Manchester City

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FC Liverpool

Liveticker: Manchester City gegen Liverpool

+++ EIL: Klopp verliert nächstes Finale

Ein Fußballspiel wie ein gutes Dartmatch: Immer auf 180. Am Ende verlieren der FC Liverpool, Jürgen Klopp und eine wehrlose Wasserflasche. Schlug sich wie immer auf die Seite des Siegers: der Ticker. 

20.45 Uhr

Hi Freaks. Es ist soweit. Manchester City gegen den FC Liverpool. Pep Guardiola gegen Jürgen Klopp. Oasis gegen die Beatles. Ich muss gestehen, ich war ewig nicht mehr so aufgeregt vor einem Fußballspiel. Nicht bei Spielen meines Lieblingsklubs, schon gar nicht bei der Weltmeisterschaft. Es fühlt sich an wie das lang erwartete erste Date mit jemanden, von dem man schon so viel gehört und gesehen hat, nur eben nicht leibhaftig. Und alles ist angerichtet. Die Lieblingsklamotten sind gebügelt und passen perfekt, man war nochmal beim Friseur und im Lieblingsrestaurant ist dieser nette kleine Tisch in der Ecke reserviert. Was oft genug bedeutet: Man sitzt den Abend über allein mit einem dämlichen Undercut und in diesen Schlaghosen, die schon »out« waren, als Tic und Tac noch ein Toe hatten. Direkt neben dem Gang zu den Toiletten und der Kellner lässt einen gerade wissen, dass der Koch ausgerechnet heute krank verhindert sei - Lebensmittelvergiftung. Aber hoffen wir auf das Beste, hoffen wir darauf, dass der Zirkus liefert und diese mit zweifelhaften Geldern hochgezüchteten Super-Super-Mannschaften liefern. Und also Vorhang auf und: Twist and Shout.

20.47 Uhr

Kommen wir gleich mal zu den Aufstellungen. Zunächst die von Manchester City: Ederson - Danilo , Stones , Kompany , Laporte - Fernandinho - Bernardo Silva , Silva - Sterling , Aguero , L. Sané

20.48 Uhr

Ein Mann (Kompany), der mal beim HSV gespielt hat, einer (Sané), der mal bei Schalke kickte. Bedeutet: Was immer sich Jürgen Klopp für heute ausgedacht hat - die beiden schockt nichts mehr.

20.50 Uhr

Und die Startelf von Liverpool: Alisson - Alexander-Arnold , Lovren , van Dijk , Robertson - J. Henderson - Wijnaldum , Milner - M. Salah , Roberto Firmino , S. Mané

20.51 Uhr

Gleich drei Spieler, deren Namen auf »son« enden. Darauf ein: »Huh!«

20.53 Uhr

Bei DAZN steht Ralph Gunesch als Experte am Seitenrand des Etihad. Womit wir sagen wollen: Wir machen uns Sorgen um den Rasen im Etihad.

20.55 Uhr

Gunesch sagt jetzt: »Drauf schieben und Druck machen«. Womit kennt er unseren Plan für besagtes erstes Date?

20.57 Uhr

Leroy Sané im Spielertunnel, richtet nochmal seinen Afro. Der Mann, der ein Tattoo von sich selbst auf dem Rücken trägt. Vermutlich ist er so eitel, weil er eben so verdammt schnell ist, dass er andauernd vor sich selbst wegzulaufen scheint.

20.58 Uhr

Gerade zum ersten Mal in meinem Leben das Maskottchen von Manchester City gesehen. Bin jetzt noch mehr für Liverpool als eh schon. Weiß auch nicht warum.

1.

Anstoß. Und kaum zu glauben, aber: Das sah bei HSV-Bremen mal ganz ähnlich aus.

2.

Während ich noch darüber sinniere, wie dieses Spiel wohl aussehen würde, wenn Markus Gisdol und Viktor Skripnik an der Seitenlinie stünde, bolzen Liverpool und Citys Defensiven die Bälle aus den eigenen Hälfte. Was, das muss man Gisdol und Skripnik zugute halten, bei denen gar nicht viel anders ausgesehen hätte. Ist die Premier League vielleicht einfach nur sehr gut vermarktet?

