrichter pfeift zum Pausentee.

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Das »Wo ist Wally?« für die Ohren: Welcher Pfiff sorgte für den Anstoß?

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Fragen am Abend: Wenn Dänemark kein Gegentor kassieren würde, wäre es dann ein schmeichelhafter Punktgewinn?

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Cueva bedeutet zu Spanisch übrigens »Höhle«. Und ich fürchte, genau dort möchte sich der gleichnamige Peruaner längst versteckt haben.

58.

Mein Gott, Peru lässt hier gerade mehr Chancen liegen als ein glückloser Lotto-Spieler, der die Ziehungszahlen kennt.

61.

Wären wir Gerd Rubenbauer, wir würden Sätze sagen wie: »Wenn du sie vorne machst, dann...« Denn Dänemark ist in der Vorwärtsbewegung, Yussuf Poulsen bekommt den Ball und steht nicht im Abseits, weil ein Peruaner besser ist als ein emsiger Müllmann: hebt alles auf. Poulsen trifft. Und weil wir nicht Rubenbauer sind, sagen wir: 1:0. Und: Leck mich fett.

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Peru reagiert, bringt Paolo Guerrero. Und jetzt ist auch klar, warum für Joachim Löw Sven Ulreich nie eine Alternative war.

68.

Peru jetzt wie eine Flugzeugkabine im Landeanflug: Der Druck nimmt zu. Und ich, alter Flugangsthase, frage mich ängstlich: Wird es auch sein Ziel finden?

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Wow, Farfan schirmt derart gut ab. Gerüchten zufolge soll sich Obi schon um die Bauanleitung bemüht haben.

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Und während alle der Schlussphase entgegenfiebern, gehe ich ganz Pionier schon einen Schritt weiter. Frage mich, wie Felix Zwayer irgendwann, wenn er denn hoffentlich gefragt wird, dieses Foul mit der Entscheidung im DFB-Pokalfinale vergleichen will. Und wie er sich erklären kann. Oder ob er eingestehen muss: Das war zwayerlei Maß.

82.

Andreas Christensen wird verletzungsbedingt ausgewechselt. Oder wie Thomas Wark sagen würde: Schon wieder durfte er nicht durchspielen.

84.

Schon wieder ein dicker Fehler vom bemitleidenswerten Cueva. Spielt den Ball seinem Gegenspieler quasi in die Füße. Und wir würden uns nicht wundern, wenn uns der Chef denn irgendwann einmal den Sabbatical-Antrag unterschreibt und wir für einen Selbstfindungstrip nach Peru reisen, das dort dann mittlerweile »Einen Cueva haben« synonym zu einem miesen Tag steht.

86.

Die nächste Parade von Kasper Schmeichel. Und spätestens jetzt steht fest: Es wäre ein schmeichelhafter Sieg.

90.

Dinge, die wir heute lieber täten, als Zweikämpfe gegen Thomas Delaney zu führen: 

- einen abgelaufenen Joghurt essen. 
- eine Diskussion mit Gigi Infantino, Vladimir Putin und Markus Söder über Menschenrechte zu führen. 
- ein WM-Stadion mit eigenen Händen aufbauen. 
- Elfmetertraining mit Simone Zaza.

90.+2

Was die Kameras nicht zeigen: Am Seitenrand baut der CAS schon ein Standgerichtstisch auf, damit Paolo Guerrero bequem gegen diese Niederlage klagen kann. »Das Achtelfinale war immer mein Traum. Ich fühle mich betrogen!«

90.+4

Peru jetzt wie der Bamf: Die Pässe kommen im Zweifel zu früh.

90.+5

Schiedsrichter Gassama hat ein Einsehen und pfeift ab. Die 11FREUNDE-Glücksforschung hält fest: Die Skandinavier glücklicher dän je.