Hamburger SV

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1. FC Köln

Liveticker: Hamburger SV - 1. FC Köln

Die No

Köln gewinnt in Hamburg und macht sich womöglich dem Artensterben mitschuldig. Wie das Spiel lief, und warum nicht..weiß: der 11FREUNDE-Liveticker.

18.15 Uhr

Moin, moin, wie der Hamburger sagt. Oder »Oha, schon wieder?«, wie der HSV-Fan sagt. Der HSV im »Na, wohin geht die Reise«-Spiel gegen den Effzeh. Not gegen Elend. Elend gegen Not. Oder wie wir in der 11FREUNDE-Redaktion sagen: Alltag. Los geht das!

18.17 Uhr

Zu den Aufstellungen. Zu der Startelf des HSV: Pollersbeck - Diekmeier , K. Papadopoulos , Mavraj , Douglas Santos - Janjicic , Jung - Hunt , Holtby , Kostic - Hahn

18.18 Uhr

Hahn vorne drin, der HSV also ohne Stürmer.

18.19 Uhr

Und hier die Startelf der Kölner: T. Horn - Sörensen , Jorge Meré , Heintz , J. Hector - Höger - S. Özcan - Clemens , Jojic - Osako , Terodde

18.20 Uhr

Womit für Freunde der Fußball-Dialektik klar sein sollte: ein minus eins zu minus eins ist mehr als wahrscheinlich.

18.21 Uhr

Aber, wir wollen Vorfreude säen. Also hören wir den Power-Prinzen, hören wir Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck: »Der Druck ist groß, weil wir abliefern wollen. Für das Ergebnis kann ich nicht garantieren.« Geht uns am Pissoir oft ganz genauso.

18.22 Uhr

Kommentator der Partie für Sky ist übrigens Martin Groß. Hoffen wir, dass die Stimme hält. Und ansonsten, dass Wolff-Christoph Fuß sein Höschen dabei hat. Zwinker, Zwinker.

18.23 Uhr

Und Lotto King Karl singt »Hamburg mein Perle«. Und hier kommt alles, was ich ad hoc zu »Perlen« finden kann im Internet. Und dann fragt euch mal, wie viel »a« in HSV steckt. Eben.

18.25 Uhr

Schlechte Nachrichten für alle HSV-Fans. Laut Kommentator Martin Groß ruhen die Hamburger Hoffnungen vor allem auf Aaron Hunt und Lewis Holtby.

18.28 Uhr

Also wenn ich Sky-Field-Reporter Stefan Hempel gerade richtig verstanden habe, schaut Stefan Ruthenbeck seinen Jungs kurz vor dem Anpfiff nochmals »unter der Gürtellinie in die Augen.« Ich möchte lösen: Einer-Pasch.

1.

Anpfiff. Ab jetzt heißt es hoffen.

2.

Nur 20 Sekunden vorbei und schon der HSV mit der ersten Torchance. Hahn, im Fallen oder Liegen oder egal, setzt ein Hallo-Wach-Zeichen (wie Werner Hansch in alten ran-sendungen gesagt hätte). Ist das das Topspiel, auf das die HSV-Fans seit zehn Jahren gewartet haben?

3.

Köln mit Simon Terodde, der ja bekanntlich nur gegen Zweitligisten trifft. Eine besonders knifflige Aufgabe heute für den HSV.

4.

Zweite Chance für den HSV! Und wenn Dennis Diekmeier nicht der Abnehmer gewesen wäre, ich schwöre es euch, es stünde 1:0. So: Ecke.

5.

Oha! Hamburg hier offen wie sonst nur der Club du Noire, lässt jeden rein. Ozako allein auf weiter Flur wird vom Türsteher persönlich, also Papadoupolos, festgehalten. Sieht dafür nur Gelb, hätte aber auch Rot geben können. Fazit: Wenn die so weiter machen, hält sich das nicht mehr lange. Und der HSV kriegt auch einen rein.

7.

»Arp ist nicht auf der Bank, dafür Schipplock«, informiert mich Behnisch mit sonorer Stimme. Er hätte es mir auch sachter sagen können, meine Meinung.

9.

