Estland
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Deutschland

Liveticker: Estland-Deutschland

Esten das die Möglichkeit?!

DIE MANNSCHAFT gewinnt mit 3:0 in Estland. Emre Can fliegt, Ilkay Gündogan ballert und Deutschland salutiert vor Freude. Hat fleißig mitgeschrieben wie so ein Hansi: der Liveticker.

20:30 Uhr

Wunderschönen guten Abend aus Berlin. Oder wie man so treffend in Kneipen von Tallinn sagt, wenn sich Besoffene während des Länderspiels nicht auf dem Barhocker halten können: Man muss die Esten feiern, wie sie fallen.

20:32 Uhr

Gerade in dem Beitrag ein Bild von Gnabry im "Nirvana"-Shirt gesehen. Ist er neben Dave Grohl der einzig erfolgreiche Grunger, der die 90er überlebt hat ? Serge Like Teen Spirit.

20:34 Uhr

Viel Werbung, zu blubbernd-grinsende Gesichter, viele abgehackte Sätze – man weiß nicht, ob es noch die RTL-Reklame ist oder schon die Spielbesprechung von Klinsi und Laura Wontorra.

20:37 Uhr

Teaser: »Die besten Singles aus Bachelor und Bachelorette« - dann will ein Typ im Trailer eine Ananas, wird aber dann berichtigt, dass es sich um eine Melone handelt. Passiert, wie Tomaten. Vorher sagt Mario Barth, dass er etwas aufdeckt, wahrscheinlich wie man mit so viel Schwachsinn Stadien füllen kann. Dicht gefolgt von Tim Bendzko in Dauerschleife. Hoch. Ich bin bei »Saw2« nicht so oft schaudernd zusammen gezuckt wie während einer handelsüblichen RTL-Werbung.

20:42 Uhr

Die deutsche Mannschaft hinten mit Neuer, in der Abweher Süle, Can, dazu Klosterberg und Halstenmann oder wie auch immer.
Davor Kimmich, Gündogan, Havertz.
Vorne Waldschmidt, Brandt, Reus.
Die elf Gegner haben die Deutschen beobachten lassen. Jogi Löw kennt sie wie seine Estentasche.

20.45 Uhr

Check24-Werbung, die RAF unserer Generation.

1.

Anstoss. Deutschland noch ohne Torschuss. Sind die Gamer Schuld?

2.

Die deutsche Mannschaft, so Marco Hagemann »will die Esten beschäftigen«. Aber keine Sorge, Freunde: Stellungnahme des Ministeriums für Arbeit und Soziales ist angefragt.

4.

Rhythmisches Klatschen in der »Le Coq«-Arena. Obwohl noch gar nix los ist auf dem Rasen. Und endlich habe ich Biathlon kapiert.

5.

Erste Can-ce. Gute Hereingabe von rechts, ein richtig schöner Willy-Sagnol-Gedächtnis-Otter aus dem Halbfeld, und dann kommt Emre Can gegen Lepmets zu kurz. Klingt wie die Diagnose eines Podologen. Sieht auch genauso aus.

6.

Sensations-Analyse von Hagemann/Freund: Die Esten, so erfahren wir, versuchen es fußballerisch. Und ich Trottel habe mich heute stundenlang in den Hammerwurf eingelesen.

8.

Seit acht Minuten aber mehr oder minder dasselbe Bild: 21 Mann (ein unsicherer Neuer hält sich rund um den eigenen Kasten verkrampft den Reklamier-Arm warm) geballt in oder direkt um den estischen Strafraum herum. Wehe, Extinction Rebellion bekommt die Heatmap zu Gesicht.

11.

First Down Estland.

12.

Großer Fan der estischen Spielweise. Erinnert mich an meine Abitur-Klausuren: Hauptsache dicht. Und auf Zeit spielen.

13.

Ein Hammerwurf würde der Partie guttun.

14.

Sieh an! Gündogan aus der Distanz! Ein Schuss, wie ein Militärgruß: drüber.

15.

Ball vor den deutschen Strafraum, Can grätscht und foult den heranstürzenden Esten. Der Schiedsrichter zeigt ROT! Notbremse. Dabei wusste Can nicht, dass es sich um einen Angriff handelt. Er hat das Bein direkt zurück genommen.

17.

Der folgende Freistoß brachte nichts ein. Für die Deutschen gilt das, was Aki Watzke jedes Mal denkt, wenn auf die Dortmunder Trainerbank schaut: Einer fehlt.

19.

Und nun Chance für die Esten: Ein Mann namens Mets wuchtet den Ball knapp drüber. Und Oliver Bierhoff lässt bereits T-Shirts drucken: »Est Never Rest!«

21.

Sind Halstenberg und Klostermann eigentlich die einzigen Menschen, die immer miteinander verwechselt werden, obwohl sie sich gar nicht ähnlich sehen?

23.

Löw: »Wir müssen wechseln. Los, Hansi, schick einen zum Warmmachen.«
Schneider: »Thomas.«
Löw: »Den hab ich doch aussortiert.«
Schneider: »Nein, ich bin Thomas. Wie wäre es mit Werner?«
Löw: »Nein, wenn du Thomas heißt, dann nenne ich dich so.«
Schneider: »Ich meine Timo. Zum Wechseln.«
Löw: »Hildebrand?«
Stille.
Löw: »Ich meld mich gleich noch mal, Hansi.«

27.

Gnabry verletzt, Can Rot. Die Deutschen verlieren hier so viele Männer, böse Zungen sprechen schon von Tallinn-grad.

29.

Die Esten haben aus der Überzahl geschlossen, dass sie nun einen Mann mehr um den Strafraum postieren können. Normalerweise würde man den Trainer Karel Voolaid schon entlassen. Aber sie wollen auch nicht den Esten absägen, auf dem sie sitzen.

