Hertha BSC

1
2

BVB

Liveticker: Hertha-Dortmund

Hot Yoga mit Jürgen

Hertha BSC verliert beim Debüt von Jürgen Klinsmann mit 1:2 gegen das kriselnde Dortmund von Lucien Favre. Warum, weshalb, wieso? Keine Ahnung. Alles andere im Liveticker.

15.15 Uhr

Und damit herzlich willkommen zum Klinsday. Hertha gegen Dortmund, Klinsi gegen Lulu, Aufbruch- gegen Abbruchstimmung. Und was soll ich sagen? Ich bin richtig geil. Und Bock auf Fußball hab ich auch.

15.17 Uhr

Die Aufstellungen. Hier die elf Perfomance-Manager der Hertha: Kraft - Stark , Boyata , Rekik - M. Wolf , Skjelbred , Grujic , Mittelstädt , Darida - Lukebakio , Selke. Auf die Nennung des Funktionsteams müssen wir aus Platzgründen leider verzichten.

15.18 Uhr

Uh. Klinsi im Field-Interview bei Patrick Wasserzieher. Hier seine interessantesten Aussagen: »Danke«.

15.19 Uhr

Und gleich danach Michael Zorc bei Wasserzieher. Auch hier die wichtigsten Aussagen: »Bitte«. Bisher ein klares Unentschieden.

15.20 Uhr

Und die Startelf des BVB: Bürki - Akanji , Hummels , Zagadou - Hakimi , Witsel , Guerreiro , T. Hazard , Sancho - Brandt , Reus

15.21 Uhr

Liest sich wie das Gespräch aus der Dortmunder Kabine: »Bürki?! Willst Du mal einen Witsel hören? Zagadou!«

15.24 Uhr

Dass Selke von Beginn an spielt, lässt ja für mich nur eine Frage zu: Was hat er gegen Klinsmann in der Hand?

15.27 Uhr

In der Berliner Ostkurve hängt ein Banner: »Covic bleibt Herthaner«. Peinlich. Aber bis Sommer werden sie schon noch mitbekommen, wie man Kovac schreibt.

1.

Anstoss Dortmund. Und da sagen noch einer, Favre erreicht seine Jungs nicht mehr.

4.

Herthas Pressing sehr weit in Dortmunds Hälfte, mit immer mindestens fünf Mann. Und irgendwo im Innenraum des Olympiastadions sucht Arne Friedrich den Atem von Carlos Tevez: 

7.

Erst Grujic, jetzt Boyata: Zwei Herthaner Ellenbogen in Dortmunder Gesichtern innerhalb von drei Minuten. Und auf der VIP-Tribüne springt Turbo-Kapitalist Lars Windhorst aus dem Sattel und gibt sich die Doppelfaust. Sie haben verstanden.

10.

Fußball gibt es hier allerdings eher wenig bis gar nicht bisher. Im Gegenteil: Das erinnert eher an eine Yoga-Stunde in der U8. Ohne Yoga.

13.

Wenn das Spiel ein T-Shirt wäre:

15.

TOR FÜR DORTMUND!

15.

Aus dem Nichts entspringt ein Treffer. Dortmund befreit sich schön über die rechte Defensiv-Seite aus dem Hertha-Pressing, spielt den Ball zu Julian Brandt. Der kurz den Feldherrn in sich sucht, findet, der dann einen Geniestreich aus dem Köcher schüttelt und einen Pass in den Lauf von Jadon Sancho steckt, dass sie im Deutschen Fußballmuseum schon anfangen, Platz für dieses neue Exponat zu schaffen. Und Sancho? Ist schneller als sein Gegenspieler, Wunder aber auch, und schiebt dann lässig an Kraft vorbei.

17.

TOR FÜR DORTMUND!

17.

Hazard! Und diesmal geht es nach Schema einfach. Rekik kann Hakimi weder psychisch noch physisch folgen, dann geht der Ball flach in die Mitte, wo Hazard ungefähr halb Belgien Platz hat und aus fünf Metern über die Linie lacht. HaHoWeh.