Es ist Abstiegskampf, klar. Und eigentlich auch nur spannend, weil der 1. FC Köln, den die Redaktions-Mathematiker schon vor Wochen abgeschrieben haben, auf drei Punkte rankommen könnte. Und für die Hamburger spricht wenig, schließlich hat PML den Klub verlassen.

10.

Und jetzt: Ozako allein vor Pollersbeck, weil Papadoupolos ihn nicht ein zweites Mal halten kann, nicht halten darf. Eins-gegen-eins. Die Rieeeeeesenmöglichkeit. Riesig im Sinne von Herr Tur-Tur, den Ozako bestimmt nicht kennt, aber vor der Scheinriesigkeit trotzdem überrascht ist - und vergibt. »Könnt' besser«, analysiert Behnisch. Ein Satz, mit dem sich dieser Ticker allein bestreiten ließe.

12.

Könnt' besser.

13.

Es könnt' wirklich besser.

14.

Sky zeigt die Spieler, weil der Ball im Aus und somit Zeit ist, in Nahaufnahme. Trübe Augen, offene Münder. Angst und Verzweiflung. In diesem Sinne: Respekt, an jeden, der trotzdem gekommen ist.

16.

Kollege und Art Director Lukas Niehaus, der gerade in den letzten Zügen für die kommende Ausgabe NoSports liegt (Interesse? Na dann: nosports.com), betritt den Saal und verkündet: »Wusstet ihr, dass Ray Ban nicht nach irgendeinem Designer benannt ist, sondern einfach nur ›Ray Ban - Sonnenschutz‹ bedeutet«? Dann kollektive Stille. Verwunderung. Entsetzen. Und die Frage: Wofür zum Geier steht das HSV in HSV tatsächlich?

18.

Wenn 100 Kilometer Stehen irgendwann olympisch wird, hat Aaron Hunt noch eine große Zukunft vor sich. Meine Meinung.

20.

Notiz für eine Spielshow: »Entweder/Oder: Ball-Annahme oder Torschuss? mit André-Hahn-Highlights« andenken.

22.

Fun-Fact: Immer, wenn ich Dennis Diekmeier sehe, schaue ich meinem Batgürtel nach, ob ich was gegen Wolverine dabei habe.

24.

Und dann wegen Langeweile im Bild: die Effzeh-Troika um Armin Veh, Alexander Wehrle und Toni Schumacher. Und plötzlich erscheinen die Sondierungsgespräche ob einer möglichen GroKo2 wie ein Unterhaltungs-Bonbon. Derweil auf dem Rasen: Einwurf Jonas Hector. Gefolgt von einem Einwurf HSV. Vielleicht ist der Fußballgott doch gerecht.

26.

Martin Groß mit allem, was ihr für den Moment über das Spiel wissen müsst: »Zwei Mal jetzt Mavraj.«

28.

Da.Ist.Das.Ding. Simon Terodde nach Ecke mit dem 1:0 für den 1.FC Köln in Hamburg. Toll. Vermutlich. Aber wir, die immer auch die Zukunft im Blick haben, fragen natürlich besorgt: Was macht der Effzeh, was macht Simon Terodde, dieser Zweitliga-Knipser par excellence, wenn er mal nicht gegen einen Zweitligisten spielt?

30.

Dinge, die Markus Gisdol jetzt noch helfen könnten:

- Pierre-Michel Lasogga
- Pierre-Michel Lasogga
- Pierre-Michel Lasogga

Bitter.

32.

Gideon Jung nach Brutalo-Foul mit der gelben Karte. Die eigentlich eine rote Karte hätte sein müssen. Mit anschließender Haftstrafe. Und Meet'n'Greet bei Werder-Fans.

33.

»Hauptsache, ihr habt Spaß«, sagt die Werbebande. Ich habe Zweifel, ob das das Mittel ist.

34.

Dinge, die den Kölnern am Sonntag wieder jede Hoffnung rauben könnten:

- sie spielen nicht mehr gegen den HSV.

36.

Ingesamt aber kein überraschendes Ergebnis. Immerhin spielt hier Spitzenreiter gegen Schlusslicht. 

38.

Bei diesem Saisonverlauf werden in Köln übrigens keine Wetten mehr angenommen, dass Dennis Diekmeier heute noch ein Tor schießt.

39.

