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Bayer Leverkusen

Liveticker: Borussia Dortmund - Bayer Leverkusen

Mit Bosz: Dortmund gewinnt 4:0

In die Krise geschrieben und dann 4:0 gewonnen. Borussia Dortmund tritt gegen Bayer Leverkusen wie eine Spitzenmannschaft, ja, wie ein Meisterschaftsanwärter auf. Übt mit Aki Watzke die Motivationsreden: der Ticker.

15:15 Uhr

Freunde, willkommen! Dortmund gegen Leverkusen, Vierter gegen Fünfter! Die beste Verfolgertruppe seit Bobby Julich und Marco Pantani. Legt das gepunktete Trikot schonmal raus: der Ticker.

15:20 Uhr

Bei den Dortmunder unter der Woche großer Stunk. Beziehungeweise: Die Bild hat berichtet. Nämlich, dass Lucien Favre gegen eine Verpflichtung von Mats Hummels (spielt heute) war und sowieso alles schwierig. Michael Zorc hingegen sagt: "Wir haben keinen Dissens«. Womit klar sein sollte: Stimmung wie im Amazonas - hier brennt's.

15:25 Uhr

Schneller Blick noch auf die Aufstellungen. Dortmund spielt wie folgt: Bürki - Hakimi , Akanji , Hummels , Guerreiro - Delaney , Witsel , Sancho , Reus , Brandt - Paco Alcacer.

15:26 Uhr

Und Leverkusen: Hradecky - L. Bender , Tah , S. Bender , Wendell - Aranguiz , Baumgartlinger , Bellarabi , Havertz , Amiri - Volland.

15:27 Uhr

Für viele Fans der Borussia ungewohnt: Peter Bosz bietet eine Defensive auf.

1.

Anstoß Dortmund. Für Bosz gibt's im Westfalenstadion weiter nichts zu holen.

3.

Motiviert dürften beide Mannschaften jedenfalls sein. Wer gewinnt, ist Tabellenführer, wenn auch nur bis heute Abend. »Das darf nicht unser Anspruch sein«, mosert ein Geschäftsführer mit Meisterschaftsambitionen in der Ehrenloge.

4.

Kommentator Groß klärt auf: »Dortmund heute gegen Leverkusen, unter der Woche gegen Barcelona und dann Frankfurt.« Und auch ich muss sagen, dass klingt nach dem miesesten Prüfungsplan seit meinem Abi.

6.

Borussia Dortmund (Symbolbild).

8.

Leverkusen mit der ersten besseren Situation. Sieht gut aus, dann doch Abseits. Der Linienrichter hier aber auch wie ein Alkoholiker, der nach einem Einbruch in die Mentos-Fabrik nach Hause kommt: Hält seine Fahne lange versteckt.

10.

Leverkusen macht das Spiel, lässt den Ball und Gegner laufen und das so provokant, dass die Zuschauer im Westfalenstadion nervös zu Pfeifen beginnen. Seltsam, müssten doch eigentlich wissen, wie es ist, von Roten beherrscht zu werden.

12.

Favre setzt in der Verteidigung auf Hakimi und Guerrero. Dortmund damit über Außen wesentlich gefährlicher als jede Bundestagsdebatte.

14.

Dortmund mit den ersten beiden guten Gelegenheiten. Mit dem Kitschkrieg unter den Torchancen: Standard.

16.

Und auch wenn hier eine Mannschaft den Platz später als Verlierer verlassen sollte. Keine Sorge, schlimmer als für den Social-Media-Mann vom 1. FC Kaiserslautern wird's wahrscheinlich nicht. 

(via twitter.com/rote_teufel)

18.

Das Spiel bisher wie ein Badezimmermülleimer: Viel Tempo drin, ansonsten wenig Leckeres.

21.

Schwieriges Spiel bisher - vor allem für den Scout vom FC Barcelona.

24.

Dickes Ding für den BVB! Nach feinem Zuspiel von Alcacer kommen erst Reus und dann Brandt zum Schuss. Aber Hradecky wehrt den Doppelangriff so stark ab, würde mich nicht wundern, wenn der ab nächster Woche einen Job bei der NATO erhält.

27.

TOOOOR für Dortmund! Reus dribbelt sich durchs Mittelfeld, nimmt es mit mehreren Spielern auf, ganz so als habe er seine Form vor einer Woche feinsäuberlich in Butterbrotpapier gelegt, Gummiband drum und das Päckchen erst nach seiner Rückkehr von der Nationalmannschaft wieder geöffnet. Er bleibt zwar hängen, aber der Abpraller kommt zu Hakimi, der flankt sofort und Alcacer machts wie die abgeklärte Reinungskraft: staubt ab.

29.

Dortmund jetzt Tabellenzweiter, mit dem schlechteren Torverhältnis gegenüber Leipzig. Und in der Loge geht Aki Watzke seine Motivationsrede für die Halbzeit durch.

32.

Schwarz-Gelb jetzt wie ich gestern Abend als mir zum frischen Mundgeruch ein klein wenig Zahnpasta fehlte: Drückt mächtig auf die Tube. Delaney mit der nächsten Chance! Schießt alle möglichen Leverkusener Körperteile an, vielleicht war auch ein Handspiel dabei, von dort gerät der Ball dann irgendwie auch an die Latte. Szenen wie im Swingerclub, am Ende aber auch hier: Ohne Folgen.

34.

Freistoß für Dortmund vom Sechzehnerrand, nahe der Grundlinie. Reus legt sich den Ball zurecht, sucht Kroos.

37.

Bayer Leverkusen bis hierhin:

via GIPHY

40.

