1. FC Köln

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Bayer Leverkusen

Köln - Leverkusen im Liveticker

Kölle Alive

Der 1. FC Köln lebt! Nach dem verdienten Derbysieg gegen Leverkusen sind es nur noch fünf Punkte zur Rettung. Saß mit Narrenkappe vorm TV: Der Liveticker.

15:15 Uhr

Freunde, herzlich willkommen zum Liveticker. Falls ihr euch wundert, warum wir Köln gegen Leverkusen tickern und nicht etwa Dortmund: Kollege Ahrens und ich hatten Bedenken, dass wir bei zu viel Stögerschem Beamtenfußball aus Versehen ein Rechnungswesens-Fernstudium absolvieren und morgen früh im Finanzamt am Bürotisch sitzen, mit aschgrauem Anzug, Thrombosestrümpfen und einer Modelleisenbahn zuhause, die das einzige Hobby geworden ist. Und da hatten wir halt nicht so Bock drauf.

15:20 Uhr

Dann also Köln. Und was soll man sagen: Ein Spiel des Effzeh in dieser Saison zu tickern, fühlt sich irgendwie so an wie diese komische Kontroverse um die Geissens, die vor ein, zwei Jahren in irgendeinem Urlaub mal eine Tour durch eine Dritte-Welt-Favela gemacht und Fotos von den Favelabewohnern geschossen und online gestellt haben. Elendstourismus par excellance. Nur dass Ahrens und ich nicht so gut gekleidet sind wie die Geissens.

15:22 Uhr

Bin übrigens in Sorge um Jürgen Klopp. Schon vier Werbeclips nacheinander ohne den sympathischen Wahl-Liverpooler. Ist irgendwas? Geht es ihm gut?

15:24 Uhr

Dafür Matze Knop und Waldemar Hartmann. Als würde man Werbung für schlechte Werbeagenturen machen wollen.

15:26 Uhr

Und sowieso: Warum eigentlich Werbung? Man braucht doch mittlerweile sowieso schon 24 Abos, 3382 Receiver und 13412 Kanäle, um sämtliche Spiele sehen zu können. Da kommt man im Jahr auf den Gegenwert eines Einfamilienhauses. Und dann auch noch Werbung ständig?

15:28 Uhr

Schön, die neue FC-Hymne läuft. »Bye, Bye, Bye« von N*Sync, wenn ich mich nicht irre.

15:29 Uhr

Bei all der Kritik muss man ja auch mal loben können: Die Anti-Rassismus-Aktion der DFL ist absolut lobenswert. Auch an dieser Stelle noch einmal: Fuck Nazis!

1.

Anstoß Köln. Spielt bis hierhin nicht wie ein Absteiger.

2.

Freunde, entschuldigt. Ich bin erst jetzt bereit, denn Kollege Reich ist diese Woche schon wieder ein Jahr älter geworden (Glückwunsch!) und als Zivildienstleistender seines Vertrauens musste ich den Mann erst noch samt Heizdecke an den Fernseher schieben. Ton was lauter, Fondanteier auf dem Fliesentisch. Falls hier heute jemand »Bingo« ruft - einfach ignorieren.

3.

Köln gewaltig unter Druck. Die Mannschaft hat gestern den HSV gesehen und will jetzt mit allen Mitteln die Saison nicht als Tabellenletzter und somit hinter den Hamburgern abschließen. Es geht um die Ehre.

4.

Höger bereits nach vier Minuten mit der Gelben Karte. Sammelt hier die schnellste Verwarnung, seitdem ich der schönen Frau gestern Abend einen ausgeben wollte. »Schön aufpassen, Freundchen, Griffel behältste bei dir.«

5.

Fun Fact: Morgen wird der Stadtanzeiger ausnahmsweise ausführlich über Bayer Leverkusen berichten.

7.

+++ EIL: Köln seit sieben Minuten und zum ersten Mal seit August nicht mehr Tabellenletzter!+++ 

9.

Und jetzt? TOOOOOOR für den 1. FC Köln! Bittencourt auf der linken Seite wie ein Karnevalist, der dringend auf Toilette muss: Geht einfach mal durch. In der Mitte steht Osako. Köln führt, nur noch fünf Punkte auf Wolfsburg. Und ganz Köln: Europapooookaaaal!

