Pokalwunder
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Klatsche

Liveticker: Die DFB-Pokalkonferenz - Teil 2

[Hier könnte ihr Witz stehen]

1. Runde im DFB-Pokal. Das bedeutet Amateure gegen Vollprofis, Wadenkrämpfe ab der 60. Minute und mindestens ein Fettnäpfchen. Ist der Amateur unter den Vollexperten: der Ticker. 

15:07 Uhr

DFB-Pokal ist ja immer eine willkommene Gelegenheit für putzige Viertligisten sich gegen echte Profiklubs von der besten Seite zu präsentieren. Viel Erfolg, also, 1860 München! 

15:11 Uhr

Schaltest du ein, siehste sofort Dirk Lottner, Jens Keller und Uli Potofski. Pokalherz, was willst du mehr?

15:13 Uhr

Und Dirk Lottner, die coolste Sau hinter Matthias Scherz und jetziger Trainer vom 1. FC Saarbrücken, macht vor dem Pokalduell gegen Union Berlin was? Schont seinen Stammkeeper. Seine Erklärung: Profimannschaften machen das eben so. Ohne Zweifel, Dirk Lottner pisst wie ein Eskimo. 

15:17 Uhr

Uwe Seeler bleibt auch nichts erspart. Muss sich heute Eintracht Norderstedt gegen den VfL Wolfsburg anschauen. 

15:18 Uhr

Sky mal wieder in einer Amateurkabine, während Morlauterns eine Motivationsrede hält. Hat er scheinbar noch nicht allzu oft getan, denn seine Ansprache wirkt ähnlich motivierend wie eine Maxi-CD Atemübungen. Atemübungen für den Bauchnabel.

15:26 Uhr

Für die haushohen Favoriten natürlich die Gefahr, sich heute so richtig zu blamieren. Wir hoffen trotzdem, dass der VfL Osnabrück dem Druck standhält.

1.

Auch wenn der Pokal seine eigenen Gesetze hat: die Spiele starten mit Anstoß.

2.

Oh Gott. Nöttingen, dessen Kapitän gerade noch die beste Kabinenansprache seit Al Pacino gehalten hatte, verpasst wohl den Anpfiff. Bochum macht direkt das 0:1. Und irgendwo sitzt Jamie Foxx und wartet auf seine Einwechslung.

3.

0:2 für Bochum. Wir rechnen das jetzt noch nicht hoch, aber wenn es so weiter geht, dann schießt Bochum heute ein halbes Saarland.

4.

Leipzig schießt auch direkt das 0:1 gegen Dorfmerkingen. Aha, so geht man also mit Amateuren um. Sehr sympathisch. 

5.

Der HSV hält bis hierhin die 0.

6.

Sky schaltet nach Völklingen und - plötzlich - die Stimme von Jörg Dahlmann. Singsangt sich durch dieses Spiel, als wäre es die Halbzeitshow des Finals, während sich Christoph Daum und Peter Neururer schon in schlecht belichtete Räume begeben, um ein Spontan-Bundesliga-Classics aufzunehmen: »Haha, Saarbrücken, das war 'ne Zeit... Ich hab ja immer gesagt...«

8.

Großartig auch, wie Jens Kellers Gesicht auch gegen einen Viertligisten aus einer einzigen Sorgenfalte besteht.

9.

Und der Dorfklub führt! 1:0 für Sandhausen.

13.

Auch Moorlautern liegt jetzt gegen Fürth. Aber immerhin: die Jungs atmen durch (siehe 15:18 Uhr).

15.

Rot in Osnabrück, Tor in Pirmasens, Tor in München. Schön, wie der DFB-Pokal hier Werbung für die Bundesligakonferenz macht. 

16.

TOOOR für Bonn! Der erste Außenseiter führt. Lars Lokotsch, was für ein Name, schiebt den Ball einfach an Hannovers Torhüter vorbei. Und Martin Kind sitzt auf der Tribüne und grummelt: ».. alle auf.. die kauf ich alle auf«.

21.

»Toooor in Völklingen«, dahlmannt es aus dem Off, als hätte Union Berlin gerade den Hauptgewinn auf der Saarbrückener Kirmes gezogen. Und während Berlin jubelt, reift in mir ein Gedanke. Ein Wecker, mit der Stimme von Jörg Dahlmann, bei dem wirklich niemand mehr verschläft. 

24.

Timo Werner verschießt einen Elfmeter gegen Dorfmerkingen. Und auf Mallorca melden sich spontan zahlreiche Songschreiber krank.

26.

Stark: der HSV hält auch in Überzahl die 0.

27.

Meine Start-Up-Idee hat sich so eben selbst begraben. Jörg Dahlmann verschläft seinen eigenen Wecker, meldet Elfmeter in Völklingen als Saarbrücken schon ausführt. Und verschießt. Wir legen uns also wieder schlafen.

