1. FC Köln

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BVB

Liveticker: 1. FC Köln - Borussia Dortmund

EIL: Köln trennt sich von Stöger

Alles versucht, trotzdem kein Erfolg. Dass Peter Stöger in Köln nicht zurückerwartet wird, ist deshalb nur folgerichtig. Zwischen den Fronten: Lukas Podolski, Batman und der Ticker. 

20:08 Uhr

Heute in BILD: »Wiedervereinigung der Spice Girls.« Das ist ja fast noch toller als das Wiedersehen von Peter Stöger und seinem FC. Und dann lesen wir weiter: »Jede kriegt 10 Millionen Pfund.« Das ist ja geschätzt ein Siebzehntel von dem, was Aubameyangs Berater vorgestern verdient hat. Und dann wird uns schlecht. Schönen guten Abend im Fantasialand Profifußball.

20:11 Uhr

Ein wenig Angst haben wir heute, weil ja Karneval ist. Zeit der total witzigen Jecken. Der Effzeh 2018 will heute verkleidet als Effzeh 1984 aufs Feld laufen. Damals feierten die Kölner mit einem 6:1 den höchsten Sieg gegen Dortmund. Jadon Sancho, über den Matthias Sammer gerade am Eurosport-Taktikboard spricht, war minus 16 Jahre alt. Und das Eurosport-Taktikboard wurde noch per Fax an die Abonnenten des Tele-Clubs versendet.

20:13 Uhr

Apropos: Auch der jetzt interviewte Peter Stöger verkleidet sich gern. In Köln als wandelnde Merchandise-Produkt-Palette des FC, nun als Dortmund-Edelfan. Eigentlich ist Stöger Trainer. Glauben wir.

20:14 Uhr

Na, gut. Der Kollege Ahrens hat sich heute auch etwas Karnevaleskes einfallen lassen. Er hat meinen Oberkörper auf einen Kapuzenpullover drucken lassen. Steht ihm:

20:17 Uhr

Sollte der FC heute gewinnen, könnte er (mindestens bis Sonntag) mit dem HSV gleichziehen. Dabei war die Mannschaft nach der Hinrunde vom rettenden Ufer in etwa so weit entfernt wie Dennis Diekmeier von einer Nominierung für die brasilianische Nationalmannschaft.

20:22 Uhr

Ich erinnere mich gut an eine Redaktionssitzung kurz vor der Winterpause, in der ich anmerkte, dass für Köln noch alles möglich sei. Die Mannschaft bräuchte nur eine kleine Serie. Ein Kollege schaute mich entgeistert an und sagte: »Du glaubst auch, dass Katzen eines Tages die Welt übernehmen.« Ja gut, äh, dafür gibt es sogar Beweise:

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20:25 Uhr

Der neue Kölner Sportdirektor Armin Veh schickte übrigens unter der Woche Grüße nach Dortmund: »Mein Trainer ist Stefan Ruthenbeck, und der ist nicht verantwortlich dafür, dass es 13 Verletzte gab und die Mannschaft erst am 17. Spieltag ihre Punktzahl verdoppeln konnte.« Stöger sagte nicht: »Mein Neuzugang heißt Michy Batshuayi, und der ist heute dafür verantwortlich, dass Köln mit 5:0 unter die Räder kommt.« Er sagte gar nichts. Schade eigentlich.

20:29 Uhr

Fassen wir also zusammen: Karneval in Köln, Krise in Dortmund. Was im Grunde das Gleiche ist. In einer Minute geht's los. Marco Hagemann kommentiert für Eurosport. Wir kommentieren für 11freunde.de. Und Heribert Faßbender kommentiert für sich selbst. Für Option 1 drückt bitte die Rautetaste auf eurer Fernbedienung. Für Option 2 am Ohrläppchen eures Nebenmanns/eurer Nebenfrau ziehen. Für Option 3 auf Kanal 397 schalten und warten. Viel Spaß.

1.

Anstoß Dortmund. Stöger spielt jeden Vorteil aus.

2.

Pyro-Aktion der Dortmunder Fans wird kritisch wegmoderiert. Die Werbung der Wettanbieter zuvor aber natürlich kein Problem. Das ist mein (Fußball-)Deutschland.

3.