10.

Die nächste Chance für Köln, die hier mächtig Druck machen. Würde ja jetzt gern allen Kölnern Mut machen, aber dann erinnere ich mich an das letzte Kölner Spiel, das ich live und in voller Länge sah. Nils Petersen lacht wahrscheinlich jetzt noch.

15.

Leichtere technische Probleme hier übrigens. Kollege Ahrens ist knapp vier Minuten hinterher, was möglicherweise daran liegt, dass er heute das kürzere Hölzchen gezogen und vom Redaktions-C64 (Baujahr 1986) tickern muss. Kann also gut sein, dass hier gleich Frank Ordenewitz das 2:0 schießt. Oder Ahnens anfängt, den Oregon Trail zu tickern.

18..

Übrigens: Auch die Kölner hinken hinterher, und zwar ein volles Jahr. Spielen hier wie anno 2017, als die Zeichen auf Europacup standen, und schnüren Leverkusen regelrecht hinten ein. Wenn jetz gleich Modeste trifft und Peter Stöger an der Seitenlinie die Faust ballt, geh ich mal lieber den Fluxkompensator checken.

21.

Leverkusen hier immer noch harmlos. Und das bei so Vollgranaten vorne drin wie Brandt, Havertz, Baily, Alario und, und, und. Ob sich langsam die Doppelbelastung der Harlem-Globetrotters-Saison bemerkbar macht?

24.

Köln hier richtiggehend wütend. So aggressiv hab ich keine Kölner mehr gesehen, seitdem ich auf einer Karnevalsparty vor ein paar Jahren an der Kneipen-Jukebox fünf Euro eingeworfen und 35 mal nacheinander »Total Eclipse of the Heart« angemacht habe.

25.

Man kann den Kölnern keinen Vorwurf machen, sie bieten ihren Zuschauern seit Wochen eine echte Show. Eine miese und hässliche, aber das kann ja auch erfolgreich sein. Siehe Modern Talking.

26.

Alario kommt völlig frei zum Kopfball, nickt das Ding aber in die Arme von Horn. Was schade ist, denn bei einem Tor hätte der Stadion-DJ zumindest die Gelegenheit gehabt diesen Torsong zu spielen: 

27.

Was ist denn jetzt los? Bittencourt, der sich hier seit 27 Minuten für einen Nebenjob als Duracell-Häschen bewirbt, nimmt mit einer einzigen Körpertäuschung die halbe Bayer-Defensive auseinander. Seine Flanke wird von Risse in der Mitte schon erwartet, könnte den Ball volley in den Knick wemsen, aber ein Leverkusener Fuß ist dazwischen. Dann Zweikampf, Grätsche, Foul von Risse. Alles in großartiger Geschwindigkeit. Würde mich nicht wundern, wenn hier gleich ein Regisseur das Spiel stoppt, um daraus einen epischen Nike-Werbedreh zu machen.

29.

Toll auch: Die Kölner wissen, dass ich gestern einen schweren Abend hatte und kontern sich die Seele aus dem Leib.

31.

Alario keilt nach hinten aus und dann - unglaubliche Szenen - scheint der Videoschiedsrichter nicht(!) zu schlafen. Schiedsrichter Osmers läuft zum Bildschirm am Seitenrand ...

32.

... und zeigt die Rote Karte! Köln profitiert vom Videobeweis. Jetzt ist alles möglich. Meine Meinung.

34.

Ernsthaft: So eine Szene im Rücken des Schiedsrichters, die trotzdem sofort geahndet werden kann. Der Videobeweis mit dem besten Bewerbungsschreiben seit diesem hier: 

36.

Wir schlittern hier gerade durch jedes Raum-Zeit-Kontinuum. In den Kommentaren diskutieren Menschen über Rote Karte gegen RB Leipzig und wussten schon vor einem Jahr, dass dieser Ticker »ein Traum« sei. Das macht es uns natürlich einfach.

38.

Blöd für den 1. FC Köln: Wenn Leverkusen auf irgendetwas verzichten kann, dann auf einen Stürmer. Weil sie ja noch Brandt, Bailey, Havertz, Volland und so weiter in der Hinterhand haben. Köln hat Pizarro. Sticht!