4.

Aber nun gut. Es sind schon Weltauswahlen auf dem Platz, keine Frage. Deren Spieler aber auch mal ganz woanders spielten. In Basel, in Wolfsburg und, ja, auch auf Schalke. Was wiederum heißt, dass ich, in Jogginghose auf der Couch sitzend, durchaus noch Perspektiven habe. Juhu.

5.

Jedes Mal wenn ich Leroy Sané durch Premier-League-Defensiven dribbeln sehe, möchte ich Joachim Löw einen Brief schreiben.

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7.

Gute Nachricht für die darbende Unterwäscheindustrie in Zeiten des Brexits. Es gibt auch heute auf die Socken.

9.

Genial! Es wird einfach keine Uhrzeit eingeblendet. Wird heute etwa solange gespielt, bis niemand mehr Lust hat. Bis alle satt daran sind, sich an diesem Wunderfußball zu ergötzen? Und wie geht dieses Spiel aus? Wird überhaupt mitgezählt? Oder endet das Spiel am Ende Spaß zu Spaß?

10.

Keine Panik übrigens, liebe Manchester-City-Fans. Sollte euer Klub heute verlieren, wird Amazon im Jahresbericht die Niederlage gar nicht zeigen.

12.

Hui, und jetzt Kompany, der im Interview vor dem Spiel übrigens noch im nahezu akzentfreien Deutsch antwortete, weshalb man sich fragen muss, was dieser Mann eigentlich nicht kann, beweist, was er kann: Diagonalpässe in Hüfthöhe über den halben Platz spielen. Was in der 11FREUNDE-Redaktion ja zweifelsfrei als Fetisch-Kategorie eingestuft wird. Weshalb ihr uns jetzt entschuldigen müsst. Wir wollen diesen Pass auf diversen Schmuddelseiten hochladen.

14.

Ralph Gunesch meldet sich erstmals im Spiel zu Wort. Als Experte, der qua eigener Spielweise, für die Premier League zwanzig Jahre zu spät kommt.

15.

Salah im Eins-gegen-eins gegen Fernandinho. Verliert zwar den Ball, behält aber einen ungebrochenen Arm. Faire Geste.

17.

Die aktuellen Twitter-Trends in Deutschland. Womit uns die Frage gestattet sein sollte: Was ist nur los mit diesem Land?

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Bums mich! Beziehungsweise: Alter. Beziehungsweise: What the f*ck?! Salah nach Absatzkick von Firmino auf Mané, ein Steckpass, so schön, dass irgendwo im Hessischen ein gewisser Herr Uwe Bein so ein leichtes Zucken im Gelenk verspürt. Und Mané zieht wie auf einem Gleis in Richtung City-Tor, und macht alles richtig, also fast, oder eben nicht, was weiß ich denn, jedenfalls geht der Ball gegen den Pfosten und dann zwischen die Gräten von Stones und Ederson, die sich als Doppelgänger von Laurel&Hardy versuchen, puren Slapstick liefern und den Ball erneut Richtung Tor bugsieren, nur damit der so wunderschön Wembley-artig von der Latte nach unten ditscht und dann wieder nicht drin ist. Hätte ich ein Herz, es hätte jetzt einen Infarkt. Vor Glück.

20.

Marco Hagemann, DAZN-Kommentator, berichtet begeistert: »Ihr habt sicher gemerkt, dass wir technische Probleme hatten«. Und er meint wohl die fehlende, also nicht eingeblendete Spielzeit zu Beginn, die nun wieder da ist, weil: »Sie haben hart an der Lösung gearbeitet.« Tastenficker wie wir kennen das. Props und Shout-Out.

22.

Mehr Tempo, und irgendwo im Etihad geht gleich ein Zeit-Raum-Fenster auf. Jogi Löw wird heraus treten und sagen: »Ruhiiig. Ballbesitzt. Und höggschde, hier, ihr wisst schon.« Und dann wird er auf diesen Leroy Sané zugehen und ihn fragen: »Und sie sind?«

23.