Ja mei, was soll man noch sagen? Flanke von der rechten Seite, Kostic steht ganz allein vor Horn. In einer Position, in der sogar Dennis Diekmeier gesagt hätte: »Na kommt, Leute, wenn ich den nicht mache, ist's lächerlich«. Also blitzeblankefrei. Und Kostic schießt Horn an. Links einen Metern Platz. Rechts fünf Meter Platz. Und er schießt Horn an. Aber hey, Hauptsache ihr habt Spaß!

42.

Lothar Matthäus erklärt die vergebene Chance mit Unsicherheit. Und irgendwo in Rheinland-Pfalz lacht Andy Brehme laut auf.

43.

Behnisch neben mir mit Schluckauf, woran ich euch - Hicks! - teilhaben las - Hicks! - sen möchte. Hicks! Und deshalb - Hicks! - nur noch s - Hicks! - o tickere.

44.

Jemand spielt den Ball in Richtung Hahn. Der schaut in den leeren Raum mit einer Geste, als wolle er sagen: »Nimm du ihn!«. Ein Fußballer im Doppelpass mit dem Vakuum.

45.

In 42 Sekunden beginnt hier das Pfeifkonzert.

45.+1

Winkmann pfeift als erstes. Das ganze Volksparkstadion solidarisiert sich. Deshalb: Halbzeit.

19:18 Uhr

Beim Umschalten ins Sky-Studio kommt erst der Bundesliga-Jingle. Und ich frage mich, wie schlecht ein Spiel sein muss, ehe der DFL beim Fernsehen anruft, um durch den Hörer zu brüllen: »Nein! Damit haben wir nichts zu tun! Davon distanzieren wir uns entschieden!«

19.28 Uhr

So, Freunde. Kollege Ahrens und ich haben kurz mal über das große Ganze debattiert. Resultat: 0:1. Bezeichnend.

19.30 Uhr

Dinge, die ich kaum so erwarten kann wie die zweite Halbzeit dieses Spiels:

Ende der Liste.

46.

Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Oder um es mit Tic Tac Toe zu sagen: Warum?

49.

Die gute Nachricht für alle Hamburg-Fans: Der HSV versucht's. Die schlechte Nachricht für alle Freunde des gepflegten Balles: Der HSV versucht's.

51.

Immer, wenn ich während dieses Spiels den Ex-Kölner Mavraj im Dress des HSV sehe, denke ich mir: Selten hat jemand so wenig richtig gemacht, als er »alles richtig« gemacht hat.

54.

So. Naja. Mmh. Es geht so hin und her dort auf dem Feld. Davon kann man halten, was man mag. Ich aber, Freund deutlicher Worte, sage: Das ist das beste Quidditch-Match, das ich je gesehen habe.

55.

+++BREAKING NEWS: André Hahn mit einem Pass zum Mitspieler. Fast.

56.

Und irgendwo auf dieser wunderbaren Welt sitzt Michael Kühne und denkt sich, wieviele Anteile an SAP er für den ganzen Scheiß hätte kaufen können.

59.

Das Spiel, wie es tatsächlich ist. Hahn mit dem Schussversuch. Einwurf Hamburg. Einwurf Diekmeier. Ballbesitz Köln. Terodde. Einwurf HSV. Danke. Bitte.

61.

Und Köln geht erneut in Führung. Gelbe Karte für Sörensen. Nach Foul. Vermutlich, weil: Dänen lügen nicht. Und also zeigt Sörensen dem Spiel, dem Gegner und der ganzen Welt, was er von dieser Partie hält. Und raus die Grätsche. Und gut ist.

63.

Experte Christoph Metzelder meint, man könne keinem einen Vorwurf machen. Und so sitze ich hier, Samstagsabends um 19:51 Uhr vor HSV gegen Köln, und mache mir meine Vorwürfe allein.

65.

Es ist nahezu genial, wie der HSV Flanke um Flanke in den unbesetzten Strafraum spielt, in Vorbereitung auf die Einwechslung von Pierre-Michel Lasogga. Und etwas Dunkles in mir lässt erahnen, dass ein Cheftrainer des Hamburger SV sich gleich umdrehen wird, die Bank absuchend und wundernd.

66.