40.

Die Fans auf beiden Seiten singen: »Die Nummer 1 am Rhein sind wir!« - Beide liegen knapp daneben. 

42.

Höre gerade, dass sich Leverkusen in der Pause »neu einstimmen« müsse. Stelle mir das aus unbekannten Gründen so vor, während Heiko Herrlich das Hohe C überprüft.  

44.

Tolle Szene: Zoller im Zweikampf mit Tah. Der Kölner will direkt überprüfen, ob mit dem neuen Videobeweis jetzt alles möglich sei. Zeigt die schlechteste Schwalbe seit der Schattenspiel AG der Ornithologen-Jahrestagung 2016.

45.

Höger spielt den Ball im vollen Lauf per Lupfer über zwei Leverkusener Verteidiger. Ist dann zwar Abseits, aber sollte sich Köln hier noch gewaltiger in einen Rausch spielen, dürften gleich in der Pause die ersten zur Atemprobe.

45.

Osmers hat ein Einsehen, pfeift zur Pause. Karten für den Leverkusener Shanty-Chor sind noch unter immernochbesseralsdietotenhosen@11freunde.de erhältlich. Bis gleich!

16:25 Uhr

Halbzeitanalyse. Wo ist eigentlich Lothar Matthäus heute? Hat's in München schon Schulferien und er ist mit seiner Frau im Urlaub?

16:28 Uhr

Jetzt BVB gegen Hannover in der Zusammenfassung, Batshuayi mit einem Hackentor nach einer Ecke. Batshuayi in einer Stöger-Mannschaft, das ist, als würde jemand auf dem Bau Beethovens Fünfte anmachen.

16:31 Uhr

Nach so einem Werbeblock bei Sky fragt man sich schon auch, ob es jetzt für jedes Fußballspiel auf der Welt einen eigenen Wettanbieter gibt.

46.

Und weiter geht's, 45 Minuten hat Köln jetzt noch Zeit, es zu verkacken. Auf geht's.

49.

Für mich übrigens das Highlight der ersten Hälfte: Dass die Kölner so ausdauernd »Ihr werdet nie Deutscher Meister« gesungen haben, und das in ihrer derzeitgen Situation. Wobei, warum auch nicht? Die Zweitligameisterschaft ist ja streng genommen auch eine Deutsche Meisterschaft.

52.

Und wo wir gerade bei Gesängen sind: Irgendwer singt gerade »Auf Mallorca kennt euch keine Sau«. Und das ist für ungefähr eine Sekunde lang witzig, bevor mir bewusst wird, dass es eigentlich nur eine Frage von Tagen ist, bis das erste Malle-Schlagertreff-Arschloch mit Wampe, affigem Namen und Alkoholproblem das ganze mit billigen Technobeats unterlegt und einen dieser unsäglichen Mallozze-RTL2-Gassenhauern draus macht, um ein paar Euro damit zu verdienen. Naja. Muss mal eben ne Pause einlegen, muss meinen Produzenten anrufen.

54.

Egal, zurück zum Spiel. Eben Koziello mit einer schönen Aktion. Wenn ich den so sehe, gehe ich mal davon aus, dass die Kölner U13 heute spielfrei hat, ja?

57.

Immer noch der beste Spieler auf dem Platz: Leonardo Bittencourt. Rennt, ackert, trickst, flankt. Wenn der so weitermacht, ist er in der 60. Minute Nationalspieler, unterschreibt in der 70. bei Real Madrid und ist in der 90. WM-Finaltorschütze. Mindestens.

59.

Leverkusen jetzt mit ein wenig mehr Druck und ein, zwei Halbchancen. Wer sich fragt, wie die Kölner Defensive sich gerade anstellt: Mal so, Maroh...

61.

Derweil ist Lucas Alario in den Katakomben immer noch fuchsteufelswild...

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62.

Ich möchte niemandem Angst machen, aber die Bilder haben gerade ganz eindeutig Falko Götz auf der Tribüne gezeigt.

63.

Gelbe Karte für Bittencourt. Wahrscheinlich für die unkontrollierte Leistungssteigerung. »Schiedsrichter, bitte, ich weiß ja selbst nicht was da los ist! Ich lauf hier rauf und runter und alles funktioniert.« - »Ruhe da! Noch so en Ding und hol' ich den Stöger!«

64.