Es wird immer schneller, immer wilder. City drückt hier, als vermute es hinter dem Tor von Liverpool die endgültige Erlösung oder das ewige Leben oder was immer ihnen gerade als wertvoll erscheint. Mehr Tempo, immer mehr. So viel, dass ich bald Angst habe, die Datenleitungen des Digitalnirvanas Deutschlands zwingt es gleich in den Jordan.

25.

Glaube nicht, dass die Scouts von Schalke und Bayern hier irgendwas für ihre Begegnungen in der Champions League lernen können. Die kriegen garantiert nix mit. Geht einfach alles viel zu schnell.

28.

Genug vom Tempo geschwafelt. Denn bei David Silva »dauert es jetzt zu lange«, wie Ralph Gunesch kurz vor dem ersten Torschuss (der es dann eben auch erst ist) von Manchester City völlig zurecht bemerkt. Dauert zu lange? Die Scouts des HSV werden hellhörig.

30.

Ein Spiel wie Sex ohne Körperkontakt. Irgendwie toll und trotzdem fehlt was.

31.

Nachtrag: Sieht aus wie die Hinrunden-Heatmap von Naldo. Ist aber tatsächlich die Torlinien-Technik nach der Doppelchance für Liverpool. 

32.

Kompany sieht Gelb, weil er einen ungenauen Pass bereinigen muss. Weshalb ich mal wieder dafür plädiere, dass fortan Spieler ihre Verwarnungen weiterreichen dürfen, wenn ein Mitspieler für die Scheißaktion verantwortlich war. Im Zweifelsfall entscheidet der VAR. Oder Matthias Sammer. Oder die Videotext-TED-Abstimmung. 80 Prozent wählten »Weiß nicht«.

34.

Manchester City wie Deutschland bei der WM. Sané mit den besten Szenen.

36.

Bisher ein Spiel, das eher im Klein-Klein überzeugt. Durch einen schönen Fünfmeter-Pass. Oder einen sachte heruntergenommenen Ball. Der danach ins Aus geht. Keine Kunst zu erkennen, aber tolle Farben. City gegen Liverpool, bis hierhin die Malschule unter Topspielen.

38.

Kompany kocht schon wieder Salah ab. Mein Gott, wir wollen diese Zweikampfstärke nur für einen Tag erben. Würden uns morgen den letzten Platz im Bus ergrätschen. Das Kopfballduell mit unserem Chef, oder wenigstens mal dem Praktikanten, gewinnen. Und am Ende des Tages auch im Eins-gegen-Eins mit unserer Frau... na, ihr wisst schon.

39.

Aber wir, die nie eine Malschule besucht hatten, weil uns unsere Eltern für notorisch unbegabt und Malschulengeld für rausgeworfenes Geld hielten, haben gut reden. Denn das Tempo ist so schnell, dass wir wahrscheinlich nach zwei Minuten als Rechtsverteidiger kotzend hinter der Werbebande hocken würden. Aber gut. Im Leichtathletikverein waren wir auch nie, weil unsere El... ach, egal. Abstoß.

41.

Und jetzt? TOOOOOOOR für Manchester City! Weil Sergio Agüero erst einen Luftzweikampf mit Virgil van Dijk verliert - vielleicht mit Absicht - nur um sich beim zweiten Ball zwischen Lovren und eben van Dijk besser zu lösen als eine Brausetablette im Mineralwasser. Rechts angenommen, links reingedonnert. So hart, selbst die Wonderwall hätte nicht standgehalten. 1:0 für City.

42.

Womit auch wieder feststeht: Klopp kann einfach kein Finale.

44.

Aber auch toll: Während Guardiola in Deutschland mit den Bayern beim Stand von 1:0 einfach nach Hause gefahren wäre, weil Gegenwehr ja eh nicht zu erwarten gewesen wäre, greift Liverpool jetzt munter an. Einstimmiges Fazit: Supersupersuper.

45.