HSV bringt Wood. Einen zweiten Stürmer. Für die Kölner Defensive eine Menge Holz.

67.

2:0 Köln. 2:0 Terodde. Nie war die Bundesliga zweitklassiger.

69.

Gerüchten zufolge hat sich Klaus-Michael Kühne so eben auf den Weg nach unten gemacht, um Gisdol noch vor Abpfiff zu feuern. »Komm, Junge, jetzt ist's gut.«

70.

Nur zu Ihrer Information: noch drei Tore und Köln verlässt den 18. Tabellenplatz.

71.

Der HSV mit derart wenigen Argumenten, dass ernsthaft über Wolfgang Bosbach nachgedacht werden sollte.

73.

Was der HSV jetzt braucht ist neue Zuversicht. 

75.

Obschon, selbst wenn der HSV seinen Trainer entlassen sollte. Neuer Mann würde ich nicht sein wollen. Das Programm der nächsten Wochen: Leipzig, Hannover, Dortmund, Leverkusen, Bremen. Oder wie man in Hamburg sagt: »Hiiiiiiier geht's zur Hafenrrrrrundfahrt! Hafenrrrrrrundfahrt!«

77.

Fun Fact mit Krokodilsträne: bester Mann des HSV – Dennis Diekmeier.

78.

Was macht eigentlich Frank Pagelsdorf? Frage für einen bis 100.000 Freunde.

80.

Ein Spiel würde dem Spiel gut tun.

79.

Ganz ehrlich: Ich habe Rosamunde-Pilcher-Filme gesehen, die mehr mit Fußball zu tun hatten, als das, was der HSV da macht.

81.

81. Minute. Zweite Ecke Köln. Mehr müsste man über dieses Spiel eigentlich nicht wissen. Aber weil wir ein Service-Portal sind und weil wir grad eh nix besseres zu tun haben, kommt hier alles, was man ansonsten über das Spiel wissen muss: Ächz.

83.

Kollege Ahrens zeigt mir ein tiefschürfendes Zitat Joe Moores über Pinguine. Und dann die Frage, was wohl wäre, würde der HSV mit elf Pinguinen antreten. Es ist Ahrens selbst, der die Frage zu voller Zufriedenheit meiner, der Wahrheit und des Fußballs beantwortet: 2:0 Köln.

84.

Dennis Diekmeier zieht eine erste Konsequenz aus dem Auftritt seiner Mannschaft. Der Mann, der in Hinrunde so oft wie niemand sonst in der Bundesliga Einwürfe zum Gegner brachte, stellt einen falschen Einwurf in den Abend. Konsequent.

86.

Drei der vier kommenden Gegner des HSV: Leipzig, Dortmund, Leverkusen. Um es mit den Worten des großen Manitu des Fußballs zu sagen: Ja gut, äh.

88.

Jetzt verhöhnen die Kölner den HSV auch noch: Claudio Pizarro kommt für Jojic.

90.

Drei Minuten Nachspielzeit. Oder um es mit den Anhängern des HSV zu sagen: Auch das noch.

90.+1

Schön zu sehen, wie sich Diekmeier mit einem Schulterklopfer das Trikot von Claudio Pizarro sichern will. Und Pizarro nur wissend abnickt.

90.+2

Wie der Hamburger SV heute gegen Köln verliert - Robert K. Merton säße mit HSV-Schal auf der Ehrenloge.

90+3

»Das war's jetzt!«, brüllt Martin Groß ins Mikrofon. Unklar, ob er das Spiel, die Trainerkarriere von Markus Gisdol oder das Leben auf der Erde an sich meint. Und dann erinnert uns Sky daran, dass dies ja das »Topspiel der Woche« gewesen sei. Ja gut, manche mögen's kalt.

20:23 Uhr

Jens Todt versucht die Niederlage zu erklären, spricht von »Eckenübergewicht«. Und in uns wächst die Erkenntnis, dass man im richtigen Moment auch mal »Nein« sagen sollte. Zum Beispiel, wenn Sky zum Interview bittet.

20:25 Uhr

Patrick Wasserziehr kommt zum Klimax der Fragerunde: »Können Sie ausschließen, dass Gisdol geht?«. Todt: »Nein.« - In diesem Sinne: Tschüss.

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