20.

Gelbe Karte für Vladimir Darida, weil er die offensichtliche Anweisung, Marco Reus »auszuschalten«, in etwa so deutet, als wäre er der Terminator und nicht einfach nur ein tschechischer Mittelfeldmotor.

23.

+++EIL: Klinsmanns Matchplan aufgetaucht ...

26.

»Löw hier.«
»Jogi! Der Klinsi hier. Hör mal. Bin gerade auf Arbeit. Also muss ich schnell machen.«
»Högschdes Tempo, klar!«
»Also, der Niklas Stark ... Du hast doch gesagt, der ist Nationalspieler!«
»«
»Jogi?«
»«
»Joogii?«

29.

Ein Lebenszeichen der Hertha. Gut, es ist eher so ein umgekehrtes Kammerflimmern. Aber immerhin tänzelt Lukebakio da Zagadou aus, was auch nur geht, weil Zagadou auf einen einfachen Haken reinfällt, als wäre er die perfekte Illusion und mindestens eine Weltneuheit, aber komm, irgendwas ist ja immer und Lukebakio also vorbei und dann wemst er einfach möglichst stramme drauf, wie so ein richtiger Klinsmann. Und voll drüber, wie so ein richtiger Schwabe in Berlin.

33.

TOR FÜR HERTHA!

34.

Ha! Ho! Ha! Lukebakio mal wieder, startet kurz hinter der Mittellinie, zieht einsam seine Kreise bis zum Dortmunder Strafraum und dann Sidestep, Sidestep, Sidestep, Sidestep ... Darida. Der sein Hackebeil von Fußspitze in den anschließenden Lukebakio-Schuss senst und so unhaltbar für Bürki abfälscht. Nur noch 1:2.

37.

Schöne Konterchance für Hertha, da spielen sie mit zwei Direktpässen eine Eins-zu-Eins-Situation in den Nachmittag, aber dann lässt sich Selke von Zagadou umatmen. Aber kein Wunder. Ich habe Fußmatten gesehen, die torgefährlicher wirkten als dieser Selke.

40.

Dass Marco Reus aussieht wie so ein ganz normaler, durchschnittlicher Fußballer, werde ich dieser Saison niemals verzeihen.

43.

Wie geht es eigentlich Herthas Aufbruchstimmung? 

43.

Gelb-rote Karte für Mats Hummels. Der gegen Selke den Fuß stehen lässt. Aber so ist das, wenn man älter wird, dann sieht man nicht mehr so richtig, wer da so auf einen zukommt und neigt zu völlig unsinnigen Übersprungshandlungen. Bitter.

45.

Und dann noch ein Freistoß von Lukebakio, und schön fliegt der Ball, aber nur ans Außennetz, dem Hertha BSC der Tornetze. Halbzeit.

46.

Anstoss zur zweiten Halbzeit. Dortmund zu zehnt. Hertha weiterhin mit Selke. Ausgeglichen also, würde ich sagen.

46.

Riesen-Chance für Hertha, weil der Ball irgendwie zu Selke kommt und dann zeigt er, was er drauf hat und schießt Akanji mitten ins Gesicht.

49.

Also es ist so: Selke mit dem 2:2. Und doch nicht. Weil es weiterhin so ist: Das macht er super, der Selke. Löst sich nach Grujic-Steckpass von seinem Gegenspieler Akanji, macht ordentlich Tempo auf den ersten Metern und schiebt dann mit links und überlegt an Bürki vorbei ins lange Eck. Aber der VAR sagt, was var: nämlich Abseits Selke. Mit der Hacke. Bezeichnend.

52.

Dortmund jetzt wie so ein richtiger Hauptstadt-Tourist. Jede Menge Pläne und doch keine Idee, was sie jetzt als Nächstes tun sollen.

55.

Und in der Dortmunder Kabine sitzt Mats Hummels und hat Zeit, sich seiner Autobiographie zu widmen:

58.