Aranguiz sieht für eine Grätsche kein Gelb. Trotzdem hier mehr Foul als in einer durchschnittlichen Berliner Dönerküche.

65.

Spiel erinnert gerade an meinen letzten Umzug: 22 Männer laufen von Box zu Box.

69.

Tooooooooooooor für den 1. FC Köln! Aranguiz mit einer tollen Vorlage, sieht den freien Raum, zögert nicht lange und köpft den Ball gefährlich vors Tor. Blöd nur, dass die Vorlage dem Gegner gilt, aber das kann passieren, nehmen wir ihm nicht übel, denn vor dem Tor taucht Zoller auf. Leno geschlagen. Und Zoller wemmst den Ball mit dem Knie einen halben Meter vor der Linie in die Maschen mit einem Urvertrauen, wo doch in der aktuellen Lage der Ball in diesem Moment ungeachtet der Physik mehrere Meter über die Querlatte hätte fliegen müssen. Macht er aber nicht. Und Zoller stand auch nicht im Abseits. 2:0! Köln ist zurück, ich lege mich fest.

72.

Wie Köln in der Bundesliga bleiben will (Symbolbild).

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74.

Aranguiz wie ein Espressohändler während der Erntekrise: hat den Kaffee auf.

77.

Und natürlich, Köln hätte noch immer fünf Punkte Rückstand und ein schweres Restprogramm. Sowieso wären sie zum ersten Mal seit dem dritten Spieltag nicht Letzter. Aber am 34. Spieltag wartet Wolfsburg und wir hoffen mittlerweile inständig, dass Frank Buschmann bei seiner Enten-Kot-Studie recht behalten wird!

81.

Szene des Spieltags gerade: Der 1,68 kleine Koziello senst den knapp 4,21 Meter großen Jonathan Tah um. Bizarr. Als würde ein Moped mit einem Siebentonner kollidieren. Und der Siebentonner deswegen aus der Kurve fliegen.

83.

Sowieso, dieser Tah. Was ist der Kerl für ein Kleiderschrank. Ob er abends die Möbelpacker ruft, wenn er ins Bett will. Und wenn er mal verletzt ist, kommen die Leverkusener Mannschaftsärzte dann mit Schraubenzieher, Imbusschlüssel und Heißklebepistole?

85.

Runde Vorstellung der Kölner hier, muss man sagen. Jetzt haben sie den HSV kassiert, und bis zu Mainz und Wolfsburg, die ja sowieso nur noch Mannschaften in der Deutschen Niveaulimbo-Bundesliga stellen, sind auch nur noch fünf Punkte weg. Leute, für den Fall, dass der Effzeh das tatsächlich noch schafft: Lasst uns eine Petition starten, dass dann die Hymne von »Kölle Alaaf« zu »Kölle Alive« geändert wird.

87.

Claudio Pizzaro jetzt übrigens im Spiel. Der 1. FC Köln scheint die Punkte auch für die Alte-Herren-Bundesliga zu brauchen.

89.

Ich leg mich fest: Wenn Heiko Herrlich hier nicht demnächst einen Elfer schindet, wird das eher nix mehr für Bayer.

92.

Und tatsächlich nochmal Pizarro mit der Chance. Verliert aber das Laufduell gegen seinen Rollator. Schade.

93.

Und das war's. Köln gewinnt das Derby mit 2:0, verliert aber ärgerlicherweise das MMA-Derby mit 0:1. Aber gut, man kann ja nicht alles haben.

17:28 Uhr

Wow, also ich sag mal so: Köln spielt noch gegen Mainz und am letzten Spieltag gegen Wolfsburg. Freunde, ich will ja nichts beschreien, aber das riecht doch gewaltig nach einer absoluten Sensations-Aufholjagd. Und wenn das passiert, dann wird man in Köln eine sechste Jahreszeit einführen müssen, den dann jährlich stattfindenden Klassenerhalts-Karneval, auf dem Leonardo Bittencourt ein Feuerwerk abfackelt und die Höhner »Kölle Alive« spielen. Wir kommen auch vorbei, verkleidet als Risse-Wortwitz. Bis dahin...