29.

Dahlmann rechnet vor: das Saarland passe dreineinhalb nach Berlin. Und dabei steht es hier 0:1 und nicht 0:dreieinhalb. 

33.

Hannover gleicht gegen Bonn aus. Und an der Seitenlinie schaut Andre Breitenreiter derart begeistert, als hätte man ihm gerade einen Last-Minute-Urlaub auf einer einsamen Insel angeboten. Ohne Essen. Nur mit Clemens Tönnies. 

36.

Was mich wirklich irritiert: dass Morlauterns Trikot gelb sind. Und nicht torfbraun. 

38.

[Fügen Sie hier einen beliebigen HSV-Witz ein]

39.

»Er mit der Stachelfrisur, deshalb nennt er sich auch die Bürste«, brüllt Jörg Dahlmann die nächste Zote raus, während Saarbrücken das 1:1 gegen Union Berlin schießt. Und auf der Bank täuscht Dirk Lottner vor, sich Notizen zu machen, während er sich 'ne Selbstgedrehte zurechtlegt. 

42.

Was die Kameras noch eingefangen haben: wie Uwe Seeler das Ergebnis aus Osnabrück erhalten hat und sich seitdem mit beiden Händen am Wellenbrecher in Norderstedt festhält, um allen Umstehenden entgegenzubrüllen: »Ich geh hier nicht mehr weg! Niemals! Gegen wen spielt ihr nächste Woche? Langreder-Egestorf? Klasse!«

44.

Weiterhin 0:2 in Nöttingen, wo der VfL Bochum eine astreine Kopie unseres Liebeslebens aufs Parkett gelegt hat.

45.

Die Bundesliga hat noch gar nicht begonnen und Kai Dittmann erzählt schon was von »Hamburger Schlussoffensive«. Kannst du dir nicht ausdenken. 

16:18 Uhr

Halbzeit. Bis hierhin ohne Überraschungen.

16:33 Uhr

Wir haben auch selbst gar keine Lust mehr... 

46.

Wer A sagt, muss auch Npfiff sagen. Weiter geht's!

47.

Noch keine Minute vergangen, da macht es Kai Dittmann schon richtig schlimm, erzählt davon, dass der VfL Osnabrück ja immerhin Dritt- und nicht Sechstligist ist. Blöd nur, dass die Bundesliga auch in diesem Jahr hauptsächlich aus Erstligisten bestehen wird.

50.

Tooooor! Für Nöttingen! 1:2. Und wenn das jetzt so weitergeht, dann endet das Spiel noch 9:2. 

54.

Während in Norderstedt die Fans ihre Handys zücken, setzt die Mannschaft einen Freistoß an den Außenpfosten. Was mich an eine Geschichte meines Herzensklubs, für den Hüseyin Dogan (Fußballgott) einst einen Freistoß aus 30 Metern zu Saisonbeginn verwandelte, während ein Kumpel sein Handy zückte und rief: »Bereitmachen zum Jubeln. Standards sind wieder In in dieser Saison.« - Das widerrum hatte zur Folge, dass seit nunmehr acht Jahren bei jedem Standard meines Klubs dieser Spruch aufgesagt wird. Also, liebe Norderstedter, seid froh, dass der Ball gerade an den Pfosten ging. 

55.

Tor in Norderstedt. Nach einem Standard. Für Wolfsburg - na toll. 

58.

Hannover führt, wenn Osnabrück jetzt noch 'ne Bude macht, ist das die vorhersehbarste Pokalkonferenz aller Zeiten. 

60.

2:0 Osnabrück. Alter.

61.

»Lass mich kurz zu Ende jubeln« - wann erhält Kai Dittmann seine eigene Comedyshow?

63.

Und während die HSV-Fans schon dem Montagmorgen im Büro entgegensehen, trifft 1860 gegen Ingolstadt. Dann schwenkt die Kamera auf den gefüllten Block an der Grünwalder Straße, auf halb Giesing, auf Menschen mit Bier und Biere mit Mensch. Und einem wird klar, dass zumindest die Witze über einen Verein langsam genug sind. 

67.

Saarbrücken drauf und dran gegen Union Berlin zu gewinnen. Was die Jungs nicht wissen: wenn das gelingt, kommentiert Jörg Dahlmann die gesamte Saison. 

70.

3:0 Osnabrück - und die beginnen jetzt damit, sich zu entschuldigen. 
(Screenshot Sky)

73.

Aber vergessen wir die anderen Plätze nicht, dort, wo noch Pokalüberraschungen gelingen könnten. Denn der 1. FC Schweinfurt hat längst gegen Sandhausen ausgeglichen und führt jetzt.

75.