»Salah«, warnt Hagemann, »den sie häufig aufdrehen lassen«. Was die Frage erlaubt, was dreht er auf? Die Musik? Und wenn ja: Beatles, Oasis oder diese nervigen Arab-Pop-Songs? Oder doch nur die Milchflasche, an der wir trotz Löffel (klein) und Einsatz (groß) immer scheitern?

45.+1

So. Erstmal Halbzeit. Normalerweise nutzen wir die Zeit und holen Bier, Chips oder Gürkchen aus dem Kühlschrank. Diesmal? Holen wir nur Luft. Bis gleich.

46.

Anstoss zur zweiten Halbzeit. Richtige Entscheidung, wenn man mich fragt.

49.

City jetzt mit viel Ballbesitz und einer solch breiten Brust, dass der Playboy anfängt, sein Cover freizuräumen.

51.

Schöner Angriff von Manchester, dann verhaspelt sich allerdings Sané im Strafraum - Konter Liverpool. Gefolgt von: Ballverlust Liverpool. Dank eines furchtbaren Fehlpasses von Robertson. Der plötzlich nicht mehr so aussieht wie die dauerlaufende Ideallösung für die Linksverteidigerposition, sondern wie ein recht günstiger Ex-Spieler von Hull City. Wie profan die Welt von einer Sekunde auf die andere wirken kann, wenn sie von der Hässlichkeit des Moments ereilt wird.

52.

Und wieder Robertson. Klammert Sterling im Strafraum, als wolle er sich ob der jüngsten Ereignisse (Rückstand, Fehlpass, Blick in den Spiegel) einfach nur irgendwo festhalten. Und warum auch nicht, Fußballer sollen ja auch nur Menschen sein. Sterling allerdings ist das alles ganz egal, er will einen Elfmeter. Wenn er denn sonst nichts hat.

55.

Jetzt drehen sie völlig am Rad: Leroy Sané gewinnt einen Defensiv-Zweikampf gegen Mo Salah. Was kommt als Nächstes? Eine elegante Bewegung von James Milner?

58.

Kurze Antwort: nein. Lange Antwort: Auf keinen Fall. Weil: Milner nicht mehr im Spiel. Dafür jetzt Fabinho. Der Mann, der so spielt wie Stefan Effenberg und aussieht wie Rivaldo. Und jetzt überlegt euch selbst, worüber sich dieser Fabinho eher freut.

60.

Exklusiv-Statistik aus der 11FREUNDE-Datenbank: In diesem Spiel fällt durchschnittlich ein Treffer pro Stunde. Oder wie man auf Schalke sagt: #Tormaschinen.

62.

Wenn ich Jürgen Klopps Ansprache an Mané gerade richtig gedeutet habe, will er seine eigenen Spieler jetzt der Reihe nach auffressen. Klar, es heißt ja nicht umsonst: »Kannibal vor den Toren«. Was in Rom klappt, sollte in Manchester keine Schwierigkeit sein.

64.

Das Spiel jetzt wie eine Bombenentschärfung im Teutoburger Wald. Alles wartet darauf, dass es gleich explodiert. Aber sehr wahrscheinlich wird in einer halben Stunde das dicke Ding stumm vom Platz getragen.

65.

Lieber Gott, wenn ich wiedergeboren werde, dann schenk mir ein Leben als Diagonalball von Trent Alexander-Arnold. Ich weiß, es klingt seltsam, aber es wäre eine glückliche Zeit. Ungestört, sanft behandelt. Und am Ende lande ich als 1:1 im Tor von Manchester City! Und alles jubelt. Juhu bzw. 1:1.

67.

Im Jubeltaumel umarmt Jürgen Klopp seine Mineralwasserflasche. Wird den Abend wohl mit einem neuen Werbevertrag beenden. Falls Krombacher das liest: Ich halte eure 0,5er-Maurerbomben wirklich toll fest!

69.

Was mir im letzten Dribbling von Sané mal wieder auffiel, dass jeder Halbprofi mittlerweile einen Richtungswechsel nur noch per Hakentrick einleiten kann. Schnelles Dribbling über außen nach vorne, zack!, mit dem inneren Bein über den Ball, Hackentrick, ab ins Zentrum. Einfach eine Rechtskurve zu sprinten, geht nicht mehr. Was waren das für heilige Zeiten, als diese Profis nur Unterarmtattoos wollten.