Hertha jetzt wie so ein Babysitter, dem die Eltern gesagt haben: Wenn es brenzlich wird, spielt doch was Schönes! Und dann wird es brenzlig, und der Babysitter schaut sich in der Wohnung um, hilflos, weil unerfahren, er ist doch erst 16, hat keine Ahnung von Kindern, nur eine Ahnung davon, was er mit dem Babysitter-Geld alles anfangen könnte. Und dann greift er zu dieser Mehrfachsteckdose und der Rest ist Kopfschütteln.

61.

Dortmund nur noch hinten drin, will von dem Spiel nichts mehr außer dem Schlusspfiff. Hertha mit viel Ballbesitz. Und schon hätten wir die zwei größten Probleme dieser Partie für den Moment benannt. Jetzt braucht es was Extremes. So etwas wie das hier: 

64.

Hertha-Dortmund, oder: Direct to DVD.

67.

Bei Hertha jetzt Dilrosun (für Stark) und Ibisevic (für Lukebakio) im Spiel. Und gleich ruft jemand Schach.

70.

Schlechte Nachricht: 20 Minuten noch.

73.

Bin schon gespannt, wenn die Spieler nach dem Schlusspfiff verraten, was sie in den letzten Wochen tatsächlich trainiert haben. Fußball kann es ja nicht gewesen sein.

76.

Skibbe raus. Auf beiden Seiten. Meine Meinung.

79.

Bums mich! Sowas wie Fußball! Richtiger Fußball! Und natürlich durch den BVB, die hier mal einen Konter wagen. Und dann ist es Hakimi, der nach schönem Doppelpass frei im Strafraum steht und eigentlich nur noch so richtig Klinsmann geben müsste, also volles Rohr in Richtung Kraft. Und wenn er den mit in die Maschen pöhlt, den Kraft, aber dann legt er quer, und dann liegt er falsch, denn wenn der BVB in den letzten Wochen und Monaten eines gelernt hat, dann: Mach es halt allein, Hakimi. Und vielleicht ist das bezeichnend für den BVB in der aktuellen Lage: Dass man noch am ehesten für das Team spielt, indem man es einfach allein macht.

82.

Nächste gute Chance für Dortmund. Guerrero sucht im Strafraum Reus. Problem: Der findet sich im Moment nicht mal selbst.

85.

We have a fight! Also einen Boxkampf. Weil jetzt hier jeder gegen jeden austeilt. Und das ist ziemlich hässlich, so insgesamt. Als würde Axel Schulz noch einmal in den Ring steigen. Und sich selbst ausknocken.

88.

Hertha so umständlich, ineffektiv, kompliziert - gleich werden sie zu Ehrenbürger des BER ernannt.

90. +1

Dortmund wechselt. Favre führt Klinsmann vor. Schmelzer für Sancho.

90. +2

Selke macht Selke-Sachen. Bekommt langes Holz am Fünfer und köpft dann, ohne auch nur einen Gegenspieler um sich herum zu wissen, also, nun ja ... ich zitiere einfach mal den Sky-Kommentator: »Muss er den selber machen? Oder vielleicht wollte er das auch ...?« Tja.

90. +3

Götze im Spiel. Soll der Welt zeigen, dass er besser als Selke ist.

17.25 Uhr

Und dann ist es vorbei. Grujic nochmal mit der Schuss-Chance, nach viel Kuddel-Muddel und einer Flanken-Salve durch Dilrosun, aber nix da, kein Tor, und es wäre auch arg unverdient. Und dann jubeln die Dortmunder, Lucien Favre findet seinen inneren Jürgen Klopp, macht die Säge und brüllt seine Freude in den Nachthimmel, die Augen groß wie die Meisterschaftsträume des BVB. Und Jürgen Klinsmann? Wie angewurzelt steht er da, wie schon die letzten zehn Minuten der Partie. Und ein Königreich für seine Gedanken. Und vielleicht ist es ja auch nur dieser eine: In Berlin kann man alles sein. Außer erfolgreich im Fußball. Aber immerhin Perfomance-Manager. Und das ist doch auch eine Art Sieg. In diesem Sinne: Tschüss.