31.

Neuer muss eingreifen. Allein mit diesem Satz hätte ich vor dem Spiel nicht gerechnet.

33.

Ein Länderspiel, wie die Ist-Situationen in vielen deutschen Schlafzimmern während einer Dienstreise: Ein Mann weniger und trotzdem dasselbe Bild.

34.

Marco Hagemann wie einst meine Chemie-Lehrerin: »Das sind mir zu wenige Lösungsansätze.«

36.

Dabei macht die deutsche Mannschaft es ganz gut, spielt einfach ruhig weiter und mit der Einstellung, mit der Dr. Uwe Boll all seine Filme unter die Weltbevölkerung bringt: »Einer wird schon reingehen.«

39.

Vassiljev mit einer Art Chance für Estland. Und Hagemann/Freund gehen aus dem Sattel: »Das ist der Unterschied.« Also dass er da schießen kann. Aus gefühlt Helsinki. Auf der Gegenseite Marco Reus mit einem Freistoß ans Lattenkreuz. Hagemann: »Joa.« Keine Pointe.

42.

Steffen Freund würde gern »hinter die Kette kommen«. Der Ossi in mir fühlt mit.

45.

Was heißt »Mentalität« auf estisch?

21.33 Uhr

Gute Nachricht: Halbzeit! Wir schauen mal schnell, ob Check24 ein anderes Spiel empfehlen kann. Und sind gleich wieder da.

46.

Weiter 0:0. Rufen Sie jetzt Rolf Töpperwien an und er gibt ihnen die Berufe der estnischen Nationalspieler durch.

48.

Löw: »Sollen wir jemanden einwechseln?«
Schneider: »Fragen Sie Ihren Co-Trainer.«
Löw: »Wen?«
Schneider: »Marcus Sorg.«
Löw: »Welche Position spielt der?«
Schneider: »Was?«
Löw: »Was?«

50.

Funfact: Nach dem 8:0 im Hinspiel würde schon ein 0:7 zum Weiterkommen reichen. Und genauso spielen die Deutschen auch.

52.

TOOOOOOOR! Ilkay Gündogan schießt Deutschland in Führung. Mit dem Außenrist, abgefälscht. 1:0. Zählt. Das Tor wird nicht zurück genommen.

54.

Wenn jetzt noch die restlichen Freiburger hinzukommen, sind wir auf Jahre hinaus unschlagbar.

56.

Sappinnen geht - Zenjov kommt. Aufatmen bei Deutschland. Denn bei den Esten sitzt noch ein Mann auf der Bank, der der fechte Traum aller Onomatopoetiker ist: Ojamaa!!!!

58.

TOOOOOOOOOR! Wieder abgefälscht, wieder Gündogan. Der erste Doppelpack auf RTL nach den zwei aufeinanderfolgenden Folgen »7 Tage, 7 Köpfe« am Freitagabend 1998.

60.

Der deutsche Fanblock singt Onkelz. Wo ist der »Halt die Fresse«-Typ, wenn man ihn mal wieder braucht?

61.

Jedesmal, wenn Steffen Freund den Namen Gündogan (»Gündowaahn«) ausspricht, schmilzt in Brandenburg an der Havel ein Stahlträger.

63.

Mini-Chance für Estland. Liivak nach Flanke fast dran. Marc-André ter Stegen hätte den gehabt. Meine Meinung.

66.

Und Action. Timo Werner rubbelt sich die Nippel, ziept sich im Zentralmassiv die Gebirgskette glatt und dann ist es bereitet, das Leipziger Allerlei. Waldschmidt ist das alles zuviel, er verlässt den Platz.

69.

Es ist so: Deutschland einen Mann und Estland elf Fußballer weniger.

71.

3:0 für Deutschland. Timo Werner. Nach langem Ball von Gündogan. Brustannahme, einen Verteidiger aussteigen lassen und dann strahlt er den Ball ins lange Eck. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, der Mann hat am Bölkstoff genascht.

74.

Das Spiel jetzt wie eine Testaments-Eröffnung. Die großen Fragen sind geklärt und jetzt heißt es nur noch: über die Bühne bringen.

77.

Richtig so! Löw stärkt die Offensive, bringt Serdar für Reus.

80.

12062 Zuschauer. Und damit soll noch einer sagen, der »Tag der Amateure« wäre kein voller Erfolg!

82.

»Wir gehören nicht mehr in die Weltspitze«, sagt Steffen Freund. Der größte Fan der Mannschaft ist sauer. Kommentiert gerade mit dem Rücken zum Spielfeld und macht ganz alleine eine Busblockade.

84.

3:0. Noch sechs Minuten. Das dürften sie selbst mit zwei Dortmundern auf dem Platz nicht mehr verspielen.

86.

Torschuss Werner - gehalten. Von Sergei Lepmets. Bisherige Klubs: Trans Narva. FC Hämeenlinna. JK Türi Ganvix. FCI Levadia.
Wenn er jetzt noch zu Rasenballsport wechselt, hat er alle Fantasievereine durch.

89.

Deutschland siegt mit zehn Mann. Wenn das Schule macht, bekommt Julian Draxler bald eine Stammplatzgarantie.

90.+3.

Aus, Deutschland gewinnt 3:0. Freunde, morgen ist Montag. Das ist hart. Aber freut euch mit einem Fakt: Die Länderspielpause ist endlich vorbei!!!

22:35 Uhr

Und damit bedanken Ilja und ich, die Laura und Klinsi der seichten Unterhaltung sozusagen, uns fürs Dabeisein. Kommt gut nach Hause (vor allem die zwei Suffköppe aus Köln im Franziskaner!) und lasst 'n Like da. Ach, komm, besser nicht. In diesem Sinne: Frohes Est!