71.

Es gibt sie: Den 1,0-Abschluss, den bilingualen Abschluss, den Abschluss summa cum laude. Und dann gibt es den Abschluss von Leroy Sané. Unwiderstehlich, ab ins lange untere Eck. Klassenbester. Oder auch: 2:1 für Manchester City. Streber!

73.

Ob sie auf Schalke schon wissen, wie gut dieser Leroy Sané ist?

75.

Shaqiri macht sich bereit. Klarer Fall: Liverpool mit Muskelspielchen.

78.

Liverpool kommt jetzt breiter daher, weil: Shaqiri für Mané im Spiel.

80.

Beide Mannschaften wirken jetzt müde. Als würde ihnen jemand nach einem 10.000 Meter-Lauf sagen: »Sorry, Du hattest Dich für den Marathon gemeldet.« Aber sie wollen noch, weil sie müssen, weil sie gar nicht anders können. Moderne Gladiatoren, Mensch-Maschinen, mit einem freien Willen aus Geld und Ehre.

82.

Aguero hat das 3:1 auf dem Fuß, doch Liverpools Torhüter Alisson Arme so lang wie mindestens der doppelte Reklamier-Arm von Manuel Neuer. Fasst damit nach, und fasst den Ball, den Aguero nach unwiderstehlichem Solo und finalem Steckpass auf den kleinen Turbo-Argentinier an ihm vorbei legen wollte.

83.

Mo Salah auf der Gegenseite mit der Chance zu Ausgleich, setzt sich wunderbar durch, bringt den Ball gegen gefühlt Tausend Beine aus Manchester in Richtung Tor und bringt ihn gut, doch Alisson bringt ein Händchen dran. Und dann dreht Guardiola durch, schreit den vierten Offiziellen an, als platze ihm gleich die größte Hose der Welt, droht mit seiner Mütze in Richtung seines Co-Trainers Mikael Arteta und wütet und wütet. Was hat er nur? Ist Müller-Wohlfarth im Stadion? Gefällt ihm die Ballbesitz-Quote des Schiedsrichters nicht? Ein Mann als Rätsel.

86.

Und weiter Aufregung. Guardiola will wechseln, will Kyle Walker bringen und dafür irgendwen rausnehmen, nur nicht Vincent Kompany, der das aber ganz gut fände, weil er offenbar angeschlagen ist, und also schreit er in Richtung Bank: »Me! Me!« Und Guardiola wütet wieder, als wolle er sagen: MeToo. Nur was, nur was? Und dann darf er doch runter, der Kompany, darf in die Arme von Guardiola. Und sie herzen und küssen sich und Liebe ist auch nur die Kehrseite von Hass.

89.

Bernardo Silva aus fünf Metern auf die Brust von Alisson, Lovren versucht zu klären, klärt in die Füsse von Sterling, der den Ball direkt zu nehmen sucht, und dann eine Erklärung, warum ihm wohl beides nicht gelingt.

90.

Fünf Minuten Nachspielzeit. Was angesichts des Tempos dieser Partie ungefähr sieben Bundesligaspielen entspricht.

90. +3

Liverpool jetzt wie Rote Armee '45 vor Berlin: belagert. Allerdings anders als '45 scheinbar ohne Patrone.

22.55 Uhr

Und dann ist es aus. Jürgen Klopp und Pep Guardiola umarmen sich wie zwei Straßenkämpfer, die keinen Funken Energie mehr in sich tragen und einander dankbar sind dafür. Ganz egal, wie das Ergebnis nun war. Denn das, Spiele wie dieses, ist es, wofür sie sich schinden. Und um sie herum bricht es herein. Die Erlösung der City-Spieler und -Fans, die Enttäuschung auf der Gegenseite. Dann verschwindet Guardiola in die Kabine, eine Faust noch, mehr in die Zukunft, denn noch zurück. Man muss ihn sich als glücklichen Menschen vorstellen. Immerhin. In diesem Sinne: Auf bald.