Gerade bei Spiegel Online unterwegs gewesen, und ja, ich fühle ich mich unter Druck gesetzt. 

4.

Stefan Ruthenbeck hat gesagt, dass sich seine Mannschaft nicht in einem Harry-Potter-Film befinde? Entschuldigung, aber warum nicht? Käme es dem 1. FC Köln nicht gelegen, wenn Armin Veh ein Schnatz in den Mund flöge, um den Kölner Klassenerhalt zu besiegeln? Ich möchte das sehen, verdammt. 

6.

Lese ständig die Kritik, dass Bosz und Stöger den Mythos BVB, den Klopp und Tuchel schufen, innerhalb weniger Monate beerdigt hätten. Mag sein. Aber hat irgendjemand mal überlegt, wie sich Matthias Sammer heute Abend fühlt?

10.

Läuft Stöger heute nach einem 5:0-Sieg eigentlich zur Kölner Kurve? Möchte mir eine Karte dafür kaufen. 

8.

Einst saßen meine Mitbewohner und ich im Kino. Wir waren früh da und stopften uns mit Popcorn voll, wunderten uns aber, dass sich der Saal für »König der Löwen 3D« so verdammt füllte und das nur mit spätpubertären Schülerinnen. Zugegeben: Die Zielgruppe von »König der Löwen 3D« war das nicht. Das waren ja wir. Und bis wir bemerkten, dass wir im falschen Film saßen, waren wir derart umlagert, dass wir uns auch nicht mehr raustrauten. Und somit dreieinhalb Stunden einen Vampirfilm sahen. Was mich zu dieser drolligen Anekdote führt? Als Peter Stöger gerade den Ball absichtlich an Jonas Hector vorbeiwarf, muss sich der Mann und eigentlich alle doch auch im falschen Film gefühlt haben. In einem, den nur spätpubertäre Mädchen schauen. Und weinen. 

11.

Jojic allein vor Bürki, bekommt den Ball nicht mehr in die kurze Ecke. Deshalb: gehalten. 

12.

Woah, Schürrle und Dahoud im Kölner Strafraum, werden bedrängt. Fallen dann aber schneller als der Bitcoin-Aktienkurs. Kauft ihnen Schiri Brand nicht ab.

14.

Auch Kollege Bock hat sich heute übrigens auch schick gemacht. Den Gag könnt ihr euch ja denken. 

15.

Foul an Sokratis. Brand pfeift. Bürki ist entsetzt.

19.

Gerade wollte ich sagen, Hagemann ist ein guter Mann für dieses Spiel. Angemessen aufgeregt, aber nicht übermäßig, angenehme Stimme, sympathischer Typ, aber dann lese ich auf Wikipedia das: »Hagemann ist ein Fan von Borussia Dortmund.«


Der Fairness halber plädieren wir dafür, dass er in der zweiten Halbzeit von Wolfgang Niedecken abgelöst wird. Oder vom Geißbock.

22.

Heimliches Hobby von mir: Die Orte, in denen die Schiedsrichter wohnen, auf Google-Maps suchen. Heute: Benjamin Brand aus Unterspiesheim in Kolitzheim bei Werneck bei Grafenrheinfeld bei Schweinfurt. Weiter weg war zuletzt nur Andre Schürrle – von einem Wechsel nach England.

24.

»Ich habe gehört, der Batman-Job ist vakant, BVB. Also habe ich entschieden, ihn zu nehmen«, schrieb BVB-Neuzugang Michy Batshuayi (l.) jüngst auf Instagram.

27.

Bislang kein schlechtes Spiel. Kagawa mit einer großen Chance, Schuss an die Latte. Aber auch viel »klein, klein«, wie der gemeine Sportkommentator so sagt. Was mich zu der Frage führt: Wie sieht eigentlich »groß, groß« aus? Frage für einen Sanitäranlagen-Fan.

30.

Leider heute auch nicht im Kader: mein Lieblingsspieler Tim Handwerker. Verkauft auf dem Teleshopping-Kanal eures Vertrauens gerade die neuesten Wasserwaagen und Hebelzangen. Dabei könnte Köln momentan einen Spieler gut brauchen, der auch mal die Brechstange dabeihat oder richtig Maß nimmt.

32.

