1. FC Köln

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Schalke 04

Köln-Schalke im Liveticker

Durch et Füer

Köln bekommt den Hintern versohlt und holt trotzdem ein 2:2. Reicht vermutlich alles nicht, die zweite Liga wartet schon. Die Fans feierten trotzdem. Was wiederum der Ticker feierte.

17:55 Uhr

Ja, Gott zum Gruße, Freunde der Sonne, die ihr jetzt mit kühlem Pils und coolen Freunden hoffentlich irgendwo am Wasser liegt und lieber den Ticker verfolgt, statt den Jammereien über kommende Prüfungen zu lauschen oder den Blagen noch ein Eis zu kaufen. Erste lauwarme Erkenntnis dieses Spiels: Wolff Fuss trägt nur Pullover. Klares Zeichen dafür, dass es draußen über 20 Grad hat.

17:58 Uhr

Stefan Ruthenbeck hat Tim Handwerker in seiner Startelf. Ob er heute die Dinger reinschweißt? Oder reinnagelt? Hämmert? Lücken stopft?

1.

Ach, schee. Im Stadion singen sie einfach ihr "FC Kölleeeeeee" weiter, ist das die berühmte rheinische Frohnatur? Und wie geht die eigentlich mit einem Abstieg um? Rüttelt man dann lachend am Zaun zur Geschäftsstelle und fordert den Vorstand auf, ne Runde Kölsch zu schmeißen? Köln einfach zu nett für die Bundesliga?

2.

Schwungvoller Beginn, würde meine Oma, Gott hab sie selig, jetzt tickern, wenn ich ihr rechtzeitig das 11Freunde-Ticker-Tool beigebracht hätte. Köln wie es schwingt und lacht.

3.

Armer Stefan Ruthenbeck. Schaut so sorgenvoll drein wie ein Unternehmer, der noch nicht weiß, wie er es seinen sieben Angestellten beibringen soll, dass er sie morgen kündigen muss, weil er auf einen windigen Bauunternehmer aus Süddeutschland reingefallen ist.

4.

Oder wie der Trainer einer Mannschaft, die einfach nicht gut genug ist für die Bundesliga. Fehler in Kölns Mittelfeld, Vollsprint von Konoplyanka über links, Flanke nach innen, Tor durch Embolo. 0:1 nach vier Minuten. Die ganze Wunderdebatte treten wir dann mal gleich in die Tonne.

6.

Und um das traurige Bild eines Tabellenletzten perfekt zu machen, hat es in Köln angefangen wie aus Eimern zu regnen, kaum da die Spieler den Rasen betreten hatten. Tut es nicht, rief Petrus hilflos, lasst die armen 50.000 doch lieber im Biergarten sitzen, statt im Stadion zu leiden! Aber was weiß der schon von Fußball. Neben ihm auf der Wolke sitzt Fritz Walter, schnalzt genießerisch mit der Zunge und stößt mit seiner Italia auf sei Wedda an.

9.

Eben ein Kölner Freistoß, der so furchtbar war, dass Wolfgang Overath beim Rasen mähen einen Krampf bekam und nicht wusste, weshalb. Es tut so weh.

12.

Clevere Kölner! Es regnet jetzt so stark, vielleicht wird das Ding hier noch abgebrochen, vielleicht ja das Spiel, ach was, die ganze Saison wiederholt! Und dann? Platz 10, paar schöne Spiele im Uefa-Cup, alles tutti, Karneval, alles noch tuttiger. Da bekommt Armin Veh einen Nackenschlag und erwacht aus diesem hübschen Traum. Er schaut auf den Rasen und fragt sich, warum er nicht damals einfach beim BC Harlekin Ausgburg geblieben ist. War auch alles Käse, aber immerhin gab es Freispiele im Zockerparadies für lau.

16.

Die Angriffsbemühungen der Kölner bislang so durchsetzungsfähig wie der asthmatische Jung-Manager, der bei seiner ersten Konferenz vom dicken Zigarrenliebhaber Uwe niedergebügelt wird und abends nicht zum Saufen eingeladen wird.

18.

Hui, Sky sucht Kandidaten für einen "Traumjob". Wie der wohl aussieht? Wolff Fuss die Selbstgefälligkeit hinterher tragen? Immer und überall über jeden Gag von Buschi lachen? Jörg Wontorra hübsche Freundin vorstellen? Egal, Bewerbung ist raus! #skyisthelimit

20.

"Das Unklare liegt im Wesen dieser Sportart", herbergert Fuss und bringt mich kurz zum Nachdenken. Erstmal ein Schlückchen Kloßbrühe.

22.

Schussversuch von McKennie, drüber. Der Mann kaut Kaugummi. Als wäre das hier kein Bundesligaspiel, sondern bisschen Skaten im Park. Alex Ferguson gefällt das.