Jonathan Tah macht den Beckenbauer, sieht genau, dass die Borussen keine Holländer waren.

43.

Leverkusen erinnert mich gerade sehr an die Regenbogenspiralen, die es bei uns auf der Dorfkirmes zweimal jährlich am Schießstand (schwierig, weil Nachladen als Kind kaum möglich) oder beim Seile ziehen (langweilig) zu gewinnen gab: Werden auseinandergezogen. 

45.

Dortmund geht mit einer 1:0-Führung in die Pause. Was schade ist, denn damit sind 89475,35 Tore weniger gefallen als erwartet.

16:28 Uhr

Halbzeit. Zeit für ein konträres Stück Journalismus.

46.

Leverkusen mit dem Anstoß. Haben bis hierhin alles umgesetzt, was sie sich in der Pause vorgenommen hatten.

48.

Der eingewechselte Bailey direkt mit der ersten Chance - vergibt. Gute Nachrichten für Joaquin Phoenix, der damit Joker des Jahres bleibt.

50.

Und jetzt? TOOOOOR für Dortmund! Weil es wieder schneller geht als in der Achterbahn (also kurz nachdem der Wagen den höchsten Punkt überquert hat, der Blick nach ganz unten freigegeben wurde und sich im Bauch schon das flaue Gefühl einstellt). Sancho mit einem Kontakt, dem Pass in die Mitte. Alcacer berührt den Ball gar nicht, lässt Reus den Vortritt - 2:0. Beziehungsweise: »ICH WILL HIER RAAAUS«. 

52.

Müssen aber noch ganz kurz über das Durchlassen des Balles von Paco Alcacer sprechen. Denn diese Nicht-Berührungen gehören mittlerweile zu meinen Lieblingskategorien im Fußball. Noch kurz vor »Bananenflanken« und »Erfolgreiche Grätsche als allerletzter Mann«. Das Spiel zu verändern, ohne etwas zu tun. Einfach mal verzichten, am Ball vorbeischießen, toll. Finde, es sollte einen eigenen Statistikwert dazu geben, inklusive Expected-Nichtberührung. Müssen nur schauen, wie wir das messen. Sonst führt demnächst unter Umständen: Franco di Santo.

55.

Kommt gerade wenig von Leverkusen. Dortmund wie eine Grippewelle in einer unterbesetzten Firma: Hat den Laden fest im Griff.

57.

Peter Bosz steht an der Seitenlinie und weiß sich nicht zu helfen. Einige Dortmund-Fans wachen erschreckt auf.

60.

Favre bringt Hazard. Bosz könnte theoretisch Nowotny bringen. Unentschieden.

62.

Kai Havertz noch mit den Nachwehen der Länderspielreise: Versucht es immer noch - aber ohne Erfolg.

65.

Muss man aber auch ehrlich sagen, genialer Kniff von Favre neben Witsel auch Delaney aufzubieten. Der nimmt Havertz bis zur Szene vor wenigen Minuten ziemlich aus dem Spiel. Man könnte meinen: Blöd, weil Dortmund so ja ein Spieler fehlt, aber vorne sorgen sie eh für Dampf. Reus, Sancho, Alcacer, Havertz, Brandt, die Außenverteidiger, die Innenverteidiger. Und Leverkusen so: Uff.

67.

Leverkusens Offensivbemühungen:


(via facebook.com/imagedeposit)

71.

»Wen haben wir denn noch diaby?« Leverkusen wechselt.

74.

Dortmund also. Nach einer krachenden Niederlage in Berlin, mit all dem Hin-und-Her und Boulevard-Gelaber unter der Woche, führt hier 2:0 und spielt es dermaßen locker runter, dass man geneigt ist zu sagen: Spitzenmannschaft.

77.

Dortmund bringt Bruun Larsen und Weigl, Leverkusen kontert mit einer Alario-Einwechslung. Und ich finde: Schluss sollte demnächst sein, sobald sich beide Trainer die Hände schütteln.

79.

Würde mich nicht wundern, wenn einige Leverkusener Pässe für die nächste Show von Heidi Klum eingeladen werden, so arg wie die verhungern.

81.

Habe auch sonst zuletzt wenig erschreckenderes gesehen, als die Bayer-Kreativität heute. Obwohl... 


(twitter.com/visualsatire)

83.

Weshalb es jetzt 3:0 für Dortmund steht! Delaney mit dem besten Diagonalspiel seit Vier-gewinnt, Sancho hat alle Zeit und sieht Guerrero. Der kommt zum Abschluss - einen Satz, den man dieser Tage in Dortmund gerne hören wird.

85.

Frustfoul von Havertz. Aber keine Sorge, nur Gelb, er kann glaubhaft versichern, dass die Attacke Joachim Löw galt.

87.

Was die Kameras gerade nicht einfangen konnten: Peter Bosz wählt hektisch die Nummer von Domenico Tedesco.

89.

4:0, Marco Reus! Der erste Teil des Plans, den Tedesco gerade Bosz verriet, ist damit schonmal aufgegangen.

90.

Muss man aber auch sagen: 4:0 war genau das Ergebnis, das Bosz in Dortmund immer erzielen wollte.

17.20 Uhr

Und Schiedsrichter Siebert pfeift gar nicht erst wieder an, das ultimative Statement eines Unparteiischen. Dortmund gewinnt 4:0 gegen Leverkusen, ist damit zurück aus der Mini-Krise und vielleicht umarmen sich gleich auch noch Lucien Favre und Mats Hummels. Das werden wir dann sehen, in Dokumentationen, die frühestens in einem Jahr erscheinen (vielleicht). Solange warten wir geduldig und wünschen euch ein schönes Wochenende. Bis bald!