»Ein gutes 0:0«, zwischenresümiert Marco Hagemann. Das stimmt schon. Aber: Für Köln gilt heute das alte Swinger-Club-Motto: »Alles kann, nichts muss.« Nur umgekehrt.

34.

Lege mich fest, wenn die beiden Mannschaften weiterhin so leidenschaftlich Kick-and-Rush spielen, werden sie morgen noch von allen englischen Klubs aufgekauft.

37.

Stöger damit schon am Ende aller Ziele. 


36.

TOOOOOR! Beziehungsweise: Puh. Toljan gegen Sörensen wie im unbeaufsichtigten Süßwarenladen: vernascht nach Belieben. Und in der Mitte steht Batshuayi und schießt ihn rein. Hätte dieser Aubameyang nicht besser machen können. Lege mich deshalb fest: Aubameyang in Dortmund schon vergessen. Was viele nicht sehen, wie der Mann, den sie Batman, nennen zu Coach Stöger rennt. »Ich habe mich nie bedankt.« – »Und das müssen Sie auch nie.« - Schnüf.

41.

AUAAAA! Entschuldigt, aber Jojic hat gerade Pulisic gefoult und wir haben uns beim Anblick der Wiederholung spontan den Knöchel gebrochen.

42.

Jojic im Mittelfeld wie ein ICE vor Wolfsburg: findet die nächste Station nicht.

44.

2:0 - Michy Batshuayi. Der Fußball schreibt immer noch die beschissensten Geschichten.

45.

Oha, Videobeweis. Doch kein Tor. Jetzt kann die Bundesliga nicht einmal mehr die beschissenen Geschichten aufschreiben. Ein Fall für die Deutsche Literaturgesellschaft.

21:18 Uhr

Jetzt Halbzeit. Jetzt schreibt der FC Bayern irgendeine Geschichte auf irgendeiner Wett-App. Alles schon gelesen, wird umkommentiert zurückgeschickt.

21:22 Uhr

Keine Termine, leicht einen sitzen – und ein schönes Freitagabendspiel. Wir freuen uns. Vor allem für unseren neuen Lieblingsspieler Batshuayi, der heute zwei Tore geschossen hat (immerhin eines hat gezählt). Blöd nur: Schießt er noch eines, wird nach dem Spiel der FC Arsenal vorstellig und der Spieler verkündet: »Ich habe früher schon in Gunners-Bettwäsche geschlafen.«

21:27 Uhr

Jetzt Halbzeitanalyse mit Sammer und Henkel. Das Duo Infernale der modernen Fußballberichterstattung mit einem symapthischen Hang zum Analogen. Stehen jetzt vor einem Flipchart aus dem Jahr 1993. Vermutlich haben sie es vorher aus einem Metallspind geholt, es riecht jedenfalls durch den Fernseher nach Winnie Schäfer und Peter Neururer. Schön.

21:29 Uhr

Die erste Halbzeit aus Kölner Sicht (Symbolbild). 

via notesofberlin

46.

Rückpass Köln. Verkleidet als Anstoß. Wie auch immer: Die zweite Halbzeit läuft.

49.

Das Problem an der ganzen Kölner Aufholjagd ist ja: Der HSV kann zwar nicht punkten, er kann auch keine Tore schießen – aber er kann, so sehr er sich auch anstrengt, nicht mal absteigen. (Seit heute wissen wir sogar, er kann noch nicht mal putschen). Der Effzeh muss also auf Bremen, Mainz und Stuttgart hoffen. Oder sich einfach weiterhin lustig verkleiden, dann wird schon alles gut: 

53.

Schürrle läuft sich wieder mal in der Kölner Defensive fest. Manchmal kickt er ja wirklich super, tolle Tricks, perfekter Antritt, aber oft ist sein Spiel einfach schwer zu fassen. Wie eine RTL-Doku-Soap am Nachmittag. Wie die jüngsten Entscheidungen des NOFV. #SVB03

57.

Kölns Guirassy mit einem Übersteiger, den wir zuletzt in den Achtzigern bei Manni Burgsmüller oder Dieter Schatzschneider gesehen haben. Irgendwie total schwerfällig und absehbar. In einem Tempo, dass man glaubt, man könnte währenddessen eine Dr-Oetker-Pizza fertig backen. Aber erstaunlicherweise ist die Finte von Erfolg gekrönt. Sein Schuss landet trotzdem irgendwo kurz hinter der A1.