23.

TOOOR! 2:0 für Schalke, Konoplyanka sprintet durch die Kölner Abwehr, die vor lauter Erstaunen im Geiste Kamelle zu werfen scheint, Schlenzer ins lange Eck, drin. Junge Junge. Es riecht nach Peitsche.

24.

Von wegen Peitsche. TOOOORR für den 1. FC Köln, 1:2 durch Bittencourt. Es riecht nach Lebenszeichen.

29.

Konoplyanka schon wieder. Zieht von links nach rechts in so robbenhafter Leichtigkeit, dass der arme Sörensen unter seiner Gesichtsmaske noch mehr ins Schwitzen kommt, zwiebelt den Ball an den Innenpfosten. Schwein gehabt, denkt der Bock und beißt ins Gras.

30.

Nächster Angriff der Schalker, langes Bein gegen Goretzka und Ecke. Nie wurde ein Anschlusstreffer schneller vergessen gemacht.

32.

Apropos arme Schweine: Sörensen wird ausgewechselt. Weil ihm 32 Minuten lang der Arsch versohlt wurde. Was Kölns Stadionsprecher wohl gesoffen haben muss, dass er ihn trotzdem mit stadionsprechertypischer Fröhlichkeit verabschiedet ("Sööörensennn!")? Im Zweifel Lack. Der ist hier in Köln schon deutlich ab.

35.

Puh, den FC dabei zu beobachten, so etwas wie Gefahr vor dem Schalker Tor zu schaffen, erinnert an das beklemmende Gefühl in der Kneipe ein Tinder-Date zu verfolgen, das ganz ganz sicher niemals in einem Bett enden wird. Schnell noch ein Schluck vom Stadionsprecher-Lack.

37.

Wieder Konoplyanka, diesmal mit dem Kopf. Hat in fast 40 Minuten mehr Chancen erspielt, als die Kölner in der gesamten Hinrunde.

38.

"Ultras - wem gehört der Fußball?", kündigt Sky seine nächste Doku an. Hoffentlich als Sachverständige geladen: Reinhard Rauball, Helmut Hack, Kalle Rummenigge und als Überrachungsgast Nasser Ghanim Al-Khelaifi .

40.

Ihr lieben Kölner, seid nicht traurig. Folgende Dinge gibt es in der 2. Bundesliga nicht: TSG Hoffenheim, RB Leipzig, Jewhen Konopljanka. Also Kopf hoch!

44.

Kleiner Tipp aus der Kreisliga: wenn man gegen einen Mann wie Konopljanka nun so gar keine Schnitte sieht, hilft vielleicht das gute alte Eisbein, eine Charaktergrätsche oder was auch immer, das zumindest ein wenig nach Körperkontakt schmeckt. Aber was wissen wir schon.

Halbzeit

Sag zum Abschied leise tschö - Schalke führt mit 2:1 und wenn jetzt nicht der 25-jährige Claudio Pizarro eingewechselt wird, dann bleibt der FC weiter chancenlos. Hoffen wir einfach weiter auf Wunder, es tut so gut. Bis gleich.

45.

Hier bleibt nicht mal Zeit "Beginn zweite Halbzeit" zu schreiben, da ist Schalke schon wieder in des Gegners Strafraum. Und Köln komplett in der eigenen Hälfte. Liebe Kölner, ihr müsst jetzt ganz stark sein. Die 45 Minuten packen wir auch noch.

48.

Skandal: Pizarro noch immer auf der Bank. Hat der auch nicht verdient, zum Ende seiner Karriere auf der Bank sitzend abzusteigen, oder?

50.

Schalke ballsicher wie Michael Jordan an der Wurfmaschine auf dem Rummelplatz. Naldo verteilt Ohrfeigen an ein Poldi-Double. Hau den Lukas. Und die Zuckerwatte schmeckt nach roter Laterne. In der Geisterbahn können tapfere Kölner noch einmal die vergangenen 30 Saisonspiele in voller Länge verfolgen.

52.

Bewährtes Mittel bei Mannschaften, denen das Selbstvertrauen abhanden gekommen ist: Flanken aus dem Halbfeld. Christian Ziege hat 11Freunde entliked.

54.

Auf der Tribüne: Frank Baumann und Werder-Trainer Kohfeldt. Sind hier um Spieler zu beobachten, weiß Fuss. Hat was Geiereskes. Baumann scheint eingenickt, Kohlfeldt zu viel Sonne getankt zu haben. Wie die Reste eines Junggesellenabschieds. Verkauft Baumann da gerade Schlüpferstürmer an seinen Nebenmann?

56.