Hätte der Hamburger SV eigentlich Interesse an einem Spiel gegen die chinesische U20. Fragen für einen DFB-Präsidenten. 

80.

Ist das bitter. 1860 bekommt den Elfmeter gegen sich und liegt jetzt 1:2 hinten. Erst müssen die Investoren abschaffen, jetzt auch noch Elfmeterpunkte. Als 1860-Fan hat man es nicht leicht. 

82.

Altobelli! Irgendein Bonner Spieler, dessen Name mir entfallen ist und den ich mir wahrscheinlich und leider auch nie mehr merken werden, schießt hier das Pokaltor des Jahres. Per Hacke, über den Rücken, als würde René Higuita jetzt Regionalliga spielen. Und ich beantrage das sofortige Weiterkommen - aus Gründen der Schönheit. 

84.

Auch schön, Nöttingens Bilger hat beim Stand von 1:4 nichts zutun und ballert einen Freistoß in den Winkel. In einen Winkel, der halb so groß wie das Saarland ist. Und wir alle wissen, wie klein das ist. 

86.

Übrigens: Wenn es so bleibt, kommentiert Jörg Dahlmann eine weitere halbe Stunde. 

89.

Karaman trifft für Hannover zum 2:4 in Bonn. Und am Niedersachsenstadion wird soeben der brennende Baum gelöscht. 

90.

Aytekin entscheidet auf den nächsten Elfmeter für den Hamburger SV. Dann doch nicht. Aytekin völlig irritiert. Konnte auch nicht damit rechnen, dass die hier ein Tor schießen. 

90.+2

Und die Hamburger Geschäftsstelle so... 

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90.+4

Puh, Münchens Mauersberger sieht die Gelb-Rote Karte, weil er dem Schiedsrichter vorrechnete, wie lange Ingolstadts Keeper den Ball in der Hand hält. Muss dann genau ein, zwei, drei, vier Sekunden vor allen anderen unter die Dusche.

95.

Wir tickern das jetzt hier zu Ende. Komme was wolle. Komme auch Jörg Dahlmann. 

96.

Saarbrücken übrigens mit dem Spieler des besten Supernamens aller Zeiten in den eigenen Reihen: Marco Kehl-Gomez. Ein Mann, der bestimmt zum Wundliegen neigt, wenn er sich wieder durchs Mittelfeld grätscht.

99.

Und jetzt ist es doch passiert. Polter poltert sich intensiver durch den Strafraum als ein Junggesellenabschied über die Reeperbahn. Dann Tor. Vielleicht aber Abseits. Meinen zumindest die Saarbrücker Spieler. »Nein«, sagt Dahlmann. Und dem wollen wir glauben. 

103.

Wie Dahlmann eine Abseitsposition auflöst, ist aller Ehren wert. Würde mich freuen, wenn er auf diese Weise auch die Diskussionen mit meinem Chef wegkommentieren würde: »Ne, da war er um 9.30 im Büro. Das haben wir vorhin schon gesehen. Zwar ohne Uhr am Handgelenk, aber was solls. Wird schon passen.«

105.

Saarbrücken lebt den Traum eines jeden Kreisligisten: wechselt jetzt zum vierten Mal.

108.

Dirk Lottner jetzt wie mein fauler Späti-Besitzer um die Ecke vormittags um 11: macht auf.  

110.

Kurzer Blick auf die, von der DFB vermarkteten, Werbebanden: Autohersteller mit Dieselskandal, ein durchaus kritikwürdiges Post-Unternehmen, ein fragwürdiges Kreditinstitut, ein Versicherer mit Sexskandal in der Vita und ein Bierbrauer. Dass es da heißt »Fußballmafia DFB« ist für mich alles anderes als verständlich! 

112.

Und Saarbrücken erspielt sich hier Chance um Chance, ist mit den Kräften aber am Ende. Man möchte ihnen zurufen, dass sie jetzt nochmal alles aus sich rausholen sollen, sie nach vorne drücken und pushen. Und stattdessen hören wir nur das Wort »Mannschaftsbusziehen«. Soviel dazu.

114.

Saarbrückens Torwart Ricco Zymer ist jetzt übrigens der »Nagelsmann-Junge«. Weil er unter ihm einst in der A-Jugend spielte. Als Ersatztorhüter. Aber klar, auch Michael Ballack wird ja noch immer »Ribbecks Ziehsohn« gerufen. 

117.

Die Stimmung von Dirk Lottner (Symbolbild). 

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118.

»Ein gefühlter Drittligist«, nennt Dahlmann jetzt den 1. FC Saarbrücken. Seines Zeichens Viertligist. 

120.

Und dann war's das doch. Saarbrücken verliert. Wir fahren jetzt nach Hamburg und lassen die Grillkohle durchschmoren. Aus Gründen.

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