61.

Ausgleich. Irre. Simon Zoller mit dem 1:1. Tolle Vorlage auch von Roman Bürki.

63.

Aber jetzt geht es hin und her. Bzw.: Hin. Denn Dortmund trifft wieder. 2:1. Wer? Natürlich Batshuayi. Das Telefon von Michael Zorc klingelt. Am anderen Ende: Paris Saint-Germain. »Nein. Wir verkaufen nicht.« – »Biiiitte!« – »Nein!!!« – »Bittteeeeeeeee!« – »Okay.«

65.

Köln muss jetzt aufpassen, denn was viele nicht wissen, woher auch: Schürrle-Tore zählen doppelt.

67.

Bürki probiert alles, weiterhin kein Tor für Köln.

68.

Die Dortmunder Defensive jetzt auch ähnlich einfallsreich wie die 10er-Clique Azubis Rosenmontag am Zülpicher: »Haha, du gehst auch als Pilot?!«

69.

TOOOOR für Köln! Nach einer Ecke, per Kopf, hineingeschädelt durch den Innenverteidiger Meré, der, wenn er nicht Meré heißen würde, Naldo genannt werden sollte. 

70.

Stöger bringt Supertalent Stöger. Wie einer, der jetzt auf Montage fährt, und in der Heimatkneipe aufgeregt zeigen will, was er sich jetzt alles leisten kann. LOKALRUNDE! DING DING DING! 

74.

Fun Fact: Wenn Köln heute noch gewinnt, haben sie in dieser Saison mit Stöger genauso viele Punkte geholt wie gegen ihn.

76.

Köln jetzt mit ähnlich viel Druck wie die 10er-Clique Azubis Rosenmontag am Zülpi... ach, vergesst es.  

77.

Gute Nachricht für den 1. FC Köln: Pizarro könnte noch gebracht werden.

Schlechte Nachricht für Borussia Dortmund: Pizarro könnte noch gebracht werden.

81.

Stöger wendet sich verzweifelt an die Bank: 

»Komm, Claudio, den einen hast du mir bei Antritt versprochen. Mach et!«
»Was?«
»Was?« 



84.

»Batschwei!« So spricht Marco Hagemann den Namen des BVB-Neuzugangs aus. Ich mache das jetzt auch. Auch wenn der Name klingt wie eine Kleinstadt in Sachsen.

85.

TOR! Aus 13 Metern zieht Schürrle ab, der Ball wird leicht abgefälscht, drin. Wir legen uns fest: Schürrles beste Aktion seit der Torvorlage im WM-Finale 2014.

87.

Drei Minuten zu gehen. Vielleicht sogar zu laufen. Was passiert hier noch? Glänzt Bürki mit einem weiteren Assist? Schreit Podolski den Ball aus Japan ins Tor? Grätscht Peter Stöger eine Ecke über die Linie des BVB? Für Option 3 rufen Sie jetzt bitte bei Eurosport an und imitieren Sie Peter Neururer, wie er Donald Duck imitiert.

91.

Riesenchance für Köln. Höger mit einem Hammer aus 17 Metern. Sokratis fliegt wie eine Rakete durch den Strafraum und köpft den Ball so knallhart weg, dass Kim Jong-un Applaus aus seinem Wasserstoffbomben-Labor nach Köln schickt.

93.

Die letzten zwei Minuten. Hagemann meint: »Dortmund ein My stärker im Abschluss.« Ich bin ein My zu betrunken, um hier weitere sinnvolle (oder sinnlose) Dinge zu schreiben. Daher ein lustiges Poldi-Bild:

95.

Jetzt ist es vorbei. Ein großer Kampf. Wir ziehen unseren Hut vor dem Effzeh. Aber auch vor Batshuayi, pardon, Batschwei. Ob Aubameyang am Wochenende auch für Arsenal so einen Einstand feiern wird? Vermutlich nicht, denn unser Investigativteam hat ihn vorhin mit seinem Berater auf seiner Camouflage-farbenen Yacht vor den Cayman-Islands gesehen. Er steht angeblich in Verhandlungen mit einem Verein vom Mars. Gute Nacht!