Schalkes Burgstaller mal wieder mit dem Gesicht im Gras, findet das Grün noch leckerer als einst Sven Kmetsch. Fuss erinnert an Marc Wilmots und all die anderen Kampfschweine. Wie auch immer: saustarker Mann, der Österreicher. Wann fängt Christian Heidel an, Zigarre zu rauchen und Tatort-Kommissare zu daten?

59.

Jetzt geht alles bzw. nix mehr bei den Kölner. Langes Eisen in den Strafraum, Heintz bekommt den Ball an den Hinterkopf, nächste Chance für Schalke. Wetten, dass es Timo Horn gleich schafft, mit der Hacke den Ball gegen das Lattenkreuz zu schießen, damit er dann von des Keepers Hoden abprallend ins eigene Tor trudelt?

61.

Wenn Armin Veh mal aufsteht, um sich Julius-Cesar-artig am Seitenrand aufzubauen, gibt es entweder Freibier oder eine mögliche Fehlentscheidung. Handspiel im Schalker Strafraum!, kreischt die Menge und zeigt auch die Wiederholung. Die Videobeweis-Menschen aus Köln? Sitzen längst im Grüngürtel und lassen den lieben Gott nen guten Mann sein. Schlaufüchse.

64.

Och nö. Tedesco nimmt unseren Liebling Konoplyanka aus dem Spiel und bringt Bentaleb. Der Ukrainer geht jetzt hoffentlich in den Grüngürtel und hält den Ball hoch. Freut die Videobeweisler beim Feierabend.

69.

So, jetzt vielleicht. Freistoß für Köln, aber, ach du Schreck, wo ist Dirk Lottner?

70.

Risse hats letztlich gemacht. Und den Ball volles Pfund in die Mauer geknallt. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn ihm mal etwas gelungen wäre in diesem Spiel. Sollte aufpassen, dass er sich nachher nicht beim Duschen die Hüfte zerrt oder beim Zähne putzen mit der Stirn gegen den Spiegel fällt.

72.

Wo wir die Frisur von Thilo Kehrer schon mal gesehen haben:
- auf der Brust von Ryan Giggs
- im Stinktiergehege
- auf der Oberlippe von Ali Daei
- auf dem Kölner Karneval

74.

Kölns Fans singen und klatschen, Fuss feiert die "kölsche DNA". So einfach geht das mit der Begeisterung. Aber sie kennen sich ja auch aus hier mit Abstiegen. Wäre der sechste der Vereinsgeschichte. Häufiger ging nur Pippo Inzaghi runter.

77.

Denken wir doch lieber an was Schönes. Toni Polster und seine fabulösen Thekenschlampen. Den jungen Lukas Podolski. Die ersten Trainingseinheiten unter Christoph Daum. Litti. Icke. Bodo. Wolfgang. Die letzte Saison. Noch drei Kölsch drauf, geht schon wieder.

79.

17-Millionen-Mann Cordoba jetzt auf dem Feld. Der hat noch kein Bundesliga-Tor für Köln erzielt. Haste Scheiße am Fuß, haste auch kein Glück aufm Transfermarkt, alte Binsenweisheit.

82.

BADABUMM! 2:2 und was für ein Gerät. Vollspann-Freistoß von Marcel Risse, Fährmann steht etwas komisch, vielleicht hat er auch ein bisschen Mitleid, wie auch immer: TOOOR für die Kölner und für die Getreuen da oben ein paar Glückshormone in all dem Elend. Kommt es doch, das Wunder?

88.

Bitter. Nackenzerrung beim Tickerer vor lauter Kopfschüttelei, dass dieses Spiel plötzlich Unentschieden ist. Glaubt dir ja hinterher kein Mensch mehr.

89.

Komme mir vor wie ein Vater, der seinem dicken Jungen beim Turnen zugucken muss und so gerne woanders sein möchte, weil heute doch eh nix geht. Auslöser: Konter über Risse, der gleich seinen ersten Ball direkt in die Füße von Naldo chippt.

90.+2

Nachspielzeit schon. Ne ne, da geht nix mehr. Tapfere Kölner, unkluge Schalker, 2:2. Aber immerhin hat es irgendwann aufgehört zu regnen. Man muss die positiven Dinge sehen, wenn alles kacke läuft.

Abpfiff

Aus die Maus. Eines dieser Unentschieden, von denen keiner so richtig was hat. Köln hat theoretisch noch Chancen auf den Klassenerhalt, welche Farbe hat alle Theorie? Genau. Schalke eiert sich Richtung Champions League, aber doll war das in Halbzeit zwei nicht. Noch ist hell draußen, gehen wir schnell noch einen trinken und stoßen auf die Zukunft an. Sie kann für alle Kölner nur besser werden. In diesem Sinne: Alaaf und auf bald!